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Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört

21.02.2012 | 19:08 Uhr
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört

Ruhrgebiet.   Der Landesbetrieb Straßen NRW lässt derzeit an den Schnellstraßen radikal Büsche und Bäume entfernen. Vielerorts bleibt vom Straßengrün nicht viel mehr als kahle Stämme. Es geht um die Sicherheit. Anwohnern und Verbänden geht die Aktion aber zu weit

Neue An- und Aussichten von der Autobahn: Auf etlichen Kilometern entlang der Schnellstraßen lässt der Landesbetrieb Straßen NRW derweil Axt und Motorsäge zum Einsatz kommen und die Grünstreifen durchforsten. Vielerorts bleibt vom Straßenbegleitgrün nicht viel mehr als ein paar kahle Stämme übrig, durch die der Blick weit ins Hinterland geht.

Video
An der A40-Ausfahrt Mülheim-Heißen "entbaumt" der Landesbetrieb Straßen NRW die Fahrbahnränder. Eine notwendige Maßnahme sagt Sprecher Hans-Jürgen Busche von der Autobahnmeisterei Duisburg.

„Auf den Stock setzen“ nennt Bernd Löchter von der Straßen NRW-Zentrale in Gelsenkirchen die Radikalkur: „Die Bäume werden bis auf eine Höhe von zehn bis zwanzig Zentimetern zurückgeschnitten.“ Krankes Holz, das die Verkehrssicherheit gefährdet, werde gleich ganz entfernt. Sträucher und Büsche werden ausgelichtet. Verkehrsbehinderungen und Staugefahr eingeschlossen.

Anwohner fürchten höhere Lärmbelastung

„Der Zeitpunkt für die Arbeiten ist jetzt optimal“, sagt Löchter: Anders als in den letzten beiden Jahren braucht Straßen NRW derzeit „so gut wie keinen Winterdienst“ zu schieben; die Mitarbeiter haben also Zeit für die Grünpflege. Außerdem müssen das Fällen und der Rückschnitt bis zum 1. März beendet sein. Ab dann verbietet das Landschaftsschutzgesetz mit Rücksicht auf allerlei Getier solche Eingriffe.

Weil die Zeit drängt, bleiben Äste und Stämme an den Böschungen und Grünstreifen vorerst liegen. Gehäckselt werden darf auch nach dem ersten März noch.

BUND protestiert

Während sich mancher Autofahrer über den Anblick, der an vielen Stellen einem Kyrill-Kahlschlag gleicht, nur wundert, fürchten Anwohner in Autobahnnähe um den Lärmschutz, der vom Grüngürtel ausging. Solchen Befürchtungen widerspricht Bernd Löchter und verweist auf Experten: Die hätten festgestellt, das erst ein dicht bewachsener Grünstreifen „von zweihundert Meter Breite etwas beim Lärmschutz bringt“.

Als erste Straßenbauverwaltung Deutschlands hat der NRW-Landesbetrieb Stellen geschaffen für 30 so genannte Baumkontrolleure, die nach einer Spezialausbildung jetzt täglich unterwegs sind, um die 600.000 Bäume entlang der nordrhein-westfälischen Straßen nach Auffälligkeiten zu untersuchen. Unter anderem gilt es, darauf zu achten, dass keine Schilder von Geäst verdeckt werden und der freie Blick auf Kreuzungen gesichert bleibt. 

Wenig begeistert sind dagegen die Umweltschützer von der laufenden Abholzaktion . Der BUND hat bereits protestiert, und Jürgen Hinke vom Nabu in Duisburg fasst zusammen: „Klar muss die Sicherheit auf den Straßen gewährleistet sein. Aber ich hab’s mir angeguckt und glaube, dass auch Bäume weichen mussten, die keinerlei Gefahr dargestellt haben.“

Tobias Blasius

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Kommentare
22.02.2012
11:09
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört
von DerKeks | #26

Ich Deutschland kann auch absolut garnichts passieren ohne dass sich eine Protestgruppe dagegen findet. Die machen Ihre Arbeit und holen nach was in den vergangenen zwei Jahren nicht geschafft werden konnte weil Schnee und Eis einfach eine höhere Priorität hatten. Jetzt wird der Grünbestand endlich wieder auf Vodermann gebracht da werden Verschwörungstheorien ausgetüftelt, dass man ein Biomassekraftwerk günstig beliefern will oder der Masterplan verfolgt wird ganz Deutschland mit klinisch sauberen Autobahnen zu überziehen. Gehts noch?!

22.02.2012
07:58
Abholzen für die kommunale Kasse!
von Finnjet | #25

Es gibt seit einiger Zeit ein Biomasse-Kraftwerk in öffentlicher Hand, was natürlich möglichst preiswerten Brennstoff benötigt. Man kann sich seinen Teil denken, dass der Kahlschnitt dazu dient, die klamme Kasse aufzubessern. In der NRZ wird noch geschrieben, dass nach dem Kahlschlag die Wagen der Autobahnmeisterei geschützt hinter den Leitplanken stehen können. Prima abgelenkt von der Option, demnächst haufenweise Radarwagen dort aufstellen zu können. Die Begründungen für ein einnahmeträchtig möglichst niedrig angesetztes Tempolimit wird von der Landesregierung schon geliefert werden. Auf den Autobahnen ist es ja auch soooo viel gefährlicher als in der Stadt.....

22.02.2012
07:47
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört
von kowalhski | #24

Soweit kommts noch, dass diese Oberlehrer mitreden dürfen.

1 Antwort
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört
von Pit01 | #24-1

Oh, Demokratie schon bei uns abgeschafft?

22.02.2012
02:34
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört
von buerger90 | #23

Er ist halt ein vielbeschäftigter Mann, der zuwenig Unterstützung erhält.
Sicher wird auch noch der fehlende Teil vom "Am Hombruchsfeld" zwischen der Lütgenholthauser Straße und der Zillestraße noch in 2012 saniert.
Auch da fehlen die Bäume seit über 40 Jahren.
Wenn dann noch diese Straßen, wie die Schneiderstraße schon vor vielen Jahren, die Geschwindigkeitbechränkung auf 30 Km/h bekommen, würden sich die Bürger, die dort wohnen, sicher freuen.
Denn das war ja das Versprechen von Herrn Semmler auf dem Neujahrsemfpang der CDU in Hombruch.

22.02.2012
02:25
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört
von buerger90 | #22

Wenn dabei 3 Spuren für PKWs und Überholverbot für LKWs herausspringen, nichts dagegen.
Die Staus müssen weg.
Die Ersatzpflanzungen können gerne an den Durchgangsstraßen der Vororte vorgenommen werden.
Dortmund-Hombruch ist so ein Beispiel.
In den 60ern war es, so glaube ich, da sind die Ulmen an der Löttringhauser Straße und am Hombruchsfeld der Krankheit zu Opfer gefallen.
Dort haben wir jetzt Asphaltpisten, die sind im Sommer unerträglich aufheizen und dem Strassenlärm freie Bahn bieten.
Wenn Herr Semmler, unser Bezirksbügermeister, der die Sanierung der Löttringhauser Straße ganz oben auf seiner Prioritätenliste auch bei dieser Gelegenheit an solche Details denken würde, wäre ich ihm sehr dankbar.
Dies gilt speziell für den Bereich vom Froschloch bis zur Einmündung der Grotenbachstraße.
Die Grotenbachstraße hätte die gleiche Sanierung verdient.
Und die Bäume am Hombruchsfeld hat er bei der Sanierung in 2011 sicher nur vergessen.

22.02.2012
01:43
wo kann ich das holz abgreifen?
von trickflyer | #21

die kettensäge ist schon geladen.

21.02.2012
23:30
Landesbetrieb entbaumt Autobahnen - Umweltschützer empört
von ich_bin_es | #20

welch Drama auf jemanden zu kommt, wenn er in seinem eigenen Garten einen alten Baum fällt und dem bösen Nachbarn das nich passt

21.02.2012
23:11
Hauptsache ...
von frankmal | #19

man plant und baut eine protzige ´Parkautobahn´ (wie´s anderswo aussieht, danach kräht doch kein Hahn mehr) Hauptsache so ein paar Kommunal-Heinis haben was zum Vorzeigen.

21.02.2012
22:44
Gute Nacht Geschichten
von tw74 | #18

#11 metropol:
Ihre Anmerkungen zur Faun der Freiflächen in allen Ehren, auch ich freue mich immer wieder zu sehen, das sich Tiere und Pflanzen selbst auf dem Mittelstreifen einen Lebensraum schaffen, nur leider soll nicht sein was nicht sein darf, denn schnelle, schnelle kommt Strassen NRW mit der Schere oder besser gesagt mit dem grossen Rasenmäher und weg ist das Biotop. Eine deutsche Strasse hat sauber zu sein und gefälligst auch der Randstreifen. Über den angesprochenen Müll schauen wir mal gnädig hinweg....

#13: Der Förster W. aus Essen ist ja wenigstens so nett und baut noch eine schöne erklärende Tafel auf.... Das Ergebnis ist das gleiche.

21.02.2012
22:43
"verweist auf Experten: Die hätten festgestellt, das erst ein dicht bewachsener Grünstreifen „von zweihundert Meter Breite etwas beim Lärmschutz bringt“.
von Bronkhorst | #17

Ja nee, is klar. Vor 2 Jahren wurden direkt vor meiner Haustür mehrere Bäume und Büsche abgeholzt, die eine Breite von höchstens zwei Metern gehabt haben. Seitdem ist es deutlich lauter geworden.

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