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"Ich habe keine Bremsen mehr"

20.06.2007 | 09:01 Uhr

Detmold. Im Prozess wegen des schweren Lkw-Unfalls mit drei Toten im niederländisch-deutschen Grenzort Kerkrade ist der angeklagte Juniorchef (56) der Spedition belastet worden.

Der ebenfalls angeklagte 53-jährige Werkstattleiter sagte gestern zum Auftakt der Verhandlung vor dem Landgericht Detmold, dass er bei dem späteren Unfalllaster einen technischen Defekt an den Bremsen festgestellt habe. Dies habe er dem Juniorchef auch mitgeteilt. Weil der Defekt nicht repariert wurde und der Lastwagen dennoch für Fahrten genutzt wurde, kam es im Juni 2004 in Kerkrade zu dem schweren Unfall.

Der Juniorchef wies die Vorwürfe zurück und bestritt das Gespräch. Der Seniorchef (77) erklärte, er habe davon nichts gewusst. Die beiden Inhaber und Geschäftsführer der Spedition aus Bad Salzuflen sowie der Werkstattleiter müssen sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Laut einem Gutachten befand sich der Laster in desolatem Zustand. So soll aus einer angerosteten Bremsdruckleitung Druckluft entwichen sein. Deshalb hätten die Bremsen nicht funktioniert.

Am 25. Juni 2004 war ein 41 Jahre alter Fernfahrer aus Bad Salzuflen mit seinem mit Stahlplatten beladenen Lkw in ein Wohn- und Geschäftshaus in Kerkrade gefahren. Der Fahrer sowie ein 34-jähriger Mann und eine 55-jährige Frau, die sich gerade in einem Supermarkt befanden, wurden getötet. Kurz zuvor hatte der Kraftfahrer aus dem Seitenfenster noch gerufen: "Ich habe keine Bremsen mehr!"

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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