Initiativkreis will die International School Ruhr bekannter machen
07.04.2011 | 07:03 Uhr 2011-04-07T07:03:00+0200
Essen. Englisch? Unterrichtssprache. Computer? Für jedes Kind. Sitzenbleiben? Nicht vorgesehen. Die International School Ruhr in Essen ist anders – und weithin unbekannt. Der Initiativkreis Ruhrgebiet will das jetzt ändern.
Wie eine Schule sieht sie nun wirklich nicht aus, die schicke Villa Koppers im Essener Moltkeviertel. Die International School Ruhr (ISR), die hier residiert, ist aber nicht allein architektonisch besonders. Auf zwölf Schüler kommt eine Lehrkraft, Umgangs- und Unterrichtssprache ist Englisch mit muttersprachlichen Lehrkräften, die Vorschule für Kinder ab drei Jahren (mit Kaninchen) ist integriert, der Primarbereich schließt die fünfte Klasse mit ein.
Sitzenbleiben oder Aussortieren ist nicht vorgesehen, Noten (von Eins bis Sieben, wobei die Sieben „exzellent“ ist) gibt es erst ab Klasse 6, jeder Schüler hat einen eigenen Computer.Die ISR ist eine private Schule. Und noch ist sie nicht nur wirklich fein, sondern auch recht klein mit derzeit 31, ab August nach aktuellem Stand 44 Schülern. Eigentlich ist sie gegründet worden für Kinder von Mitarbeitern internationaler Unternehmen, für die das Ruhrgebiet eine mehr oder weniger kurze Station in ihrem Leben ist.
Vorurteilsfreies Umfeld
Eigentlich. „Aber die Pioniere sind immer private Eltern,“ erklärt Reto Ammann, der Gesamtleiter der schweizerischen SBW, die weltweit 18 Internationale Schulen betreibt. In Essen sind es Eltern wie der gebürtige Iraner Taher Shamaie, der seinen Sohn Darius (10) täglich aus dem Münsterland nach Essen und wieder zurück bringt. Darius findet es „hier viel schöner als auf meiner letzten Schule.“
Der zehnjährige Francis lebt in Mülheim. Er ist gebürtiger Kenianer, seine Haut ist sehr dunkel, und seine deutschen Adoptiveltern wollten – nach schlechten Erfahrungen an öffentlichen Schulen – mit der ISR die Chance nutzen, ihr Kind in einem vorurteilsfreien Umfeld unterrichten zu lassen.
Justus – genannt John – (5) lebt in Essen, sein Bruder Hendrik ist hier in der dritten Klasse. Was John besonders mag? „Den tollen Kunstraum! Da hab ich eine gaaanz große Burg gebaut“, jubelt er. Englisch? – „Yes, a bit“, murmelt er, den Blick fest auf sein Spielzeug geheftet. Sein Freund Julius (6), der täglich mit zwei (ab August drei) seiner sechs Geschwister aus Düsseldorf anreist, antwortet sehr souverän auf Englisch. Aber Julius ist ja auch schon in Grade 1, der ersten Klasse.
Der Betreiber aus der Schweiz
Im August gibt es gleich zwei Neuerungen: Die 6. Klasse kommt hinzu und ein neuer Schulleiter: Frank van Poucke. Der gebürtige Niederländer lebt seit 20 Jahren in Deutschland, hat schon mehrere Schulen geleitet. Vom pädagogischen Konzept des Schulbetreibers, des Schweizer „SBW Haus des Lernens“, ist der 50-Jährige rundum überzeugt. Respektvoller, aber sehr offener Umgang, erkennen und eingehen auf Interessen, Stärken und Schwächen der Schüler sowie ein enges Miteinander von Schülern, Eltern und Lehrern sind für ihn das Wichtigste.
Mitglieds-Unternehmen für die ISR begeistern will jetzt der Initiativkreis Ruhrgebiet. RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann hatte die Privatschule, die im August 2010 die Arbeit aufnahm, über die Stiftung Georgsmarienhütte mit einer Fünf-Millionen-Euro-Spende angeschoben. „Wir wollen jetzt administrative Schützenhilfe leisten“, erklärt Jan-Peter Nissen, Geschäftsführer des Initiativkreises Ruhrgebiet. Personalchefs aus dem Mitgliederkreis werden im Mai in die Schule eingeladen. Die Idee ist, dass international agierende Firmen feste Plätze buchen, um sich jederzeit Plätze für Mitarbeiterkinder und der Schule eine längerfristige Personalplanung zu sichern.
11 800 Euro Gebühr und Stipendien
Ein Viertel der Schüler sollen Stipendiaten aus Familien sein, die die stolzen Schulgebühren (11 800 Euro im Jahr) nicht stemmen können. Über die Stipendien-Vergabe entscheidet ein Förderverein.
„Der Standort Essen ist optimal, die Schule ist gut, aber sie ist noch nicht bekannt genug. Es wäre schade, wenn ein so wegweisendes Projekt sich nicht entwickeln könnte. Deshalb will der Initiativkreis helfen, es bekannter zu machen,“ erklärt Bodo Hombach, Moderator des Initiativkreises Ruhrgebiet und Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe.
18:43
Und schon wieder die ISR, die Internationale Schule Ruhr. Wie toll sie doch ist! Ist sie ja auch – kein Zweifel. Aber eben nichts für jedermann. Und trotzdem schon der zweite Werbeartikel in der WAZ innerhalb von 2 Wochen. Dieses Mal erfreulicherweise nicht nur als schönfärberische Lobhudelei (vgl. Artikel von Frau Wandt am 24.03.11) sondern mit echten Fakten: a. nur möglich geworden durch 5 Mio private Anschubspende und b. wer drin ist, zahlt 11.800 € Schulgeld im Jahr. Dadurch gewinnt man gegenüber den staatlichen Schulen schon einen ganz ordentlichen finanziellen Vorteil, der so manches ermöglicht, was der Staat schon lang nicht mehr leisten kann. Aber schon beim Lesen des ersten Artikels habe ich mich gefragt, warum die WAZ das Thema ISR in dieser Größe bringt – 5-spaltig mit großem Farbbild und Hintergrundkommentar, also nahezu eine ganze Seite. Jetzt – mit Fakten - habe ich es verstanden: Initiativkreis Ruhr, Herr Nissen, Herr Hombach, Herr Großmann… Kleines Einmaleins des Netzwerkers. Grundsätzlich ok, denn ohne diese Macher und Netzwerker und Mäzene würde heute in diesem Land gar nichts mehr passieren. Aber doch bitte nicht unter Einsatz eines Mediums wie der WAZ, die sich die Unabhängigkeit auf die Fahne und auf den Titel schreibt, als Litfasssäule. So macht WAZ lesen keinen Spass mehr. Schade.
12:54
Da stimme ich zu, jetzt wird es langsam richtig peinlich....die Artikel finden ja schon fast wöchentlich den Weg in die Zeitung.
Die verantwortlichen Damen und Herren haben es bei dieser hohen Anschubfinanzierung nicht hinbekommen, mehr als 44 Kinder zu akquirieren? In der Wirtschaft wäre das normalerweise ein k.o. Kriterium, hier nicht?
Alle anderen Betreiber der umliegenden internationalen Privatschulen haben und hatten deutlich mehr Zulauf, trotz höherer Schulgebühren. Keine hat so einen Pressewirbel verursacht, weder die International School in Heiligenhaus, die in Kaiserswerth, die internationale Schule in Neuss oder St. Georges in Duisburg . Aus meiner Sicht liegt das wohl am falschen Management, Marketing etc. Und das bei der Anschubfinanzierung, da hätten sich die anderen Betreiber die Finger nach geleckt.....
10:59
Netter Werbeartikel für eine Schule, die eigentlich niemand so wirklich braucht... Es gibt in der Umgebung genügend internationale Schulen, die deutlich besser angenommen werden als die Essener Schule. Warum erfährt man übrigens nicht, wie viele Schüler wirklich mittels eines Stipendiums dort sind? Die Absichtserklärung alleine sagt ja noch nicht viel aus.