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Investition, die Leben retten kann

20.06.2007 | 08:56 Uhr

Dortmund. Täglich sterben in Deutschland etwa fünf Frauen an den Folgen des Gebärmutterhalskrebses. Seit Oktober 2006 können diese Krebsart und ihre Vorstufen durch eine Impfung gegen humane Papillomviren (HPV-Impfung) verhindert werden. Eine Möglichkeit,

"Bislang war es ein schweres Schicksal, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Seit Oktober 2006 ist es das nicht mehr ausschließlich", sagt Büsching. "Denn es gibt eine Chance auf Schutz." Als Kinder- und Jugendarzt ist Büsching ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um die Impfung geht.

Denn das Präparat sollte idealerweise im Jugendalter vor dem ersten sexuellen Kontakt verabreicht werden. Geschlechtsverkehr ist in den allermeisten Fällen der Auslöser für die HPV-Infektion. Jahre später kann sich daraus die Krebserkrankung entwickeln. Wer Töchter habe, solle sie mit spätestens 14 zum Impfen schicken, sagt Büsching. "In dem Alter hat bereits jedes vierte Mädchen sexuelle Erfahrung."

Bis zum 18. Lebensjahr übernehmen einige Kassen die Behandlung, die aus drei Injektionen besteht, die innerhalb eines Jahres verabreicht werden müssen. Gynäkologen, Hausärzte und auch Kinder- und Jugendmediziner könnten die Impfung vornehmen.

Problematisch sei, so der Mediziner, die Jugendlichen zu erreichen und zu überzeugen. Viele befänden sich in diesem Alter in grundsätzlich oppositioneller Haltung zu ihren Eltern und allem, was diese vorschlagen. "Dabei ist den wenigsten bewusst, dass großes Leid dadurch drastisch reduziert werden kann."

Trotz Vorsorge bleibt Gebärmutterhalskrebs in Deutschland nach Brustkrebs die zweithäufigste Todesursache junger Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren. "Jedes Mal ein schweres Schicksal, das künftig für viele verhindert werden kann", so Büsching. "Zum ersten Mal hat der Mensch die Chance, sich bereits im Kindes- und Jugendalter gegen einen Krebs zu schützen", ergänzt Michael Wojcinski, der als Gynäkologe prinzipiell jeder Frau zur Impfung rät. Auch wenn sich nicht feststellen lässt, ob eine Frau schon einmal infiziert war.

"Man kann sich in jedem Alter mit HPV anstecken, 70 bis 80 Prozent der Frauen erleiden in ihrem Leben eine Infektion", sagt er. Pro Partner läge das Risiko bei 15 Prozent. Bei zehn von 100 Infizierten könne sich eine bösartige Erkrankung entwickeln. "Gäbe es einen Impfstoff gegen Brustkrebs, würden die meisten Frauen die Chance nutzen", so Wojcinski. "Über die Gefahren durch HP-Viren ist leider noch viel zu wenig bekannt."

Wenn die Kasse nicht zahlt, was derzeit auf jeden Fall bei Frauen, die über 18 Jahre alt sind, zutrifft, kostet jede der drei Einheiten 180 Euro. "Mancher gibt pro Jahr mehr für die Wartung seines Autos aus", so Wojcinski, der an seine Kollegen appelliert, jede Möglichkeit zu nutzen, die Patienten auf die Impfung anzusprechen. Zumal sie zusätzlich gegen zwei andere Virustypen schützt. " Es ist eine Investition, die Leben rettet."

Von Kristina Hußmann

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