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Meine 50er-Jahre - Wie WAZ-Leser den Wiederaufbau erlebten

15.08.2012 | 17:56 Uhr
Meine 50er-Jahre - Wie WAZ-Leser den Wiederaufbau erlebten
Fritz Buchloh und sein bester Freund Schnucki als Harry Belafonte und Elvis .Foto: WAZ Zentrale

Essen.  Die letzten Kriegsgefangenen kehren nach Hause zurück, der Wiederaufbau läuft, die Jugend rebelliert: Die 50er-Jahre waren eine spannende Zeit. Wir hatten unsere Leser aufgerufen, aus ihren Erinnerungen zu berichten – und es kamen viele, viele Beiträge per Post oder E-Mail in die Redaktion: Allesamt interessante, amüsante, anrührende Geschichten.

Ja, so waren sie, die „50er“! Wir hatten unsere Leser aufgerufen, aus ihren 50er-Jahren zu berichten – und es kamen viele, viele Beiträge per Post oder E-Mail in die Redaktion: Allesamt interessante, amüsante, anrührende Geschichten. Alle Episoden sind – und genau darum geht es – typisch für jene Zeit.

Hier finden Sie erste Beträge. Zum Teil stark gekürzt – leider, doch es sollen ja möglichst viele Leser zu Wort kommen. Aber wir werden noch mehr Geschichten bringen. Und in dem geplanten Buch werden die Beiträge dann weitestgehend ungekürzt erscheinen.

Wie die Helden ihrer Zeit ins Ruhrgebiet zurückkehrten

Der Essener Bahnhofsvorplatz im Sommer 1955. Foto: Stadtbildstelle Essen

Mein Vater Erich Gust ist als Spätheimkehrer am 30. Dezember 1953 aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt. Neun lange Jahre lagen hinter ihm, er war in Stalingrad und im Ural im Arbeitslager. Jahre der Entbehrungen, der harten Arbeit, des Hungers, des Schmerzes. Dazu der Verlust der Heimat, von Hab und Gut und die Qualen der Seele.

Das Ruhrgebiet, Mülheim, sollte seine neue Heimat sein. Obwohl seine Geschwister hier lebten, war er hier fremd. Eben ein Flüchtling.

Machen Sie mit!

Noch ist Zeit, bei unserem Aufruf „Meine 50er-Jahre“ mitzumachen. Es gibt viele Themen. Zum Beispiel: Die Wohnungsnot war noch groß, wie haben Sie das erlebt? Was gab’s im Kino? Was lag auf dem Plattenteller? Schon ein Auto, einen Fernseher besessen? Überhaupt war die D-Mark noch jung: Haben Sie gespart oder sich etwas gegönnt?

Schreiben Sie uns Ihre Geschichte aus den "50ern"! Wenn möglich, schicken Sie auch Fotos aus jener Zeit (wir senden alle Originale zurück). Entweder an: WAZ, Friedrichstraße 34-38, 45128 Essen, Redaktion Rhein-Ruhr. Oder per E-Mail an: waz.thema@waz.de

Wichtig: Das Stichwort "Meine 50er" auf dem Umschlag oder im Mail-Betreff bitte nicht vergessen.

Aus Ihren Geschichten soll ein Buch zu den 50er-Jahren entstehen, wie schon zuvor bei "Mini, Beat und Texashosen - Erinnerungen an die 60er Jahre im Ruhegebiet (Hg.: Rolf Potthoff/Achim Nöllenheidt, Klartext-Verlag, 176 Seiten, 13,95 Euro). Das Buch ist erhältlich im Handel und in allen WAZ-Leserläden.

Vater und auch Mutter sprachen nicht viel über diese schwere Zeit, beklagten sich nicht, hegten keinen Groll oder Hass, nahmen ihr Schicksal an und versuchten das Beste daraus zu machen. Sie versuchten sich einzuleben, Arbeit zu finden, Bekanntschaften zu knüpfen, eben neu anzufangen. Die Geschwister halfen dabei, ein Zusammenhalt, der einmalig war.

Eine kleine Wohnung, das Klo auf halber Treppe

Die ersten Jahre waren schwer, sehr schwer, aber aufgeben gab es nicht. Vater fand Arbeit als Bohrer, Mutter als Hausmädchen. Vater und Mutter arbeiteten viel, sehr viel, und sie waren sparsam, immer!

1955 wurde geheiratet und eine kleine Wohnung mit Klo auf halber Treppe im Treppenhaus bezogen. Ein Badezimmer gab es nicht, man hat sich in der Küche gewaschen. Kernseife wurde dazu benutzt, Stampfkartoffeln gab es mit Buttermilch, man genoss Muckefuck, und Strümpfe wurden gestopft.

Nicht nur meine Eltern hatten es schwer, es ging vielen Menschen so, sie sind für mich die Helden ihrer Zeit! Gisela Weining, Mülheim

Kommentare
16.08.2012
10:40
Meine 50er-Jahre - Wie WAZ-Leser den Wiederaufbau erlebten
von tomatenkiller_neo | #4

Übrigens, wie wäre es mal mit einer Serie über die 60-er und 70- erJahre.
Hier findet man mittlerweile nur uralte Bilder aus dem vorvorherigen...
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2012-08-15 17:56
Rhein und Ruhr