Jäger sollen viele Tierarten in NRW künftig verschonen
30.12.2011 | 07:02 Uhr 2011-12-30T07:02:00+0100
Düsseldorf. Der grüne Umweltminister Remmel will das Jagdrecht in NRW verschärfen. Die Liste der jagbaren Tierarten soll zusammengestrichen werden. So könnten Blässhuhn, Möwen, Tauben und Kormorane künftig tabu sein. Die Jäger im Land sind empört.
Jäger müssen sich auf eine drastische Verschärfung des Jagdrechts in NRW einstellen. Umweltminister Johannes Remmel will die Liste der jagdbaren Tierarten künftig deutlich einschränken. Die 90 000 Jäger in NRW laufen Sturm gegen die grünen Pläne.
Seit 1976 wurde das Jagdgesetz nicht verändert. Längst sieht der Minister erheblichen Handlungsbedarf, den Natur- und Tierschutzgedanken stärker zu verankern. „Wir wollen einen Paradigmenwechsel hin zur Nachhaltigkeit einleiten und das Jagdrecht an ökologischen Zielen ausrichten.“ Die Folge: Von der Liste der heute 100 jagdbaren Tierarten könnten nicht nur Blässhuhn, Türkentaube und Möwenarten gestrichen werden. Auch die Bejagung des Fischräubers Kormoran soll geprüft werden.
Der Präsident des Landesjagdverbandes, Jochen Borchert, wehrt sich gegen eine Änderung der „seit Jahrzehnten bewährten“ Jagdliste. Auch die Jagdhundeausbildung an lebenden Enten und Füchsen hält Borchert für tierschutzgerecht. Das sieht Remmel deutlich anders. Zwar liegt bisher kein Entwurf für ein neues Jagdgesetz auf dem Tisch. Einzelne Änderungen will Remmel aber durchsetzen:
• Verbot der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Enten sowie Füchsen im Kunstbau.
• Beschränkung der Fallenjagd.
• Intensivierung der Jagd auf Schalenwild (Reh, Hirsch).
Remmel beklagt die zu hohen Schalenwildbestände und die damit einhergehenden Wildschäden. Und der Minister nennt Gründe, warum mehr Wild geschossen werden soll: Es wird zu viel gefüttert. Zudem kommen die Jäger aus Sicht Remmels ihrer Hegeverpflichtung nur unvollkommen nach.
Künftig darf laut NRW-Koalitionsvertrag in Schutzgebieten allerdings nur noch gejagt werden, wenn „der Schutzzweck dies erfordert“. Es muss ein „vernünftiger Grund“ für die Bejagung vorliegen, und die Art darf in ihrem Bestand nicht gefährdet sein. Das ist aber nach Remmel nicht nur bei Möwe, Blässhuhn und Türkentaube der Fall.
Heftiger Streit mit den knapp 90 000 Jägern in NRW entzündet sich am geplanten Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden, flugunfähig gemachten Enten. Remmel hält es für nicht mehr hinnehmbar, dass Schmerzen und Leiden von Übungstieren bewusst in Kauf genommen werden. In einzelnen Bundesländern gilt bereits ein Verbot. Auch in NRW sollen die Praktiken verboten werden. Jägerpräsident Borchert warnte den Minister deshalb offen vor einer „Jagdpolitik gegen Jagd und Jäger“.
Nach den Plänen des Umweltministers soll der Entwurf für ein „ökologisches Jagdgesetz“ 2012 vorgelegt und 2013 im Landtag beraten werden. Damit könnten die schärferen Regelungen 2014 in Kraft treten. Im Ministerium arbeitet ein „Runder Tisch“ mit Jägern, Landwirten, Natur- und Tierschützern, Waldbesitzern und Wissenschaftlern an einer Lösung, um die Konflikte einzudämmen.
Maximalforderungen belasten Gespräche
„Es herrscht ein Klima der Konfrontation“, weiß ein Teilnehmer zu berichten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz verlangt als weitestgehende Forderung eine Umkehr der Beweislast. Danach soll die Jagd auf Tiere nur noch in Ausnahmefällen erlaubt sein. Das aber geht nicht nur den Jägern deutlich zu weit.
Im rot-grünen NRW-Koalitionsvertrag hat die Regierung die Leitlinie formuliert: „Praktiken, die mit dem Tierschutz unvereinbar sind, wollen wir künftig untersagen.“ Das dürfte in den nächsten Monaten noch für erheblichen Zündstoff in NRW sorgen.
13:43
Das Zitat von Theodor Heuss trifft den Nagel auf den Kopf.
Besser kann man es nicht sagen!
13:37
Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.
Prof. Dr. Theodor Heuss, 1. Bundespräsident der Bundesrepublik Deeutschland
Dem ist nichts hinzu zu fügen
11:48
Kormorane, Füchse und alle anderen sogenannten "Raub"-tiere jagen ihre Beute, weil sie davon leben müssen, und das schon seit vielen Millionen von Jahren.
Der einzige, der nur aus Spaß, Zeitvertreib, Standesdünkel oder zur Befriedigung des Egos andere Tiere tötet, ist der Jäger.
Aber da man zu feige ist, dies offen zuzugeben, werden Dinge wie "Naturschutz" oder "Überpopulation" oder "Verantwortung vor der Natur" vorgeschoben.
Aber es werden hoffentlich immer mehr, die diese Lügnerei einfach nicht mehr hinnehmen wollen...
11:31
Zunächst einmal muß es Fischjäger und nicht Fischräuber beim Kormoran heißen. Entweder der redakteur hat keine Ahnung oder er übernimmt bewußt die Termina der Jäger.
Die Jagdgesellschaft hat schon immer dafür gesorgt, dass genug vor der Flinte ist und hat natürliche Konkurrenten dezimiert und Jagdwild angefüttert, damit auch genug für die Jagdgesellschaft vorhanden ist. Das Jagen was mit Naturschutz zu tun hat ist doch ein alter Jägerwitz.
09:08
Hier hatte ja jemand gefragt, wer "dieses dumme Pack" gewählt hat.
Bei der Landtagswahl am 9.5.2010 haben die Grünen gewählt:
784.826 Erststimmen und 941.162 Zweitstimmen.
Jäger gibt es in NRW ca. 90.000.
Soviel zur Relation "dummes Pack" und Jägerschaft...
Und in anderen Parteien gibt es mit Sicherheit noch viel mehr Menschen, die diese unwürdigen Jagdpraktiken abgeschafft sehen wollen.
03:19
Häh?
Der Satz klingt irgendwie gut, macht aber keinen Sinn.
03:14
Fehlt Ihnen etwas, wenn die Grünen aus ideologischen Gründen ihre vordergründigen inkompetenten Regelungen durchsetzen wollen?
23:54
Ist es für Sie wirklich ein Problem, wenn demnächst keine lebenden Enten mehr flugunfähig gemacht und dann von Jagdhunden zerfetzt werden dürfen?
Fehlt Ihnen dann was?
könnte sie noch zu illegale Hahnenkämpfen oder Hundearenen gehen. Da soll auch viel Blut fließen und Fleisch zerfetzt werden. Nicht mein Ding - aber Jedem das seine!
23:24
wollen alles verschärfen. Wer hat eigentlich dieses dumme Pack gewählt?
18:32
Lieber berni44, was hat das geplante Verbot der systematischen Tierquälerei bei der Ausbildung der Jagdhunde mit einer weiteren Enteignung von Grund und Boden zu tun?
Was soll diese vollkommen überzogene Polemik?