Müngstener Brücke droht Sperrung
28.05.2010 | 08:37 Uhr 2010-05-28T08:37:00+0200
Solingen/Remscheid. Das Eisenbahn-Bundesamt droht mit der Sperrung der Müngstener Brücke. Grund: Die 113 Jahre alte Stahlkonstruktion von Deutschlands höchster Eisenbahn-Brücke ist marode.
Sie zieht jährlich Tausende Besucher in ihren Bann: Die Müngstener Brücke, mit 107 Metern Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, überspannt in idyllischer Landschaft das Tal der Wupper und ist mit dem darunterliegenden Brückenpark ein stark frequentiertes Ausflugsziel im Bergischen Land. Doch die 113 Jahre alte, denkmalgeschützte Stahlkonstruktion auf der Bahnstrecke Remscheid-Solingen ist in Gefahr. Marode Bauteile gefährden die Betriebssicherheit.
Für große Aufregung im bergischen Städtedreieck Solingen, Remscheid, Wuppertal sorgt die Drohung des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), die Brücke ab Oktober zu sperren. "Wir haben der Bahn diesen Schritt angekündigt, sollten wir bis 30. September keine Funktionsnachweise über die Standsicherheit haben", sagt EBA-Sprecher Ralph Fischer. Sollten diese Nachweise nicht rechtzeitig eintreffen, könnte die Brücke dann "möglicherweise" gesperrt werden.
Schrittgeschwindigkeit für Regionalzüge
Das Bonner EBA, Aufsichtsbehörde für die Sicherheit im Bahnbetrieb, erließ bereits einschneidende Betriebsbeschränkungen für die Brücke. Die Züge der Regionalbahn 47, in der Region "Müngstener" genannt, dürfen nur noch mit zehn Stundenkilometern über das Bauwerk zuckeln - und das auch nur noch einzeln. Zwei Züge zugleich will die Behörde der Brücke nicht mehr zumuten. Der einzige Güterzug, der die Strecke bislang täglich passierte, muss, weil für die Brücke zu schwer, nun einen 45 Kilometer langen Umweg über Wuppertal in Kauf nehmen.
Das Hauptproblem sieht das EBA in Schäden der sogenannten Loslager, die auf beiden Seiten der Brücke montiert sind. "Es gibt Hinweise darauf, dass es hier Probleme gibt", sagt Fischer. Die Lager fangen normalerweise die von den Zügen ausgehenden Schwingungen sowie Wärmeausdehnungen des Materials ab. Defekte Loslager können diese Aufgabe nicht mehr leisten und Risse oder Brüchen in der Brückenkonstruktion zur Folge haben.
Zweifel am Bahn-Management
Bei der Bahn räumt man die Probleme ein und will der Aufforderung der EBA rechtzeitig nachkommen. "Der Austausch der Lager wird vorbereitet", versichert ein Sprecher. Auch die statische Neuberechnung der Brücke solle dem EBA pünktlich vorliegen. Grundsätzlich sei das Bauwerk aber nach wie vor standsicher. Rund 400.000 Euro investiert die Bahn nach eigenen Angaben pro Jahr in die Instandhaltung der Müngstener Brücke. Es gebe regelmäßige Inspektions- und Rostschutzprogramme, so der Sprecher.
Doch in der Region wachsen die Zweifel am Bahn-Management der Brücke. Die gravierenden Betriebseinschränkungen zeigten, dass die Bahn das Bauwerk bereits massiv vernachlässigt habe und möglicherweise sogar aufgeben wolle, so die Befürchtung. In unangenehmer Erinnerung ist hier zudem die spontane Stilllegung der Wuppertaler Schwebebahn für mehrere Monate - ebenfalls wegen Materialschäden. Schwebebahn und Müngstener Brücke sind nahezu gleich alt und ähnliche Stahlkonstruktionen.
Besonders verärgert zeigt sich Remscheids Oberbürgermeisterin Beate Wilding (SPD). Kurz vor den Auflagen des EBA sei aufseiten der Bahn keine Rede von Einschränkungen gewesen. "Man hat dort keine Hemmungen, einem frech ins Gesicht zu lügen", wird sie in der Lokalpresse zitiert. Zuversichtlich zeigt sich unterdessen der bergische Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU), der sich zum Thema jüngst mit Bahnverantwortlichen getroffen hat. Ihm sei der zügige Beginn der Reparaturen zugesagt worden: "Ich habe nicht den Eindruck, dass man die Müngstener Brücke dort loswerden will." (ddp)
14:41
Abreißen und neu bauen (wenn das im Unterhalt günstiger kommt)!
Kann ja nicht sein, dass ein Unternehmen nun auch den Denkmalschutz zahlen soll. Wenn ein Erhalt stattfindet, sollte die Bahn die Mehrkosten durch die Kommunen erstattet bekommen.
Ein Bauwerk hat halt eine Zeit, nachdem es einfach nicht mehr taugt. Da bleibt dann nur dauerhaftes rumreparieren, sanieren und flicken ... und selbst dann ist mal das Ende der Fahnenstange erreicht.
Nicht nur für die Bahn ist die geringe Geschwindigkeit uninteressant. Ich als Pendler bin über jede 5 Minuten dankbar, wenn man das mal aufs Jahr hochrechnet macht das einiges an Lebenszeit aus!
BTW: Selbst die Pyramiden halten nicht ewig ...
11:32
Ein Brückenbauwerk, das nicht von ellenlangen Container-Güterzügen mit Höchstgeschwindigkeit befahren werden kann, ist für den Global Player, wie sie sich gerne nennen lassen, schlicht uninteressant. Die Bürger in der Region sollten sich darauf einstellen, in nächster Zeit zwar eine pittoreske Museumsbrücke zu haben, aber keine Bahnhöfe mehr. Schade aber auch, doch die Bahn muss ja dem Gebot der Wirtschaftlichkeit folgen, irgendwo. Es wird ihr schon eine knackige Begründung einfallen ...
10:51
STOPPT DIE BAHNPRIVATISIERUNG !!
10:41
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10:16
@ 3 Turm
Damals hat man auch 3x mehr Stahl verwendet als nötig ;)
10:12
Von akuter Gefahr kann doch wohl nicht die Rede sein, wenn jetzt noch Züge über die Brücke fahren.
10:04
Ich kann das Verhalten der Bahn nicht verstehen.
Fahrpreiserhöhung um Fahrpreiserhöhung!
Und für was? Nur um den Vorständen die Pfründe
zu sichern?
Aber um den Rest soll sich wohl der Steuerzahler
bemühen!
Ich habe die Brücke erstmals 1964 im Alter von
11 Jahren gesehen. Wir hatten damals einen
Klassenausflug von Oberhausen aus gemacht.
Es hat uns alle Fasziniert dieses Wunderwerk
sehen zu dürfen.
Also DB, laßt dieses Wunderwerk der Technik
nicht vergammeln!
09:30
Bitte nicht zuviel basteln.
Die Grundkonstruktion aus der Kaiserzeit halte ich auch nach 113 Jahren für 1000mal solider als alles, was an Bauwerken heute in die Welt gestellt wird. Auch wenn damals kleinere(?), leichtere(?), langsamere Züge über die Brucke fuhren, wird diese Konstruktion noch stehen, wenn sämtliche Neubauten schon zerfallen sind.
Die Herren der Gründerzeit konnten eben (oder vielleicht gerade) ohne Computer dauerhaftere Bauten entwickeln, als die Zauberkünstler heute.
09:28
Die Bahn, - ein verlogener Haufen skrupelloser Management-Abwickler, denen die Verantwortung gegenüber ihrer eigenen Geschichte völlig gleichgültig ist.
Diese Brücke muß allein schon aus Gründen des Denkmalschutzes bewahrt werden.
Gruß
08:56
Wieder eine der Altlasten des Könid Alfons der Viertelnach Zwölfte! Kosten für die Sanierung Hr. Herrn Mehdorn in Rechnung stellen.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.