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Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier

15.01.2013 | 18:25 Uhr
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
Guntram Pehlke, Bernd Wilmert und Hermann Janning sind die Prototypen einer Managerriege mit Parteibuch im Revier.

Essen.   Die Großverdiener im Revier sitzen nicht in den Rathäusern. Das meiste Geld trägt die Managerriege mit Parteibuch nach Hause. Wie man in städtischen Betrieben und Aufsichtsräten kräftig absahnt und das mit aller Macht geheim hält.

Guntram Pehlke war einst Schatzmeister der SPD im Unterbezirk Dortmund, heute ist er Vorstandsvorsitzender der Dortmunder Stadtwerke DSW21. Auf sein Konto fließen im Jahr inklusive aller Verdienste als Vorstandsvorsitzender der DSW21 und als Multimitglied in Aufsichtsräten: geschätzte 500.000 Euro. Die genaue Zahl ist nur schwer herauszubekommen, auf Anfrage teilen Pehlke und die Stadt Dortmund keine Gesamtzahl von Pehlkes Einnahmen mit.

Der Bochumer Stadtwerke-Chef Bernd Wilmert ist weit vernetzt in der Ruhr-SPD – unter anderem saß er von 1984 bis 1990 im Rat der Stadt Herten. 1992 wurde er kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Sein Gehalt? Bleibt auch auf Anfrage geheim.

Prototypen einer Managerriege mit Parteibuch

Hermann Janning von der CDU brachte es im Vorstand der Duisburger Stadtwerke inklusive Pensionsbezügen auf knapp 700 000 Euro im Jahr. Seine sonstigen Zulagen über diverse Aufsichtsräte bleiben auf Anfrage geheim.

Meldung
Bürgermeister dürfen nicht alles behalten, was sie verdienen

Die Oberbürgermeister der Ruhrgebietsstädte verdienen oft hohe fünf- oder gar sechsstellige Beträge im Jahr mit Aufsichtsratsmandaten. Doch sie dürfen nicht alles, was sie verdienen, auch behalten. Welche Einkünfte sie abführen müssen, ist allerdings strittig.

Pehlke, Wilmert und Janning sind die Prototypen einer Managerriege mit Parteibuch im Revier. Als Kommunalbeschäftigte verdienen sie deutlich mehr als die Kanzlerin. Angela Merkel bekommt rund 220 000 Euro im Jahr, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft knapp 185 000 Euro. Und die Oberbürgermeister, die formalen Chefs der Stadtwerke-Bosse, gehen mit rund 130 000 Euro im Jahr nach Hause.

Mehr als das Dreifache eines Bürgermeisters, die Bezüge der kommunalen Spitzenverdiener sind happig. Doch nicht nur diese Verdienste verbinden die Häupter der Kommunalbetriebe. Ihnen gemein ist auch das Stillschweigen über ihre genauen Bezüge. Ihre gesammelten Verdienste aus den verschiedenen Aufsichtsräten teilen sie auf Anfrage nicht mit.

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Kommentare
18.01.2013
16:53
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
von rolfnighthawk | #30

ja - es ist schon das letzte wie diese mittelmäßigen mitläufer bezahlt werden
nur in den rathäusern ist die mittelmäßigkeit noch größer, dafür haften sie auch absolut nicht - selbst wenn sie auf dem rücken der bürger währungsdifferenzgeschäfte abschließen -wie in essen-
wie können wir diese nutzlose brut loswerden - ich höre gerne vorschläge!

17.01.2013
23:09
Geheimhaltung - oder der Blick ins Unternehmensregister hilft
von kitty73 | #29

Zum Beispiel

DSW: Im Jahr 2011
Guntram Pehlke
€ 339.801,10 Feste Vergütung
€ 27.007,75 variable Vergütung
€ 11.640,48 sonstiges
€ 7.870,00 Mandatseinkünfte Konzern
€ 386.319,33 Gesamt

und auch zu den anderen Personen lassen sich aus den Veröffentlichungen die Vergütungen ermitteln - recherchieren hilft.

1 Antwort
Recherchieren...
von danieldrepper | #29-1

...hilft immer. Unternehmensregister und Beteiligungsberichte der Städte sind mir gut bekannt, die Zahl von 386.319,33 Euro ebenfalls. Aber das ist nicht alles. Pehlke bekommt zusätzlich Geld für zahlreiche Aufsichtsratsmandate, die er nur bekommen hat, weil er Stadtwerke-Chef ist. Und dieses zusätzlich verdiente Geld geben Pehlke und Stadt nicht bekannt. Es dürfte insgesamt an die 500.000 Euro heranreichen, da Pehlke allein als Aufsichtsratsvorsitzender bei der Gelsenwasser 56.000 Euro kassiert. Mehr Infos gibts bei uns im Rechercheblog unter https://www.derwesten-recherche.org/2013/01/die-kassierer-an-der-ruhr/

17.01.2013
14:54
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Name von Moderation entfernt | #28

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.01.2013
14:26
Leider überbezahlte Versager ohne Verantwortung
von vantast | #27

Ich kenne das hier von der Bogestra, da reicht als Eignungsnachweis das richtige Parteibuch. Obwohl vor Jahrzehnten die Bogestra der SPD gehörte, versuchte man mit allen Mitteln, einen CDU-Mann in der Entlohnung hochzuhieven. Warum wohl? "Nächstes Mal sind wir aber dran!" Man hat sich wirklich in mehreren Anläufen bemüht, arbeitet Hand in Hand zu beider Nutzen. "Mir kenne us, mir helpe us!"

17.01.2013
12:37
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
von hansrainerg | #26

Kann denn keiner diese Gierhälse stoppen?Alle Kommunen sind seit Jahrzehnten
pleite,wenn die nächsten darunter 10% weniger verdienen kann man die Pleite
nachvollziehen,stellt diese Leute endlich an den Pranger,und die bestellen auch
noch Herrn Steinbrück,es wird wohl alles eine Seilschaft zur Steuerabzocke sein.
MfG H-R G.

17.01.2013
12:33
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
von Herby52 | #25

Immer dann, wenn es Gelder für Politiker oderManager von Eigenbetriebe der öffentlichen Hand geht, schreit das "Wahlvolk" auf.
Wo ist die Aufregung, wenn ein Fussballspieler, Sänger oder Schauspieler Millionen kassiert.
Leistungsgerecht ist dies bestimmt nicht.....

1 Antwort
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
von KaterVinc | #25-1

Hinsichtlich der Bezugnahme auf Fussballer usw. gebe ich Ihnen hinsichtlich der Leistungsgerechtigkeit recht. Aber der Unterschied zu Politikern oder Managern von Betrieben in öffentl. Hand besteht darin, dass ich nicht zum Fussball oder ins Theater gehen muss, Steuern und Abgaben aber zwangsweise für alle Bürger fällig sind bzw. die für die Allgemeinheit bestimmten Einnahmen der genannten Unternehmen geschmälert werden.

17.01.2013
12:29
noch Fragen...
von liricherjung | #24

...warum z.B. solch Großprojekte wie der Berliner flughafen gegen die Wand fahren? In vorderster Linie verantwortlich Platzeck und Wowereit, liest man sich mal in wikipedia die berfliche Vita der beiden durch, wird einem ......... übel:

Platzeck ist gelernter Dipl.Ing. für medizinische Kybernetik, später Hygieneinspektor

Wowereit hat nichts gemacht außer Jura studiert, danach direkt ab in die Politik

Solche Leute werden auf den Chefsessel gesetzt und sollen Miiliarden-Projekte beaufsichtigen, dass das in die Hose geht, dürfte jedem einleuchten.

Aber Hauptdache, das richtige Parteibuch zur rechten Zeit zur Hand..

...das geht nicht mehr lange gut, dann knallt das hier ganz gewaltig

17.01.2013
12:17
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
von trickflyer | #23

mein parteibuch,meine seilschaften und meine amigos.

17.01.2013
12:16
Manager in Kommunen - die Kassierer im Revier
von msdong71 | #22

hmm, das NRW-Transparenzgesetz. das gilt aber nicht für AGs, oder? soweit ich das gesehen hab gilt das nur für besondere öffentliche rechtsformen.

1 Antwort
Transparenzgesetz NRW
von danieldrepper | #22-1

Hallo msdong71,

das Transparenzgesetz gilt auch für privatrechtliche Unternehmen, wenn die öffentliche Hand mehrheitlich beteiligt ist. Siehe §65 hier: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=6&vd_id=11866&vd_back=N

Beste Grüße
Daniel Drepper

17.01.2013
12:05
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Name von Moderation entfernt | #21

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