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Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr

16.01.2009 | 06:45 Uhr
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr

Mülheim. Die Mülheimer Feuerwehr ist in Not: Sie braucht dringend Nachwuchs. Doch fast alle der 700 Bewerber scheiterten an der Sportprüfung. Das Fazit: Die Jugend ist nicht fit genug. "Beim Schwimmen wurden sie von 70-Jährigen überholt", klagen die Prüfer.

Die Feuerwehr schlägt Alarm. Nicht Flammen bereiten ihr dabei Sorgen, sondern die fehlende Fitness junger Leute. Es werde immer schwieriger, klagt der Mülheimer Feuerwehrchef, Burkhard Klein, geeigneten Nachwuchs zu finden. „Die sportliche Qualität, die wir brauchen, ist bei den meisten einfach nicht da.” So hat die Feuerwehr in Mülheim arge Probleme, die 16 Ausbildungsstellen zu besetzen, im vergangenen Jahr blieben zwei Stellen gar frei – trotz über 700 Bewerbungen.

Dabei orientiert sich die Feuerwehr keineswegs an deutschen Meistern. „Wir legen die Anforderungen zum Sportabzeichen und zum DLRG Rettungsschwimmer zugrunde.” Doch viele Kandidaten, die nicht älter als 28 Jahre sein dürfen, scheitern. Beim 3000 Meter-Lauf gibt ein großer Teil auf oder muss, wie Klein sagt, dreimal zwischendurch anhalten. „Wenn ich sehe, dass jemand mit nagelneuen Turnschuhen zum Test kommt, bin ich skeptisch und frage mich: Wann hat der das letzte Mal Sport getrieben?”

Nicht besser sieht es beim Schwimmen aus: „Es kann nicht angehen, dass bei der 200 Meter Strecke unsere Bewerber von 70-Jährigen überholt werden”, betonen die Prüfer. Beim Tauchen sollten 25 Meter erreicht werden. „Wie Korken” tauchten jedoch manche Kandidaten schon nach fünf Metern wieder auf.

Bedarf steigt

„Angst und Sorge” befällt die Prüfer, wenn sie sehen, wie schnell junge Leute beim Leitersteigen schlapp machen und mit welchen Schwierigkeiten sie kämpfen, um eine 90 Kilogramm schwere Puppe zu bergen. Ein entscheidender Test für den Ernstfall.

Damit nicht genug: Auch die Feuerwehr macht die Erfahrung, dass die Ergebnisse bei den schriftlichen und theoretischen Auswahlverfahren sehr schlecht sind. „Wir wollen keinen Simmel, aber die Leute müssen schreiben können und die Grundrechenarten beherrschen.” Und wenn dann doch die Hürden in Sport, Deutsch und Mathe übersprungen sind, bleiben immer noch einige beim Amtsarzt hängen.

Dabei steigt der Bedarf der Feuerwehr. Eine neue EU-Richtlinie muss erfüllt werden. Danach gilt: Feuerwehrleute dürfen nur noch 48 statt bisher 54 Stunden wöchentlich arbeiten. Das bedeutet etwa für Mülheim bis 2010 zusätzlichen Bedarf von 23 Stellen.

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Andreas Heinrich

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Kommentare
16.01.2009
15:52
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von AliMomente | #26

Also wenn die jugendlichen dann die Ausbildung beendet haben werden sie wohl fit genug sein.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und Kinder deren Eltern wert auf Fitness und Bildung gelegt haben gehen wohl kaum zur Feuerwehr.

Also gebt den Anwärtern eine Chance denn der Wille ist wenigstens da, was man nicht bei jedem Jugendlichen behaupten kann.

16.01.2009
14:53
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von Heinrich Walser | #25

...Wir legen die Anforderungen zum Sportabzeichen und zum DLRG Rettungsschwimmer zugrunde.” Doch viele Kandidaten, die nicht älter als 28 Jahre sein dürfen, scheitern... -
Wir mussten vor 25 Jahren nur 2000 Meter laufen, Leiter hoch und runter, Jugendschwimmer und eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Wir waren dennoch keine schlechte Feuerwehr. Ach ja - soziale Kompetenz war wichtig - musste aus der Jugendgruppe, dem Sportverein, den Pfadfindern etc. mitgebracht werden.

16.01.2009
14:34
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von irgendjemandvonirgendwo | #24

Man muß aber auch sagen, daß sich die Aufnahmeanforderungen ernorm gesteigert haben und Feuerwehren mehr und mehr Ausschlußkriterien festgelegt haben. Da werden z.T. Leute mit Tattoo oder gar Brille ausgesondert.
Was die sportlichen anforderungen angeht, sind diese bei den Tests auch massiv gestiegen.
Die Angesprochenen Leistungsnachweise (Sportabzeichen und Co.) müssen für die angehenden Beamten erst zur Laufbahnprüfung vorliegen und nicht zum beginn der Ausbildung, da reicht eine Grundfitness für die Atemschutztauglichkeit. Ab da an hat man, zumindest in NRW, 18 Monate Zeit das Sportabzeichen zu machen. Einen normalfiten Mensch sollten man in der Zeit dazu bringen können, das zu schaffen, Sport ist ja Teil der Ausbildung.
So sind es Feuerwehren in der jetztigen Situation elber Schuld, wenn die nur Leute suchen, die die Anforderungen bereits erfüllen und die, die nur das potential dazu haben, aber eben noch nicht ausgreift sind vernachlässigen.

Dazu kommt noch die Frage, welche Persönlichkeit und welche Kompetenzen da erwartet werden. Es gibt immer noch Feuerwehren die ungern Freiwillige Feuerwehrleute einstellen, obwohl die grade hochmotiviert sind und die Tätigkeit schon kennen.

Da stecken zu viele Fehler im System. Das nur auf die unfittnes der Jugendlichen zu schieben ist zu einfach.

Übrigesn kann man auch gern PC Spiele und Konsolen spielen und trotzdem ein ausgeprägtes sportlich soziales leben führen.

16.01.2009
10:28
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von RoteSocke | #23

Der Job ist halt nichts für Weicheier. Ich hab mir mal die Infoveranstaltung der Düsseldorfer Feuerwehr angesehen. Was die Jungs leisten müssen, um überhaupt eingestellt zu werden ist der Hammer.

16.01.2009
10:07
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von ich01 | #22

jaja genau...immer schön auf der nächsten generation rumhacken. und dabei auch bitte möglichst alle vorurteile raus hauen...(hartz IV - imigrantenkinder - playstationgeneration)
nach dem motto: früher war eben doch alles besser - (sogar die zukunft).....typisch deutsch!
wie wärs denn mal mit anpacken statt rummotzen?

16.01.2009
09:47
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von Vanagas | #21

Generation Triple D -
Dick,dumm und Diabetes !

16.01.2009
09:43
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von Dat Wölfchen | #20

...und durchgefallen ist diese Gesellschaft.....

16.01.2009
09:32
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von Dat Wölfchen | #19

Früher hatten wir keine PC´s, Playstations....
Da war man halt mehr auf der Wiese und im Park.
Früher wurden aber auch keine Lichtbilder von spielenden Kindern angefertigt, um sie als Ruhestörer zu entlarven, um danach gegen sie vorzugehen.
Früher hatten wir in der Schule des öfteren eine Sportveranstalltung, mit der man sich mit seinen Mitschülern messen durfte.
Diese Gesellschaft macht es sich da ein wenig einfach und schiebt IHRE VERANTWORTUNG nun auf die Kinder ab.

Steckt mehr Interesse in Kinder und fördert sie und Ihr werdet sehen, das wieder etwas zurückkommt....aber da ist in dieser Abzockergesellschaft kein Geld mehr da, weil es hier zu viele gibt, die es schich in die Taschen stopfen und danach das Land schnell wieder verlassen. Und wenn unsere Politik sich von Abzockern kaufen und erpressen lässt, sollte man sich über gar nichts mehr wundern..........................
Hier darf man nur zahlen, den Mund halten, konsumieren (ohne Geld aber auch nicht mehr drin) und am besten den Schwachsinn alle 4 Jahre wählen - MIT MIR NICHT MEHR !

16.01.2009
07:45
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von Hobi72 | #18

Ich kannleider nicht bverstehen wieso gier auf den Jugendlichen rumgehackt wird. Jugendliche sind das Produkt der elternlichen Erziehung. Viele Eltern sind überfordert und haben schlichtweg keinen Bock sich mit den eigenen Kindern zu beschäftigen geschweige denn Ihnen Werte zu vermitteln. Kinder zu haben ist anstrengend und bedeutet viel Arbeit und lässt es einfach nicht zu den ganzen Tag vor beknackten Talkshows zu hocken und die Kinder vor die Playstation zu schieben. Wieso schaffen sich diese Menschen eigentlich Kinder an? Ich kann das nicht verstehen..

16.01.2009
07:41
Jugend nicht fit genug für die Feuerwehr
von maumau3 | #17

Man hat bei den Bewerbern für den Polizeidienst festgestellt, dass deren körperliche Leistungsfähigkeit um 70 Prozent gegenüber Bewerbern vor 1997 zurückgegangen ist....... Die Ansprüche an die Allgemeinbildung mussten schon wiederholt stark reduziert werden, um überhaupt noch Leute einstellen zu können

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