In NRW sind es fast 7000 Schweinegrippe-Fälle
03.11.2009 | 07:20 Uhr 2009-11-03T07:20:00+0100
Bonn. Experten rätseln über den Tod einer 48-jährigen Frau im Bonner Uniklinikum. Unterdessen ist die Zahl der Schweinegrippe-Infektionen stark angestiegen. Fast 7000 Menschen sind in NRW erkrankt. Schulen in Duisburg und Bottrop wurden geschlossen.
Der Tod einer 48-jährigen Frau im Bonner Universitätsklinikum hat die Debatte um die Gefährlichkeit der Schweinegrippe verändert. Seit Freitag lautet die Kernfrage: Kann das H1N1-Virus auch für Menschen tödlich sein, bei denen keine schweren Vorerkrankungen bekannt sind?
Schlüssige Antworten können selbst Experten zurzeit nicht geben. Normalerweise habe die Infektion nach wie vor einen milden Verlauf, betont Prof. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit am Bonner Uni-Klinikum. Lediglich jeder fünfte Patient müsse intensivmedizinisch behandelt werden. Dass er die Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis nicht retten konnte, bereitet dem Leiter der Bonner Taskforce „Neue Grippe” Kopfzerbrechen. Die Frau litt, nach allem, was er vier Tage nach ihrem Ableben weiß, lediglich an Bluthochdruck. Die Frage, ob sie möglicherweise auch eine bakterielle Erkrankung hatte, will er vorerst nicht beantworten. „Wir bewegen uns im Spekulativen”, sagt Exner. „Wir warten auf eine Obduktion, dafür bedarf es aber noch des Einverständnisses der Angehörigen.”
90 Prozent haben sich im Inland angesteckt
Einher mit dem mysteriösen Bonner Todesfall geht ein deutlicher Anstieg der Zahl an Schweinegrippe-Patienten. Allein in der vergangenen Woche seien bundesweit 3075 neue Infektionen gemeldet worden, berichtete gestern Jörg Hacker vom Berliner Robert-Koch-Institut (RKI). In der Woche davor seien es 1860 gewesen, so der RKI-Chef. Rund 90 Prozent haben sich demnach im Inland angesteckt. Hacker wie Exner betonen: „Wir sind auf einem ansteigenden Ast.”
Bayern liege im Bundesvergleich vorn, auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern meldeten die Ärzte täglich überdurchschnittlich viele neue Ansteckungsfälle, berichten die Experten weiter.
NRW liegt, was die nackten Erkrankungszahlen angeht, mit insgesamt fast 7000 Erkrankten zwar an zweiter Stelle im Republikvergleich. Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es jedoch an Rhein und Ruhr vergleichsweise weniger Erkrankungen. Und um die aktuelle Dimension deutlich zu machen: Pro 100 000 Einwohner haben die Behörden in NRW derzeit 37,6 Ansteckungen registriert.
Alarmierende Zahlen aus Duisburg
Allerdings: Allein in der vergangenen Woche sammelte das NRW-Gesundheitsministerium knapp 400 neue Fälle mit H1N1-Diagnose, so Sprecherin Kathrin Rebbe. Während die Kreise Kleve (erst ges-tern kamen zwei hinzu) und Wesel zuletzt fast völlig verschont blieben, gab es fast alarmierende Zahlen aus Duisburg (27 Fälle, weitere Fakten, siehe Infografik).
Die katholische Grundschule an der Böhmerstraße in Duisburg-Buchholz bleibt wegen Schweinegrippe bis kommenden Montag geschlossen. Bei einem Schullandheimaufenthalt im Sauerland waren die ersten Verdachtsfälle aufgetaucht. Die Reise wurde vorzeitig abgebrochen, die Kinder von den Eltern abgeholt. Inzwischen sind nach Angaben der Schulleiterin Christa Schulz-Domhöver 24 Schüler aus fünf Klassen positiv getestet worden. Besorgt schaut man bei der benachbarten städtischen Grundschule auf den Ausbruch der Krankheit. „Es ist wohl nur eine Frage von Stunden, bis die ersten Krankheitsfälle auch bei uns gemeldet werden”, so Schulleiterin Sigrid Schäfer. Denn: Die Kinder der beiden aneinander grenzenden Schulen nutzen gemeinsam einen Pausenhof.
In Bottrop führte die Schweinegrippe gestern sogar zur Schließung von gleich drei Schulen - einem Gymnasium, einer Grund- und einer Hauptschule. Pro Schule war bei jeweils ein bis drei Schülern H1N1 nachgewiesen worden. Der Unterricht soll ebenfalls rund eine Woche ausfallen.
Impfung empfohlen
Weiterhin empfehlen die Experten allen Risikogruppen mit Vorerkrankungen, dem medizinischen Personal und Schwangeren, sich - wie von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen - gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Bei Gesunden sei dies eine individuelle Entscheidung, aber noch nicht grundsätzlich erforderlich, betont RKI-Chef Hacker.
Die neuen Entwicklungen könnten die verbreitete Skepsis gegen eine Schweinegrippe-Impfung in Deutschland bald schwinden lassen. Diese werde über Nacht umschlagen, „sobald - wie jetzt in den USA - die Zahl der Schwerkranken steigt und die Krankenhausbetten knapp werden”, sagte Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut der „Wirtschaftswoche”. Er zeigte sich zugleich überrascht über die bislang weit verbreitete Ablehnung einer Impfung. Dass bei einem zunächst milden Verlauf die Stimmung im impfkritischen Deutschland selbst bei den Ärzten derartig kippe, „das hätte ich mir nicht träumen lassen”, sagte der Experte. In der aktuellen Diskussion werde „unglaublicher Blödsinn als Wahrheit” verkauft, kritisierte Pfleiderer. Dies gelte etwa für die Behauptung, „dass Hilfsstoffe, die die Wirkung eines Impfstoffs mit Virusbruchstücken verstärken, völlig neu und unerprobt seien und große Nebenwirkungen hätten”. kle/bm/stb/Mi
04:09
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20:19
Ich bin kein Experte!!! Was mich hier besonders bei dieser ganzen Diskussion stört, ist die völlig einseitige Berichterstattung zugunsten der Pharmaindustrie. Dürfen Journalisten überhaupt noch das schreiben, was sie wirkich wissen? Aber das ist ja schon immer so gewesen. Auch den Beipackzettel einer Impfung bekommt der normale Bürger gar nicht zu Gesicht, auch wird nie darüber berichtet wie die Impfstoffe entstehen! Ob die Zulassungstellen selbst wissen, um welche Inhaltsstoffe es sich handelt?Die vielen Erkrankungen nach einer Impfung werden tot geschwiegen! Warum???? Sicherlich haben Impfungen auch schon Leben gerettet, aber der mündige Bürger hat ein Recht darauf von allen Seiten aufgeklärt zu werden. Nur so ist er in der Lage auch vernünftig zu entscheiden! Wird der Bürger ohne Medizinstudium für blöd ghalten? Wo Informationen zurückgehalten werden, schwindet ganz schnell das Vertrauen!
20:08
Hehe, und wenn dann zu dem Schweine-/Vogelgrippenmix auch noch BSE wieder richtig auflebt, liegen wir alle totkrank auf der Intensiv und werden wahnsinnig.
16:55
Hallo,
nein, ich lasse mich auch nicht impfen. War noch nie ein Freund von Medikamenten. Traue der Pharmaindustrie nicht über den Weg. Es könnte sehr wohl Medikamente ohne Nebenwirkungen geben, aber davon hat die Pharmaindustrie nichts. Sie verdient nur mit kranken Menschenvor allem wenn sie psychisch krank sind und nicht zu vergessen die chronisch Kranken.
Warum bekommen Parlamentarier und die Bundeswehr andere Impfstoffe als das Volk?
Informiert Euch hier wenn Ihr wollt http://www.impfkritik.de/ und hier http://www.impf-report.de/
Kürzlich wurde in Nachrichten erwähnt, wenn der Vogelgrippevirus mit dem Schweinegrippevirus zusammen träfen, dass das die schlimmste Epidemie gäbe. Schaun wir mal was sie sich noch so alles einfallen lassen.
15:36
Dass Menschen so gewissenlos sein können, Schwangeren so mir nix, dir nix die Impfung zu empfehlen, will mir nicht in den Kopf.
Wenn schon halbwegs gesunde an der Impfung sterben können, sollen sich Schwangere damit beschäftigen, sich zu impfen und ein eventuelles Risiko gegen ein ganz sicheres Risiko eintauschen?
Das sind Kriminelle.
15:13
ich lass mich besser pieksen als wochenlang mit ner Grippe flach zulegen.
Man muss ja nicht gleich dran sterben, aber ne richtige Grippe ist keine einfache Sache.
Heute hatte ich die normale Impfung,nächste Woche gegen die Schweingrippe.
Wer Aspirin nimmt, sollte sich mal den Waschzettel durchlesen....
Gut das es so was gibt, dazu für Kassenpatienten sogar kostenlos.
14:47
So lange die Experten und Gesundheitsfunktionäre nicht mit einer Sprache sprechen lasse ich mich nicht impfen. Überingens sollen laut WE in Schweden 5 Menschen nach der Impfung gestorben sein. Steht hier an anderer Stelle.
11:05
@48
würde mich interessieren wer die kosten für die 2000 briefe übernommen hat.
oder ist der hausarzt von allein darauf gekommen.
betriebswirtschaftlich macht das sonst keinen sinn.
10:40
Also mir hat letztens ein Kollege erzählt, dass sein Hausarzt 2000 Patienten aus seiner Praxis angeschrieben hat mit der Frage, wer zur Schweinepestilenz-Impfung kommt. Gemeldet haben sich genau 3 Personen, die das machen wollten.
Soviel dazu...
10:38
Wenn ich hier so manches lese wird mir echt übel!! Habe vier Kinder wovon schon drei den Verdacht auf Schweinegrippe haben, nur auf Grund der Symptome Diagnostiziert weil ich nur in dringendem Notfall mit denen eine Praxis betreten darf!! Nach Hause kommt auch keiner und nun das beste wollte meine Kinder vor der Ansteckung schützen und Impfen lassen und gleich zwei Kinderärzte haben mir dringend davon abgeraten da der Impfstoff nie an Kindern getestet wurde und in vielen Ländern gar nicht zugelassen ist, sogar bis zum Tod führen kann. Egal was man macht irgendwie ist immer etwas falsch.