Ist Essen wirklich eine Einkaufsstadt?
07.05.2009 | 07:27 Uhr 2009-05-07T07:27:00+0200
Essen. Die Essener Innenstadt rühmt sich als "Einkaufsstadt". In der Tat hat Essen für Shopping-Wütige Einiges zu bieten - nicht zuletzt durch das neue Einkaufszentrum am Limbecker Platz . Doch auch andere Städte glänzen längst mit attraktiven Angeboten. Ist Essen also noch immer DIE Einkaufsstadt?
Wer mit dem Zug in den Hauptbahnhof Essen einfährt, sieht als Erstes das: Einen riesigen Schriftzug „Essen – Die Einkaufsstadt“ auf dem Dach eines gegenüberliegenden Hotels. Ein großes Versprechen an shoppinghungrige Touristen, die zum ersten Mal nach Essen kommen. Aber auch eine klare Ansage an die Essener Bürger, wie sich ihre Stadt nach außen präsentieren will. Doch was bedeutet dieser Schriftzug, der schon seit 1951 die Gäste in Essen willkommen heißt, in Zeiten von identischen „H&M-“, „New Yorker-“ und „Mediamarkt“-Filialen in nahezu allen größeren Städten in Nordrhein-Westfalen? Sticht die Stadt im Herzen des Ruhrgebietes als Einkaufsstadt überhaupt noch aus der Masse hervor?
Über dieses Thema diskutieren die User angesichts des Umbaus am Limbecker Platz in Essens Innenstadt im Forum von „DerWesten“ schon seit einiger Zeit sehr angeregt. Grund genug für „DerWesten“ einmal nachzuhaken: Hält die Einkaufsstadt noch immer das, was sie verspricht? Darauf antworten ein unabhängiger Experte, der Planungsdezernenten der Stadt Essen und der Einzelhandelsverband Ruhr mit einem entschiedenen „Ja, aber“. „Ja“, weil es in Essen laut Meinung von Theodor Damman, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ruhr nach wie vor einen guten „Branchenmix“ bei den Geschäften gibt und zudem alle „namhaften Ketten“ vertreten seien. „Aber“, weil eben seit 1951, als Essen sich selbst als Einkaufsstadt deklarierte, Einiges passiert ist.
Einkaufsstadt kein Alleinstellungsmerkmal im Ruhrgebiet mehr
Denn ein Alleinstellungsmerkmal hat Essen durch sein Angebot an Geschäften schon lange nicht mehr. „In der Nachkriegszeit war Essen nahezu konkurrenzlos, da gab es einfach kaum gute Geschäfte in der Umgebung. Durch ihre zentrale Lage wurde die Stadt zum Mekka der Einkaufswilligen“, erinnert sich Hans-Jürgen Best, Essener Planungsdezernet, nicht ohne Wehmut. Diese Zeiten sind spätestens seit „Ruhrpark“, „Centro“ und Co definitiv vorbei. Die so genannten „Einkaufszentren auf der grünen Wiese“ machen den Innenstädten die Besucher abspenstig. In den vergangenen Jahren erlebte Essen einen Rückgang der Kaufkraftbindung von acht Prozent.
Mit dem Bau des riesigen Einkaufstempels am Limbecker Platz will Essen dem einen Riegel vorschieben: Wenn im kommenden Herbst wie geplant auch der zweite Bauabschnitt fertig ist, sollen allein dort auf 55.000 Quadratmetern so genannter „Netto-Verkaufsfläche“ mehr als 200 Geschäfte zum Geldausgeben anreizen. Der Konsumbereich des Hauptbahnhofs wird erweitert und modernisiert und auch das „City-Center“ soll als „Rathausgalerie“ in Zukunft in neuem Glanz erstrahlen und einen weiteren Anlaufpunkt für Powershopper bilden.
Großes Angebot, zentral gelegen
Diese „T-Struktur“ hält Stefan Kruse, Kommunalberater und Einzelhandelsgutachter aus Dortmund, für eine Stärke der Einkaufsstadt Essen. „Die drei Pole bilden gute Ankerpunkte, zwischen denen sich Frequenzen bilden können“, sagt der Fachmann. Auf Deutsch: Der geneigte Shopper hält sich nicht nur in einem der drei Konsumtempel auf, sondern flaniert auch von einem zum anderen und nimmt vielleicht sogar all die kleinen Läden auf dem Weg wahr, die es sonst noch in der Innenstadt gibt. Für Planungsdezernent Best macht die Lage der großen Warenhäuser mitten im Essener Zentrum die Stadt so einzigartig. „Hier haben die Menschen alles, was sie im ´Centro´ auch haben und sind trotzdem sofort am Hauptbahnhof.“
Doch – mehrere Highlights für Einkaufswillige haben viele Städte; und auch Wuppertal liegt zum Beispiel sehr zentral zwischen Köln und Düsseldorf. Die Crux ist also: Was hat die Einkaufsstadt Essen, was andere nicht haben? „Ein Dortmunder würde heutzutage nicht mehr zum Einkaufen nach Essen fahren, weil er dort alle großen Ketten findet, die er auch in Dortmund hat“, so die Erfahrung des Kommunalberaters Kruse. Um wirklich Kundenströme aus dem Umland anzuziehen, müsse eine Stadt auch individuelle Angebote installieren, ein „Refugium für Spezialisten“ schaffen. So solle eine Einkaufsstadt zwar durchaus den nachgefragten „Mainstream“ der großen Ketten bedienen, aber zusätzlich auch durch Straßenzüge mit hochwertigen Läden und Gastronomie ein „Mehr an Qualität“ bieten. Stefan Kruse führt dazu als gelungenes Beispiel das „Rosenviertel“ an der Kleppingstraße in Dortmund an. Der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ruhr, Damman, kontert das Beispiel mit der Essener „Theaterpassage“, in der viele Läden und Gastronomie im Hochpreissegment angesiedelt seien. Die Innenstadt im Allgemeinen wolle man aber lieber für ein breites Publikum „mit unterschiedlichen verfügbaren Einkommen“ gestalten. Jeder Kunde ist schließlich König.
Stadt hat kaum Einfluss auf "elende Filialisierung"
Auch Planungsdezernent Best bedauert die „elende Filialisierung“, die ihn aber nicht nur in seiner Heimat Essen verfolge, sondern nach eigenen Angaben bis in den Sommerurlaub nach Italien. „Überall die gleichen Ketten, die einzigen Unterschiede bilden noch die kleinen, inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte. Doch wir von der Stadt haben kaum Einfluss auf die Ansiedlung bestimmter Läden in einer Straße – das regelt die freie Marktwirtschaft“, erklärt Best. Denn die Kommune kann nur aus städtebaulichen Gründen ein bestimmtes Geschäft ablehnen, im Einzelfall auch aus Schutz der Sittlichkeit; so darf etwa nicht an jedem Standort ein Erotikkino eröffnet werden. In der Regel haben Geschäftsführer aber eine Rechtsanspruch auf die Einmietung in eine Immobilie – das letzte Wort haben dann immer die Eigentümer.
Und das obwohl Essen als so genanntes „Oberzentrum“ auch eine Verantwortung trägt. Ab einer gewissen Größe gelten Städte als Oberzentren, die nicht nur ihren Bürgern, sondern auch den Einwohnern kleinerer Nachbarstädte einen gewissen Standard an Waren, Dienstleistungen, kulturellen Einrichtungen und Bildungsstätten bieten müssen. Seiner „oberzentralen Versorgungsaufgabe“ muss Essen mit der Bereitstellung von „H&M“ und Co nachkommen, aber eben auch mit individuellen Spezialgeschäften. „Das Problem ist, dass die Inhaber kleiner, hochwertiger Läden oft nicht in im Stande sind, die horrenden Mieten in den hochpreisigen Lagen zu zahlen. Sie sind dann gezwungen, an den Rand der Innenstädte abzuwandern“, beklagt Kommunalberater Kruse. Weil die großen Ketten dagegen die Mieten zahlen können, komme es zu einer „Mc Donaldisierung“ der Innenstädte, im Fachjargon zu einem „ubiquitären Angebot“.
"Aufenthaltsqualität" statt reinem Zweckeinkauf
Für den Kunden heißt das: Er kann auch in seiner eigenen Stadt bleiben und dort einkaufen – das Angebot ist fast überall das selbe. Falsch, sagt der Essener Planungsdezernent Best: In Essen kaufe man in Zukunft mit „viel mehr Flair“ ein. Die Stadt wolle ihren Besuchern mehr bieten als nur eine hohe Dichte an bekannten Läden. In der Einkaufsstadt von heute gehe es nicht um den reinen Zweckeinkauf, da spielten Umgebung und „Aufenthaltsqualitäten“ eine immer größere Rolle. Auch Theodor Damman vom Einzelhandelsverband Ruhr betont: „Der heutige Kunde kauft da ein, wo er sich wohlfühlt. Und er ist mobil genug, um sich den schönsten Ort in seiner Region zum Shoppen auszusuchen.“
Um diese Botschaft adäquat zu transportieren, müsste der Schriftzug auf dem Schild am Hauptbahnhof dann in Zukunft wohl besser lauten: „Essen – die Wohlfühl-Einkaufsstadt“ oder doch einfach nur „Essen – EINE Einkaufsstadt“?
09:49
Parkhaus Cinemaxx
je angefangene Stunde 1,- €
Tageshöchstsatz (= 24 Stunden) = 3,50 €
demnächst (noch im Oktober) weitere Zufahrt über Hans-Böckler-Str., dann in die Helmut-Käutner-Str. und direkt in das PH.
01:26
Ich bin regelmäßig in München und finde das Einkaufsangebot in Essen besser ! München ist sicher sauberer. Ich lebe seit 8 Jahren in Essen und finde das sich in dieser Zeit vieles getan hat. Das Angebot an Geschäfen und Gastronomie ist vielfältig. Für die Wirtschaftskrise und deren Folgen kann Essen nichts. Penner und Bettler gibt es auch in K, D, HH und München. Von Dortmund will ich gar nicht erst reden. Die Lobeshymnen auf Do kann ich nicht nachvollziehen. ich habe früher in Witten gewohnt und war öfter in Dortmund. ich empfinde Einkaufs- und Wohnqualität insbesondere in Essen - und insgesamt im westlichen Ruhrgebiet - besser als im östlichen Ruhrgebiet! Also - nicht immer alles so schlechtreden!
23:04
Maßlos übertrieben!
Die Viehofer Str. ist zu den dortigen Öffnungszeiten kein sonderlich attraktives, aber durchaus noch durchschnittliches Pflaster.
Sie ist aber auch nicht wirklich Kern der Einkaufsstadt - das ist eine Randlage, die man für repräsentativ erklären kann! Genauso wie die Zustände der Dortmunder Nordstadt den Ruf der Einkaufsmeilen Westen- und Ostenhellweg trüben.
16:45
Mir gefällt insbesondere der untere Teil der Viehofer Str. mit seinem multikulturellen Angebot. Vom Handtaschenraub bis zur freundlichen Kommunikation (Alter, was kuckst du? Willst auf die Fresse) mit alteingesessenen Neubürgern bietet die Viehofer alles, was man nicht haben möchte, schon gar nicht beim Einkaufen.
Es ist schade, denn eigentlich würde ich mich über das Angebot an orientalischer Küche und Fruchtsäften freuen.
Doch ich möchte mit gerader Nase und meinem Handy nach Hause kommen, was leider niemand garantieren kann.
10:09
Ein Gruß an die, die nur meckern:
Leute, Leute, in anderen Ländern Europas können die Menschen von diesem Überkonsum und allem, was damit zusammenhängt, nur träumen und Euch fällt nur Schlechtes zu Essen ein.
Da gibt es die dreckigen Straßen hier und da (in einem Kommentar oben zu lesen). Wer ist dafür verantwortlich? Die Leute aus der Bevölkerung, die zu faul sind, ihren Müll bis zum nächsten Mülleimer zu tragen.
Dann gibt es die Parkgebühren. Wie furchtbar. Vorschlag:Die kann man umgehen, indem man etwas außerhalb parkt und 10, 15 oder 20 Minuten bis zur City läuft. Oder wollt Ihr lieber alle bis in die City getragen werden? Natürlich kostenlos durch 1,-€-Kräfte.
Ich mag Essen und das Ruhrgebiet und das Shoppen hier. Es gibt immer und überall Dinge, die besser sein könnten. Wenn man allerdings Ansprüche hat, wie der Scheich von Abu Dhabi ...........
Zum Kommentar 15:
Paul hat Recht. Kauft Eure Sachen online.
Ingo
00:30
Liest man das im Gesamtzusammenhang (im Interview geht es vor allem um die Situation der Karstadthäuser) muss sich das Zitat aber nicht unbedingt auf den Limbecker Platz selbst beziehen, sondern kann durchaus auch so gedeutet werden, dass man mit der Karstadtfiliale nicht zufrieden ist.
Ich bin mir sicher, dass am derzeitigen Limbecker Platz bei nahezu gleicher Verkaufsfläche wie vorher in den drei alten Gebäuden, deutlich mehr Umsatz gemacht wird. Aber noch ist das ja nur ein halbes Zentrum - und man merkt, dass einige Läden halt noch fehlen, was sich auch auf die Frequenz auswirkt.
Ein grundsätzliches Funktionieren lässt sich aber am Erstarken der Limbecker Straße feststellen! Und ich glaube, hier wird auch künftig noch mancher Euro investiert.
21:02
@ Schreiber 57 und 58:
Weder das RRZ noch das Centro sind 50 oder 100 Kilometer entfernt. Es sind bei beiden EKZ keine 15 Kilometer. Bei den Parkgebühren, die in Essen zu zahlen sind, lohnt sich der Weg etwa nach Oberhausen allemal. Zum Limbecker Platz hat sich nun Karstadt erstmals zu Wort gemeldet und zugegeben, dass es eher schlecht als recht läuft. Hier hofft man auf Fertigstellung der zweiten Bauphase. Wenn die nicht zündet, wird das zuvor gelobte EKZ in ein paar Jahren eine Bauruine sein. Karstadt steht sowieso mit dem Rücken zur Wand und kann es sich nicht leisten, diese Geldvernichtungsmaschine lange zu halten.
18:32
@Onkel Loki
ich geb dir volle zustimmung in allem
die essener die lieber in centrO FAHREN sparen nciht wirklich geld sie fsahren ja aúch weiter
wenn erst einmal limmbecker richtig fertig ist , sieht er auch besser aus und hat nochmal 100 geschäfte mher !!!!!!!!!1
was will man mher alles was mann hat findet man dort habe gehört, dass berliner platz bald in limmbecker platz umbenannt wird stimmt das ???
01:26
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01:24
Was für Loser hier schreiben !!! Wg. 1-3 Euro Parkgebühren fahren sie lieber 50-100km weit und zahlen dafür dann 20 euro sprit. ich lach mich tot über so einen schwachsinn. fahrt in den limbecker platz, parken 1a und für die paar euro wirds jawohl noch reichen, sonst braucht ihr auch gar nicht erst zum einkaufen fahren :-)