Wohnungsmarkt
Mieter leiden offenbar unter LEG-Privatisierung
24.08.2009 | 20:47 Uhr 2009-08-24T20:47:00+0200
Düsseldorf. Ein Jahr nach der umstrittenen LEG-Privatisierung schlägt der Mieterbund Alarm: Der Verkauf der 93.000 landeseigenen Wohnungen an eine "Heuschrecke" habe für die Betroffenen dramatische Folgen. Sie müssten mehr Miete zahlen. Gleichzeitig würde die Sanierung vernachlässigt.
Mehr als ein Jahr nach der umstrittenen Privatisierung der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) hat der Deutsche Mieterbund ein negatives Zwischenfazit gezogen. Der Verkauf an eine «Heuschrecke» habe zu Mieterhöhungen sowie dem Verzicht auf Modernisierungen und Instandhaltungen geführt, sagte Mieterbund-Landeschef Bernhard von Grünberg am Montag in Düsseldorf. Allein die Rendite stehe für den neuen Besitzer im Vordergrund. Die CDU/FDP-Landesregierung habe ihre sozialen Versprechungen gegenüber den Mietern nicht eingehalten. Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU) wies die Kritik zurück.
In LEG-Siedlungen wie in Bonn seien die Mieten um 20 Prozent angehoben worden, berichtete der Mietervertreter. Dass dies mit einem «Sanierungsstopp» verbunden worden sei, widerspreche den sozialpolitischen Zusagen von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Auch in Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Hamm, Hilden, Neuss, Rheinberg, Unna und Wuppertal habe die LEG die Mieten erhöht.
Bauminister Lienenkämper spricht von Erfolgsgeschichte
Die LEG war im Juni 2008 an den Immobilienfonds der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, Whitehall Real Estate Funds, verkauft worden. Der Gesamtkaufpreis für die LEG mit ihren 93 000 Wohnungen lag bei 787,1 Millionen Euro. Die Mieter und Beschäftigten der LEG sollen laut Landesregierung mit einer Sozialcharta mindestens zehn Jahre lang vor Kündigungen geschützt werden. Opposition und DGB hatten die Privatisierung abgelehnt.
Als «Erfolgsgeschichte» verteidigte Bauminister Lienenkämper den Verkauf. «Die Mieter, aber auch die Mitarbeiter der LEG, stehen heute dank der zwischen Land und Käufer vereinbarten Sozialcharta besser da als in der Vergangenheit», sagte Lienenkämper. «Es ist unredlich, wie der Mieterbund hier Stimmung macht und mit pauschalen Falschaussagen die Menschen im Land verunsichert».
"Tausende Mieter den Heuschrecken ausgeliefert"
Die LEG sei auch unter ihrem neuen Besitzer ein Wohnungsunternehmen, das sich aufgrund seiner Geschäftspolitik positiv von vergleichbaren Konkurrenten abhebe, betonte Lienenkämper. Ende Oktober will der Minister den Bericht der Wirtschaftsprüfer vorliegen, die zurzeit überprüfen, dass die Inhalte der Sozialcharta eingehalten werden. Abgeschlossen worden war der Deal noch von Lienenkämpers Vorgänger als Bauminister, dem CDU-Politiker Oliver Wittke.
Unterstützung bekam der Mieterbund dagegen von den Grünen. «Die schwarz-gelbe Landesregierung hat mit dem Verkauf der LEG-Wohnungen Tausende Mieter den Geschäftspraktiken der Heuschrecken ausgeliefert», sagte der Grünen-Bauexperte Horst Becker. Zugleich verweigere die Regierung «dem Parlament die Rechenschaft über die Zustände in den LEG-Wohnungen und will den entsprechenden Bericht der Wirtschaftsprüfer offensichtlich erst nach der Landtagswahl 2010 vorlegen», rügte der Landtagsabgeordnete.
LEG nimmt keine Stellung
Die LEG wollte zu der Kritik des Mieterbundes keine Stellung nehmen. Das Unternehmen werde am kommenden Montag (31. August) seine Geschäftszahlen für 2008 veröffentlichen, sagte ein Sprecher.
SPD-Fraktionsvize Norbert Römer sieht «Heuschrecken» generell auf dem Vormarsch. «Der Mieterservice wird schlechter, aber die Mieten steigen. Je weniger öffentliche Wohnungen es gibt, desto mehr werden die Mieter von den Privaten geschröpft», sagte der Abgeordnete. (ddp)
20:50
ihr solltet mal sehen wie schlimm LEG überhaupt geworden ist.vorallem wie sie mit einem umgehen.ich komme aus duisburg hüttenheim,und mehr als die hälfte der leg wohnung ist von schimmelpilzen befallen.ihr solltete mal google schwarze wände an der batterie tippen,und euch mal fragen ob das normal ist.mensch hat kein wert mehr.nur das geld,die miete ist wichtig.nur zionistisch veranlagt unser leg nrw.aber ich glaub an gerechtigkeit.
13:44
@ Elektrosteiger:
Sooo viel Glück werden wir wohl nicht haben. ;o)
PS: Wer lügt, tut dies immer absichtlich. ;o)
13:16
DAnn sollen die doch endlich ausziehen
12:23
Abgesehen davon, wenn man davon ausgeht, dass evtl. viele dieser Wohnungen von HARTZ$lern bewohnt werden,
zahlen die ARGEN diesen Kaufpreis doch in den nächsten 3 jahren wieder zurück!
UNGLAUBLICH!
Zum Wohle des Volkes!
CDU
12:08
8500 Euro pro Wohnung !
Das ist doch mal was.
Da würde ich mir mal die Kontobewegungen bei Lienenkaemper ansehen.
Für den Preis hätten sogar noch Hartz4 Empfänger einen Kredit bei der Deutschen bank bekommen.
11:05
Wenn man daran glaubt, dass die Linken Genossen nur die Notenpresse anschalten müssen und den Geldsegen auf die Hartzis verteilen müssen, dann bitte. So wird Deutschland jedenfalls nicht wachsen und gedeihen
09:47
Es sind Wahlen, dann wählt doch auch nicht die CDU und FDP. Es gibt genügend andere Parteien, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Ihr habt es doch in der Hand.
Oder werdet Politiker und gestaltet aktiv mit.
der SAMMY
23:40
Was ist eigentlich so schlecht wenn einer Geld verdienen will mit Arbeit/Investition und mal nicht durch HartzIV?
20:48
Parallelen zur GAGFAH sind nur zufällig?
20:32
Investoren wollen nun leider Geld sehen. Ein Aspekt der wohl bei Herr Rüttgers ein wenig durchgegangen ist was sich heute an der berechtigten Unzufriedenheit der Mieter bemerkbar macht. Es ist doch immer wieder das gleiche Strickmuster , erst einmal die Mieten hochtreiben, nur Crashsanierungen durchführen und wenn die Mieter abkassiert sind und die Reparaturkosten werden zu hoch werden die Liegenschaften an den nächsten Investor verscherbelt der die Wohnungen als Eigentum verhökert.