Ruhrgütebericht
Lachse vermehren sich wieder in der Ruhr
09.09.2010 | 17:17 Uhr 2010-09-09T17:17:00+0200Essen.Der Lachsbestand in der Ruhr bei Mülheim nimmt zu. Ein deutlicher Indikator dafür, dass sich der Fluss von den Verschmutzungen der Vergangenheit erholt hat und wieder sauberer ist. Neue Fischwege sollen nun weitere Fischarten anlocken.
Der Lachs wird in der Ruhr offenbar wieder heimisch. Bereits das dritte Jahr infolge haben sich die Fische in dem früher von der Industrie stark verschmutzten Fluss bei Mülheim vermehrt, wie der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbands, Harro Bode, am Donnerstag bei der Vorstellung des 37. Ruhrgüteberichts in Essen sagte. Dies beweise, dass die Ruhr inzwischen wieder so sauber sei, dass sie selbst den hohen Ansprüchen des Lachses genüge.
Die Zahl der Gewässerverunreinigungen ist zurückgegangen
Damit sich künftig weitere Fischarten in der Ruhr ansiedeln, plant der Ruhrverband neue Fischwege in Duisburg und an den Stauanlagen Essen-Kettwig und Baldeneysee. Mit dem Bau solle frühestens 2013 begonnen werden. Auch an anderen Stellen würden Fischaufstiegsanlagen bereits errichtet oder seien geplant.
Dass die Ruhr heute so viel sauberer ist als früher, liegt den Angaben zufolge nicht zuletzt daran, dass die Zahl der Gewässerverunreinigungen durch Un- oder Störfälle in Betrieben entlang der Ruhr seit den 80er Jahren um 30 Prozent zurückgegangen ist. Immer mehr Verursacher von Verunreinigungen konnten zudem dingfest gemacht werden, wie Bode sagte.
Die Belastung der Ruhr durch die Industriechemikalie PFT ging zurück
Auch die Belastung der Ruhr durch die als krebserregend geltende Industriechemikalie PFT (Perfluorierte Tenside) ging im vergangenen Jahr erneut zurück. Für die beiden perfluorierten Tenside PFOA und PFOS sei bei Essen im vergangenen Jahr insgesamt ein Wert von 0,044 Mikrogramm pro Liter ermittelt worden. Dieser Wert liege deutlich unter dem Zielwert für Trinkwasser von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Die Belastung war 2007 nach dem Giftskandal um die Dortmunder Entsorgungsfirma Envio in die Höhe geschossen. (dapd)
13:22
Tja, die Wasserqualität scheint aber noch nicht so gut zu sein, daß die Essener Bürokraten das Baden im Baldeneysee erlauben ...Sauber genug für Lachse - aber nicht für die Bevölkerung...????? Liebe Beamten, destilliertes Wasser wird niemals die Ruhr runterfließen !!!
08:35
Neue Fischwege in Kettwig und am Baldeneysee frühestens 2013...lächerlich!
Es gab mal ein Konzept namens Lachs 2000, die Fischtreppen sind schon seit Jahrzehnten in Planung, nichts wird umgesetzt. Hier wird mit Halbwahrheiten und Teilinformationen Lobbypolitik der Energieversorger und des Ruhrverbands betrieben. Jedes Jahr die selben Selbstbeweihräucherungen, nicht eine kritische Hinterfragung seitens der WAZ....
08:33
Dann kann man den Lachsen nur alles Gute wünschen und hoffen, dass sie nicht ihr Ende durch einen Angler finden.
08:24
... ausserdem sind solche Aufstiegshilfen auch ein Freund anderer Neozoen wie der Wollhandkrabbe, die wir z.Zt. noch nicht an der Ruhr, wohl aber schon in Rhein, Lippe und Co haben.
Was wieder einmal fehlt sich nachhaltige Gewässerkonzepte, neben einem Kraftwerksauslass wird eine popelige Fischtreppe sowieso keinen Lachs interessieren.
00:06
Ruhrwasserqualität hin oder her, mag ja sein, dass sie besser geworden ist. Wenn aber erst ab 2013 überhaupt Fischtreppen an den Staustufen der Ruhr gebaut werden sollen, dann ist doch diese Lachsvermehrung reine Augenwischerei. Denn Lachse kommen nach einigen Jahren im Meer dorthin zurück, wo sie sie einstmals aus dem Laich geschlüpft waren - oder eben, wo sie ausgesetzt wurden - um dort wiederum zu laichen (=sich zu vermehren). Wenn also wieder mehr Lachse in der Ruhr gesehen werden, dann sind das entweder junge, frisch ausgesetzte oder alte, die laichen wollen. Ob sie dafür an der unteren Ruhr geeignete Plätze finden???
23:12
Sind die Lachse nun ausgesetzt worden, oder haben sie sich tatsächlich vermehrt?