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"Männer rächen sich an Frauen, indem sie die Kinder töten"

09.08.2012 | 18:32 Uhr
"Männer rächen sich an Frauen, indem sie die Kinder töten"
Noch während die Polizei die Spuren in Oberhausen sichert, werden Beileidsbekundungen am Tatort niedergelegt. Foto: WAZ FotoPool

Essen.   Nach dem Tod eines Jungen in Oberhausen stellt sich wie bei der dreifachen Kindstötung in Dortmund die gleiche Frage: Warum? Ein mögliches Motiv: Rache. "Das ist ein typisches Grundmotiv", sagt der Kriminologe Christian Pfeiffer. Männer würden Kinder töten, um die Frauen zu bestrafen.

„Dass Männer sich an Frauen rächen wollen, indem sie ihre Kinder töten, ist ein durchaus typisches Grundmuster“, sagt der niedersächsische Kriminologe Christian Pfeiffer. Typisch vor allem dann, wenn der Tötende die Frau dafür bestrafen möchte, weil sie nicht so mitspielt, wie er es gerne möchte.

Pfeiffer erinnert an jenen Mann, der im Juni in Niedersachsen seine vier Kinder tötete, während seine Ex-Frau ihren Urlaub in der Türkei verbrachte. „Der Mann kündigte die Tat seiner früheren Frau per SMS an. Er wollte sie so dafür bestrafen, dass sie mit ihrem neuen Lebenspartner verreist war“, sagt der Kriminologe.

Kinder werden als massive Belastung empfunden

Zu dem Grundmuster gehöre jedoch auch, dass der Täter sich anschließend selbst töte. Im Fall des niedersächsischen Vaters misslang dies. Kinder, so Pfeiffer, würden von Tätern oft als massive Belastung empfunden. Sie entwickelten regelrecht Hass auf sie, rasteten aus und fielen über sie her.

Solche Situationen entwickelten sich jedoch nicht in einer funktionierenden Beziehung, sondern in Stress-Situationen oder wenn etwa die Frau ankündige, sie wolle sich trennen. Die Rache für solch eine narzisstische Kränkung sei eine der Ursachen für Kindestötungen, eine andere sei eine psychische Erkrankung wie sie offenbar im Oberhausener Fall beim Täter vorliege .

Pfeiffer wies jedoch auf eine insgesamt positive Entwicklung seit 1993 hin. Die Zahl der Tötungen von Kindern unter sechs Jahren habe sich seitdem um die Hälfte reduziert, bei den Sechs- bis 14-Jährigen sei sie sogar um zwei Drittel zurückgegangen. Auch würden Kinder in Deutschland immer seltener geschlagen. Das Bundeskriminalamt zählte in seiner Statistik für das Jahr 2011 45 getötete Kinder unter 14 Jahren.

Hayke Lanwert

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Kommentare
12.08.2012
22:48
Christian Pfeiffer: Eine These
von Frankiboy51 | #15

Manchmal wünscht man sich, daß diese Kommentarfunktion nicht erfunden worden wäre.
Jeder will seinen Rotz absondern.
Ich habe Tränen in meinen Augen, ob der Kinderopfer, egal aus welchem Grund.

11.08.2012
10:20
„Teufel Testosteron“
von Tritt_Brettfahrer | #14

„Pfeiffer erinnert an jenen Mann, der im Juni in Niedersachsen seine vier Kinder tötete, während seine Ex-Frau ihren Urlaub in der Türkei verbrachte.“
Östrogene sind auch nicht übel: Da war die Mutter in Brieskow-Finkenheerd, die neun ihrer Kinder in ihren Blumenkästen verscharrt hatte, die Mutter in Erfurt, die zwei Kinder im Kühlschrank aufbewahrte, die Mütter in Plauen und Plön, bei den die Polizei drei bzw. fünf Kinder gefunden hat, die Mutter, die einen Tag später in Nordhausen ihren Säugling der kalten Nacht überließ, die angeblich psychisch kranke Mutter, die acht Tage später in Kirchberg ihre zwei Jungen getötet hat, und der kleine Robin, der 2 Tage später starb, weil seine Mutter ihn verhungern ließ. Alles geschehen im Jahre 2007, dem wohl schwärzesten Jahr für unsere Kinder überhaupt. Geschrieben hat die Presse monatelang über U-Bahn-Schläger. Die Überschrift im Spiegel: „Teufel Testosteron“

10.08.2012
12:31
@ArchieLeach:
von IIDottore | #13

Ich stimme Ihnen völlig zu - dieses heuchlerische Warum-Schild weckt in mir auch nur Brechreiz und den Wunsch, es demjenigen, der es hingestellt hat, mit Anlauf .....................

Gebt diesem perversen Katastrophentouristen keine Plattform !!! Gebt ihm lieber einen Therapeuten !!!

10.08.2012
11:44
Eine Überschrift die Vorurteile schürt
von matir | #12

#8 kann nur zugestimmt werden!
Diese Überschrift ist in diesem Fall völlig fehl am Platz!
Was soll überhaupt der Bericht zu diesem Fall?

Es gibt nicht nur Täter, sondern auch Täterinnen:
Lt. Bundeskriminalamt: von 5 misshandelten Kindern sind über 2 der Täter weiblich!

10.08.2012
11:41
Zwangseinweisung?
von Groschmann | #11

Wer hier fordert das Menschen mit Psychosen zwangsweise eingewiesen werden müssen, in Deutschland gibt es ca. 2 Millionen davon. Und nicht jeder davon ist ein potentieller Mörder. Die allermeisten Mörder haben keine Psychosen. Soll man jetzt alle Männer zwischen 30 und 50 Jahren zwangsweise behandeln.
Oder im Straßenverkehr werden jedes Jahr 4000 Menschen getötet, davon 600 Kinder. Soll man jetzt das Tempo in ganz Deutschland, incl. Autobahnen auf 30 KmH senken.

10.08.2012
11:20
Klein denkendes Deutschland
von Highins | #10

Wenn ich hier lese, was manch ein Bürger dieses Landes von sich gibt, frage ich mich wie weit gedacht wird.
Erstens wer denkt oder spricht bisher von der Mutter, ich lese nur der arme Täter oder doch Opfer??? Weil er ja krank war und unter Medikamenten einfluss stand.
Die Mutter wird nur genannt, wenn gesagt wird Sie ist auf die Strasse gerannt und hat geschrien. Keiner spricht davon wie die Mutter sich jetzt fühlt oder Sie Ihr Kind auch zu Grabe tragen muss.
Nein, das ist nicht spektakulär genug!
Was ist mit den Polizisten und Feuerwehrleuten am Tatort, da wird gesagt das ist der Job. Aber der Feuerwehrmann der versucht das Kind zu retten...... oder der dem Täter noch helfen muss und ihn am Leben halten muss. Ja das ist der Job von dennen die da sind wo alle nicht hinwollen. Nachher sind alle die schlauen und sagen das wusste ich vorher und was kann man jetzt machen.

Wacht doch mal alle auf, Ihr wisst gar nicht was auf Deutschlands Strassen los ist und das hier war kein Einzelfall.

10.08.2012
10:34
Au weia
von Ex-Ruhrgebietler | #9

Na, von diesem "Experten" hatten wir ja auch schon lange nichts mehr gehört. In allen Berichten ist davon die Rede das der Täter psyschisch krank ist. Da kann man wohl kaum von zielgerichteter "Rache" ausgehen, sondern von irgendwelchen irrationalen Wahnvorstellung die ihn zu der Tat getrieben haben.

Und jetzt bitte noch ein Statement von "Auto-Experte" Dudenhöffer zu den bevorzugten Automarken von Gewaltverbrechern...

10.08.2012
09:04
Spielchen mit manipulierten Zahlen!
von Partisan | #8

Jedes getötete Kind ist eines zu viel, aber für mich noch lange kein Grund hiermit statistische und pseudowissenschaftliche Spielchen mitzuspielen.

"Das Bundeskriminalamt zählte in seiner Statistik für das Jahr 2011 45 getötete Kinder unter 14 Jahren."
Hier wurden zu offensichtlich die von Müttern begangenen ca. 150 Kindstötungen/Jahr herausgerechnet. Bis 2007 wurde hierüber noch Buch geführt, es dann unterlassen dies fortzusetzen. http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/kriminalstatistik-weniger-kindstoetungen-in-deutschland-1489739.html
Im Übrigen sei angemerkt, dass Prof. Pfeiffer die Motive tötender Mütter in der Rubrik "edel" eingeordnet hat.

Auch die Überschrift lässt zu wünschen übrig. Im Text ist von einer Depression des Täters die Rede, nicht eine Silbe von Rache. Rache an der Ex (die sich auch nicht gerade mit Ruhm bekleckerte) war es wohl in mindestens einem anderen Fall.

10.08.2012
08:58
unfassbar
von B.Schmitz | #7

Das schlimme ist, da er mit Medikamenten voll gestopft war und depressiv ist, kommt er noch nicht einmal dafür lebenslang ins Gefängnis. Allerdings verstehe ich die Frauen auch nicht, die bei so einem sind und bleiben und erst recht nicht, wenn Kinder da sind.
Aber unsere Justiz schließt ja vor schlimmen Fällen die Augen und ist zu feige knallhart durchzugreifen. Man befasst sich lieber mit Knöllchen die nicht bezahlt werden und verteilt lieber Knöllchen bei Falschparkern. Aber beiKleinigkeiten wird hart durchgegriffen und bei schweren Vergehen wird man milde bestraft. Armes Deutschland.

10.08.2012
08:54
Männer
von TorstenOberhausen | #6

Eine schlimme Sache.
Aber die Überschrift finde ich ein bisschen pauschal und Männer verachtend.

Wer hilft solchen Männern ?

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