Nur mit Top-Gehältern bekommen Konzerne Top-Führungskräfte
2013-01-17T06:25:00+0100
So wird nur wenig bekannt. Etwa wie viel Geld der gesamte Steag-Aufsichtrat bekommen hat: 400.000 Euro. Pehlke, Wilmert und Janning teilen auf Anfrage nicht mit, wie viel sie bekommen haben. Nur über Steag kommt man weiter: Dem Verteilungschlüssel zufolge erhalten Wilmert und Pehlke angeblich gut 18.000 Euro im Jahr, Janning das doppelte.
Das Standardargument: Nur mit Top-Gehältern bekommen Konzerne Top-Führungskräfte. Doch viele Chefs städtischer Betriebe im Ruhrgebiet haben keine herausragende berufliche Qualifikation für ihren Posten, stattdessen verdienten sie sich ihre Meriten in der Verwaltung, waren Mitglieder im Rat und lange für SPD und CDU aktiv.
Wie sich die Parteien gegenseitig unterstützen
Guntram Pehlke studierte zwar Wirtschaftswissenschaften, Erfahrungen sammelte er aber vor allem als Kämmerer von Salzgitter und später von Dortmund, wo er auch Schatzmeister der örtlichen SPD war. In der freien Wirtschaft kannte sich Pehlke bis zur Kür zum Stadtwerke-Boss kaum aus. Am 1. Oktober 2006 trat er trotzdem an und vervierfachte sein Gehalt.
„Ein verzweigtes Energieunternehmen zu führen, ist etwas anderes, als kommunale Haushaltspläne aufzustellen”, sagt Mario Krüger, Landtagsabgeordneter der Grünen in Dortmund. Krüger sitzt selbst in Aufsichtsräten, seit 1994 ist er Ratsmitglied. „Die Besetzung der lukrativen Posten wird im Machtzirkel der SPD entschieden, die CDU wird fürs Entgegenkommen mit anderen Stellen belohnt.”
Nach Skandalen um Luxusreisen sowie der Milliarden-Verluste durch Stahlwerke in Brasilien und den USA fordern Aufsichtsräte den Rücktritt von Chefkontrolleur Gerhard Cromme. IG-Metall Chef Huber verteidigt die Luxusreisen von seinem Vorstandskollegen Eichler.
Den Bochumer Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert verbindet mit Pehlke mehr als der gut dotierte Aufsichtsratsposten bei der Steag. Beide SPD-Männer sitzen auch bei der Gelsenwasser AG im Aufseher-Gremium. Pehlkes Verdienst als Vorsitzender: rund 56 000 Euro. Wilmert bekommt als einfaches Mitglied immerhin 28 000 Euro im Jahr. Wie viel Geld die Männer insgesamt in den anderen kommunalen Aufsichtsräten bekommen, die sie besetzen, halten die kommunalen Unternehmen geheim. Auf Anfrage äußerten sich weder die Stadtwerke Dortmund noch die Kommunalbetriebe Bochum.
Gute Entlohnung nicht nur für SPD-Männer
Allerdings ist gute Entlohnung kein Privileg von Männern mit SPD-Parteibuch. In Duisburg kam Hermann Janning vor sechs Jahren von den Stadtwerken Wuppertal zu den von CDU-OB Adolf Sauerland beaufsichtigten Stadtwerken. Janning hat ein CDU-Parteibuch, er vertritt die Konservativen in der Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Und auch er hatte einen Nebenverdienst im Aufsichtsrat der Steag, sogar als Vorsitzender. Weitere Aufsichtsratsmandate kamen dazu.
Der 62-Jährige hat seinen Job nun allerdings verloren, obwohl sein Vertrag im Frühjahr bis 2016 verlängert worden war. Ein Misstrauensvotum aus dem Betrieb soll der Grund sein, heißt es. Erstaunlich ist das nicht: Der Aufsichtsrat wird heute vom neuen Duisburger OB Sören Link geführt. Ein SPD-Mann, der den Janning-Job neu vergab. Jannings Ablösung dürfte die verschuldete Stadt Duisburg mindestens zwei Millionen Euro kosten. Für ihn rückt Dortmunds Pehlke an die Spitze des Steag-Aufsichtsrates.
-
Seite 1: Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier -
Seite 2: Nur mit Top-Gehältern bekommen Konzerne Top-Führungskräfte
| 1 | 2 |
|
16:53
ja - es ist schon das letzte wie diese mittelmäßigen mitläufer bezahlt werden
nur in den rathäusern ist die mittelmäßigkeit noch größer, dafür haften sie auch absolut nicht - selbst wenn sie auf dem rücken der bürger währungsdifferenzgeschäfte abschließen -wie in essen-
wie können wir diese nutzlose brut loswerden - ich höre gerne vorschläge!
23:09
Zum Beispiel
DSW: Im Jahr 2011
Guntram Pehlke
€ 339.801,10 Feste Vergütung
€ 27.007,75 variable Vergütung
€ 11.640,48 sonstiges
€ 7.870,00 Mandatseinkünfte Konzern
€ 386.319,33 Gesamt
und auch zu den anderen Personen lassen sich aus den Veröffentlichungen die Vergütungen ermitteln - recherchieren hilft.
...hilft immer. Unternehmensregister und Beteiligungsberichte der Städte sind mir gut bekannt, die Zahl von 386.319,33 Euro ebenfalls. Aber das ist nicht alles. Pehlke bekommt zusätzlich Geld für zahlreiche Aufsichtsratsmandate, die er nur bekommen hat, weil er Stadtwerke-Chef ist. Und dieses zusätzlich verdiente Geld geben Pehlke und Stadt nicht bekannt. Es dürfte insgesamt an die 500.000 Euro heranreichen, da Pehlke allein als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Gelsenwasser 56.000 Euro kassiert. Mehr Infos gibts bei uns im Rechercheblog unter https://www.derwesten-recherche.org/2013/01/die-kassierer-an-der-ruhr/
14:54
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:26
Ich kenne das hier von der Bogestra, da reicht als Eignungsnachweis das richtige Parteibuch. Obwohl vor Jahrzehnten die Bogestra der SPD gehörte, versuchte man mit allen Mitteln, einen CDU-Mann in der Entlohnung hochzuhieven. Warum wohl? "Nächstes Mal sind wir aber dran!" Man hat sich wirklich in mehreren Anläufen bemüht, arbeitet Hand in Hand zu beider Nutzen. "Mir kenne us, mir helpe us!"
12:37
Kann denn keiner diese Gierhälse stoppen?Alle Kommunen sind seit Jahrzehnten
pleite,wenn die nächsten darunter 10% weniger verdienen kann man die Pleite
nachvollziehen,stellt diese Leute endlich an den Pranger,und die bestellen auch
noch Herrn Steinbrück,es wird wohl alles eine Seilschaft zur Steuerabzocke sein.
MfG H-R G.
12:33
Immer dann, wenn es Gelder für Politiker oderManager von Eigenbetriebe der öffentlichen Hand geht, schreit das "Wahlvolk" auf.
Wo ist die Aufregung, wenn ein Fussballspieler, Sänger oder Schauspieler Millionen kassiert.
Leistungsgerecht ist dies bestimmt nicht.....
Hinsichtlich der Bezugnahme auf Fussballer usw. gebe ich Ihnen hinsichtlich der Leistungsgerechtigkeit recht. Aber der Unterschied zu Politikern oder Managern von Betrieben in öffentl. Hand besteht darin, dass ich nicht zum Fussball oder ins Theater gehen muss, Steuern und Abgaben aber zwangsweise für alle Bürger fällig sind bzw. die für die Allgemeinheit bestimmten Einnahmen der genannten Unternehmen geschmälert werden.
12:29
...warum z.B. solch Großprojekte wie der Berliner flughafen gegen die Wand fahren? In vorderster Linie verantwortlich Platzeck und Wowereit, liest man sich mal in wikipedia die berfliche Vita der beiden durch, wird einem ......... übel:
Platzeck ist gelernter Dipl.Ing. für medizinische Kybernetik, später Hygieneinspektor
Wowereit hat nichts gemacht außer Jura studiert, danach direkt ab in die Politik
Solche Leute werden auf den Chefsessel gesetzt und sollen Miiliarden-Projekte beaufsichtigen, dass das in die Hose geht, dürfte jedem einleuchten.
Aber Hauptdache, das richtige Parteibuch zur rechten Zeit zur Hand..
...das geht nicht mehr lange gut, dann knallt das hier ganz gewaltig
12:17
mein parteibuch,meine seilschaften und meine amigos.
12:16
hmm, das NRW-Transparenzgesetz. das gilt aber nicht für AGs, oder? soweit ich das gesehen hab gilt das nur für besondere öffentliche rechtsformen.
Hallo msdong71,
das Transparenzgesetz gilt auch für privatrechtliche Unternehmen, wenn die öffentliche Hand mehrheitlich beteiligt ist. Siehe §65 hier: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=11866&vd_back=N
Beste Grüße
Daniel Drepper
12:05
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.