Lehrer fordern eigene Büros in Ganztagsschule
10.02.2009 | 09:45 Uhr 2009-02-10T09:45:00+0100
Düsseldorf. Die Lehrer in NRW fordern eigene Büros in Ganztagsschulen. Die nötigen Gelder sollen aus dem Konjunkturpaket stammen. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) unterstützt die Forderung.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte den Ländern eine große Bandbreite zur Nutzung der Mittel aus dem Konjunkturpaket eingeräumt. Insgesamt fließen aus dem Bund-Länder-Programm 1,3 Milliarden Euro in Bildungsmaßnahmen in Nordrhein-Westfalen.
Der NRW-Vorsitzende der Lehrergewerkschaft VBE, Udo Beckmann, drängt darauf, dass Lehrer „Arbeitsplätze haben, die sie ungestört nutzen können”. Dies sei in anderen Ländern mit Ganztagsschulen „eine Selbstverständlichkeit”, sagte Beckmann unserer Zeitung.
Räume für kleine Teams
Neben getrennten Lehrerbüros fordert Beckmann Räume, in denen sich kleine Teams zur Planung von Projekten zurückziehen können. „In einem klassischen Lehrerzimmer ist es nahezu unmöglich, Vorbereitungsarbeiten zu erledigen, weil dort ständiges Kommen und Gehen herrscht”, klagt Beckmann. „Es kann nicht ausreichen, Halbtagsschulen einfach zu Ganztagsschulen zu erklären, ohne die Räumlichkeiten zu schaffen.” Wenn sich Schüler und Lehrer von 7.30 Uhr bis mindestens 16 Uhr in der Schule aufhalten sollen, reichen Klassenräume und Lehrerzimmer aus Sicht Beckmanns nicht aus. Das Konjunkturpaket biete somit die Chance, Schulen zu verändern.
„Sinnvolle Investition”
Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sommer hält die Einrichtung von Lehrerarbeitszimmern für eine sinnvolle Investition. Lehrer brauchten einen Bereich, in dem sie konzentriert arbeiten und in Ruhe Gespräche führen könnten. „Wenn sie dafür ein eigenes Zimmer oder einen abgetrennten Bereich nutzen können, verbessert das ihre Möglichkeiten, den Unterricht vor- und nachzubereiten”, sagte Sommer unserer Zeitung.
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17:15
Liebe Frau Henseler,
nach etwa einem Drittel der Lektüre Ihres Textes konnte ich einfach nur noch zustimmen.
Ich arbeite am Gymnasium und kann mich kaum beklagen, außer dass mir etwa 50-60 Stunden Arbeit die Woche mehr als ausreichen.
Leider kommen dann Kommentare von Leuten wie Zuschauer die an Uninformiertheit nicht zu übertreffen sind und die glauben, dass 60 Stunden Nasebohren gleichzusetzen sei mit 50 Stunden Unterricht durchführen, vor- und nachbereiten.
Leute wie Zuschauer bringen mich normalerweise dazu, gar nicht mehr auf dergleichen unintelligente und ignorante Einlassungen zu reagieren. Diese Menschen sollen weiter 60 Stunden die Woche nasebohren und sich dabei unterbezahlt fühlen.
Wenn Sie nicht geschrieben hätten wie es wirklich ist, wäre ich gar nicht dazugekommen, mich über Zuschauer so genüsslich aufzuregen. Sonst ignoriere ich Menschen, die alles wissen und nichts bewirken. Vielen Dank. :)
00:12
Ich würde ja gern den Schreibtisch in meiner Klasse als Arbeitsplatz nutzen, denn im Unterschied zu vielen meiner Kollegen ist meiner unzerstört und droht nicht einzustürzen, nur leider kann ich da keine sensiblen Unterlagen liegen lassen, weil es keine Möglichkeit gibt, diese zu verschließen. Ich kann auch leider nicht nach Unterrichtsschluss dort arbeiten, weil der Raum von anderen Lerngruppen genutzt wird. Ich kann auch nicht abends dort arbeiten, weil die Heizung nach 16 Uhr (Ganztagsschule: Unterricht bis 16 Uhr) abgestellt wird. Besprechungen mit Eltern kann ich dort auch nicht führen, weil eben andere Lerngruppen sich dort aufhalten. Ich kann aber auch deshalb dort nicht arbeiten, weil ich keinen PC aufstellen kann oder gar einen Drucker. Die würden die Schüler sehr schnell zerstören, wie sie das mit anderen Büroutensilien machen, die ich ständig von meinem eigenen Geld kaufe. Wenn ich dort Akten mit Schülerdaten (wie Vorstrafen, Familienverhältnisse, Hartz IV-Bescheinigungen, Atteste mit Diagnosen uvm) offen liegen ließe, würden sich die Eltern zurecht beschweren.
Ein Arbeitszimmer wäre das Größte, gerne auch mit Stechuhr und voller Präsenzpflicht auch während der Ferien. Es muss ja kein Einzelbüro sein. Ich würde mir sogar gern ein Büro teilen. Bei einer 41 Stundenwoche komme ich abzüglich 30 Tage Urlaub auf 1886 Stunden pro Jahr, die ich arbeiten muss. Bei 28 Stunden wöchentlicher Unterrichtsverpflichtung bin ich ja schon 840 Zeitstunden jährlich gar nicht im Büro. Aber was mache ich während meiner Korrekturen? Da brauche ich schon ein bisschen Ruhe. Ich habe 3 Korrekturfächer: 3 x 6 Klassenarbeiten bei durchnittlich 25 Schülern = 450 Arbeiten pro Jahr. Ich beeile mich auch mit dem Lesen und Korrigieren und lese die Arbeiten nicht unnötigerweise zwei- oder dreimal, denn sonst komme ich nicht mit einer Stunde Korrektur pro Arbeit hin und die Schüler müssten dann warten. Von 1886 Stunden bleiben also noch 1046, die ich in meinem Büro verbringe. Wenn ich die Korrekturzeiten abziehe, verbleiben noch 596 Stunden, die ich für Vorbereitungen, Elterngespräche, Konzeption und Bepunktungen für Arbeiten, Förderplänen, Laufbahnberichte- und empfehlungen, Dokumentationen, Konferenzen (woanders nennt man das Meetings) und Aufsichten habe. Verteilt auf 40 Schulwochen bleiben für diese Aufgaben dann noch 14,9 Stunden pro Woche. Das macht täglich 2,98 Stunden.... WOW!!! Na gut, man muss sich eben Herausforderungen stellen.
Wir haben aus zwei Gründen keine Büros in den Schulen:
1. Können die Länder die Kosten für die Bereitstellung gar nicht aufbringen. Wozu auch, wenn die Lehrer so doof sind, das selber zu bezahlen?
2. Würde dann offenbar werden, dass wir viel mehr arbeiten und man müsste man uns entweder massig Überstunden bezahlen oder die Unterrichtsverpflichtung senken. Beides mag unser Arbeitgeber aber nicht bezahlen.
Aber es wäre für alle transparent und diese ewigen Neiddebatten würden vielleicht mal versiegen.... oder muss ich mich auch noch per Kamera überwachen lassen, dass ich auch wirklich arbeite?
ABER!!!! Ich nähme dann kein einziges Zettelchen mehr mit nach Hause. Ich bleibe schön in der Schule bei meiner Stechuhr. Keine einzige Mutter darf mich mehr abends oder am Wochenende zu Hause anrufen. Ich führe Gespräche ausschließlich zu meinen ausgewiesenen Sprechstunden. Dann müssten die Eltern eben warten bis sie einen Termin bekommen. Ich richte mich mit meinen Elterngesprächen nicht mehr nach deren zeitlichen Möglichkeiten. Ich will Büromaterialien bezahlt und geliefert bekommen, aber bin durchaus bereit meinen eigenen PC zu benutzen. Ich bin ja nicht so!
Soll ich das Telefon auch selbst bezahlen? Ok, das mache ich vielleicht auch noch, aber darf ich dann bitte auch hin und wieder mal ein kurzes privates Gespräch führen? Ich verspreche auch, ich halte es kurz und ziehe auch die Stechkarte für diese Zeiten. Das mache ich gern auch, wenn ich mal auf die Toilette muss oder mir einen Kaffee hole. Mit den Erkranken halte ich es wie bisher. Ich werde in meinem Urlaub krank und lasse mir den dann auch nicht erstatten. Genauso werde ich das mit Arztbesuchen halten. Das habe ich eh schon aus diesen rosigen Zeiten mit wenig Präsenzpflicht = wenig Arbeit verinnerlicht.
Gut, ich kann dann nicht mehr mal Nachmittags zum Friseur gehen, aber ich sitze auch nicht mehr an Sonntagen über Korrekturen.
Wenn hier manche schreiben, dass sie auch Arbeit mit nach Hause nähmen, dann mag das stimmen, aber sie befinden sich auch in einem ganz anderen Gehaltsbereich als ich. Sie werden an Gewinnen beteiligt und kriegen ihre Bonifikationen, die je nach Erfolg durchaus mal üppig sein können, aber natürlich auch mal ausfallen oder knapp bemessen sein können.
Ach ja, ich habe ja vergessen, dass meine akademische Ausbildung minderwertig ist. Sorry, das tut mir sehr leid. Wie kann ich mich da mit Akademikern vergleichen, die Bonifikationen bekommen? Ich müsste mich mit denen vergleichen, die ihren Job mit einem 6-wöchigen Lehrgang ausüben können. Kein Problem, viel mehr verdiene ich auch nicht.
Ich bin immer ganz neidisch auf meine Nachbarin, die als Sekretärin ordentlich mehr verdient als ich. Sie trifft zwar keine Entscheidungen, arbeitet nicht selbständig, trägt keine Verantwortung, führt nur aus, was man ihr aufträgt, hat auch kein Studium (ok, meins ist eh minderwertig), aber ihre Arbeit ist wahrscheinlich auch mehr wert als meine.
Ich spreche hier übrigens nicht von Lehrern an Gymnasien. Die beschweren sich meines Wissens nach auch gar nicht. Ich spreche von dem Lehrerfußvolk, zu dem ich gehöre. Angestellte Lehrerin an einer Hauptschule.
21:11
mehr zum Thema Ganztagsschule unter:
http://ganztagsschulen.wordpress.com/
21:09
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16:18
# kolli
Die Idee ist gut, aber nicht neu.
Leider ist sie wahrscheinlich auf Grund der räumlichen Gegebenheiten in den meisten Schulen nur schwer zu realisieren. Es gibt an den meisten Schulen nicht genug Räume, um den Lehrern ein eigenes Klassenzimmer zu ermöglichen. Man benötigt nämlich neben den Lehrerräumen noch Fachräume ( Physik, Biologie, Chemie, Sport, Kunst, Musik, ... und diese Räume gleich mehrfach , versteht sich! ) .
So gut dieser Vorschlag ist, so wenig ist er in den bestehenden Gebäuden zu realisieren!
Ob die Ausstattung der Räume tatsächlich angemessen ist, wage ich zu bezweifeln. Es gibt doch kaum Schulen, die hinreichend mit PCs, Beamer, OHP, Whiteboard..... ausgestattet sind, oder etwa doch ?
Aber, der Ansatz ist gut....
runningvalentino
14:29
Warum so kompliziert. Die Lehrer haben ihre eigenen Klassenräume mit Schreibtisch und allem was sonst so benötigt wird und die Schüler wandern. So wird es im Ausland gemacht und es funktioniert gut.
Zudem Schüler, die in den 5min Pausen den Raum wechseln müssen, weniger Zeit haben um sich zu prügeln oder sonstigen Blödsinn anzustellen.
14:21
# 36 marke smith
Es ist erstaunlich, welche Stereotype und Vorurteile sich hartnäckig unter Zeitgenossen halten - und nicht auszumerzen sind - die sich für gebildet halten. Nun sollte man per se bornierten Menschen nicht widersprechen, da Widerspruch schon eine Art der Aufmerksamkeit ist.
Trotzdem möchte ich kurz von diesem Prinzip abweichen , und Sie werter marke smith fragen, wieso Sie es sich anmaßen, Studiengänge zu diskreditieren? Die Tatsache, dass Ihnen vielleicht jemand aus einem bestimmten Studiengang begegnet ist , der Ihnen SCHEINBAR unterlegen war , legt doch keinesfalls den Schluss auf die Gesamtheit aller Studiosis dieser Fachrichtung nahe.
Manche Dinge aus Ihrer Schul-/ Studienzeit sollten Sie vielleicht doch noch einmal einer kritischen Prüfungen unterziehen- oder besser : noch einmal jemanden fragen , der sich damit auskennt .
Kurzfristig haben sich mich auch gedauert Mr. markesmith :-(
Ein amüsierter runningvalentino
13:34
@33/35
Schonmal über die Qualität des Studiums nachgedacht? Die Ausbildung zum Lehrer ist ein Schmalspurstudium. Die 2 Staatsexamen sind ein Witz im Gegensatz zu dem was Studenten in den MINT o. ä Fächern abreißen, die das Kernfach studieren. Gleichfalls ist die Qulaifikation unter den Lehramtsstudenten eher mäßig, ich sehe es jeden Tag. In Vorlseungen oder Übungen gehören die Lehrämtler häufig oft zu den durch- bis unterdurchschnittlichen Studenten. Da gibt es wohl einen Großteil von Akademikern, die eine höhere Ausbilung genießen.
12:31
#33 runningvalention:
Bingo! Treffer. Voll auf den Punkt gebracht. Und ICH bin KEIN Lehrer. Aber ich weiß dennoch sehr wohl um die derzeit miesen Umstände für die Lehrer. Die Mutter meiner Tochter ist nämlich Lehrerin an einer Realschule...
Richtig. Viele wissen echt nicht, dass Lehrer erst mal ein Abi haben müssen und dann zwei Staatsexamen ablegen müssen. Ich habe es letzte Woche selbst erlebt. Da meinten doch auf dem Tag der offenen Tür tatsächlich solche Maulheldeneltern, dass ihr Kind zwar auf die RS nun gehen würde aber dann ganz schnell auf das Gym wechseln werde, weil das Kind Lehrerin am Gym werden möchte. Und wenn ein Kind nur den Schulabschluss an der RS machen würde, könne es eben dann nur Lehrerin an der RS werden.... *GRÖL* (Solche Typen scheinen hier massigst ihre Kommentare abzugeben...)
Ergänzend muss vielleicht zu diesen anderen Kommentaren gebracht werden, dass die Lehrer, die später kommen und früher gehen und zudem noch Freistunden zwischendurch haben in der Regel Teilzeitlehrer sind und somit auch nur ein Teilzeitgehalt erhalten.
11:26
#33
Eine treffende Darstellung. Besser gehts nimmer. Alle Neider sollten sich doch mal direkt vor Ort erkundigen und schlau machen lassen, statt hier ihren Frust und Unwissen abzulassen.