Hingerichtet von der eigenen Familie
27.05.2009 | 10:48 Uhr 2009-05-27T10:48:00+0200Hagen. Iptehal war 20 Jahre alt, bildhübsch und geriet zwischen die Welten. Mit einem Kopfschuss wurde sie auf einem Parkplatz an der Sauerlandlinie hingerichtet. Motiv soll die Wiederherstellung der angegriffenen Familienehre gewesen sein. Jetzt wurde gegen einen Cousin Untersuchungshaft erlassen.
Urlauber, die mit ihrem Wohnmobil unterwegs waren, hatten die blutüberströmte Leiche in einem Gebüsch auf dem Rastplatz „Sterbecker Siepen” an der Sauerlandlinie an jenem Sonntag im August gefunden. Obwohl die Ermittler in der Nähe ein Handy fanden, war lange nicht einmal die Identität der Toten klar. Erst 30 Stunden nach dem Auffinden der Leiche hatte die Mutter von Iptehal Z. eine Vermisstenmeldung aufgegeben. So kam die Polizei schrittweise voran.
Freunde der Toten aus Schwerte berichteten indes, dass die 20-jährige Kurdin lebenslustig war und durch ihr hübsches Äußeres auffiel. Nach Medieninformationen soll es in der konservativen Familie vor diesem Hintergrund zu Konflikten gekommen sein. Angeblich hatte die in Bochum geborene Frau einen Freund, mit dem die Familie nicht einverstanden war. Letztlich, so hieß es, sei die junge Frau ausgezogen. Zuletzt soll sie in einem Iserlohner Frauenhaus Zuflucht gesucht haben.
Patronenhülsen und Geschosse gefunden
Derweil ging das Kommissariat 23 der Hagener Polizei zahllosen Hinweisen nach. Monatelang wurde intensiv ermittelt. Indizien wurden zusammengetragen, Telefondaten ausgewertet, Gespräche überwacht, DNA-Spuren abgeglichen. Anfang des Jahres - Monate nach dem Mord - kehrten die Beamten an den Tatort, den tristen Rastplatz „Sterbecker Siepen” an der Sauerlandlinie zwischen Hagen und Lüdenscheid zurück, um hier den Boden umzugraben und die Erde zu sieben. Ein Aufwand, der sich lohnen sollte. Denn im Boden fanden die Experten mehrere Patronenhülsen und Geschosse. Iptehal Z. aber war durch nur einen einzigen Schuss in den Kopf getötet worden. Ein scheinbarer Widerspruch, der darauf hindeuten könnte, dass ein Warnschuss gefallen war. Möglicherweise, weil die 20-Jährige ihrem westlichen Lebensstil abschwören sollte. Letzterer war laut Anklage Grund für den „gemeinschaftlichen Mord aus niederen Beweggründen”.
Umfangreiche Anklageschrift
„Motiv für die Tat soll die Wiederherstellung der angegriffenen Familienehre gewesen sein”, zitiert Richter und Pressesprecher des Landgerichts Till Deipenwisch auf Anfrage der Westfalenpost aus der umfangreichen Anklageschrift. Die Staatsanwaltschaft sieht den Cousin der Toten aus Wuppertal (Ezzedin A., 20 Jahre, Syrer) und den Onkel der jungen Frau (Hussain K., 48 Jahre, finnischer Staatsbürger) als Täter.
Informationen der Westfalenpost zufolge soll der flüchtige Hussain K. unter falschem Namen vor der Tat nach Deutschland eingereist und anschließend wieder ausgereist sein. DNA-Spuren und Handy-Protokolle sollen die Ermittler auf seine Spur gebracht haben. „Allerdings ist der zweite Angeschuldigte bis heute flüchtig”, fasst Till Deipenwisch den aktuellen Sachstand zusammen. Der Richter bestätigt, dass die 2. Große Jugendkammer am Landgericht Hagen, dem die Akten seit Wochen vorliegen, gestern Untersuchungshaft gegen den 20-jährigen Ezzedin A. erlassen hat.
Eine Spur, die im Spätsommer zu einem Entführungsfall nach Marburg führte, erwies sich übrigens als Sackgasse. In dem Fall war Iptehal Z. drei Tage vor ihrem Tod als Zeugin aufgetreten und hatte einen Ex-Freund belastet. Weil sie Angst hatte, wurde sie seinerzeit von der Polizei bis in den Gerichtssaal begleitet. Gleichwohl ergaben die Ermittlungen, dass dieser Fall nichts mit dem Mord an der Sauerlandlinie zu tun hatten.
20:21
Ich habe mir jetzt alle Kommentare durchgelesen und mich bisher enthalten. Das Thema der Parallelgesellschaften und archaischen Verhaltensweisen brennt mir schon länger unter den Nägeln.
Da wir in DE ja auch so Tolerant sind, konnte sich diese hier auch fast ungestört ausbreiten.
Diese Verhaltensweisen und Parallelgesellschaften als Folklore abzutun und daraus resultierende Taten nur entsprechend sanft zu ahnden dürfte der ganz falsche weg sein.
Es gibt IMHO nur ganz schmale Grenzen zwischen Toleranz, Selbstaufgabe und einfach nur wegsehen. Sieht man aber hin und wagt es auch noch auf einen Missstand hinzuweisen, wird man niedergeknüppelt. Irgendwer holt garantiert die Nazi-Keule raus.
Ich sehe das so, das sich unsere Gesellschaft im Moment im Stadium „selbstaufgabe“ und „wegsehen“ befindet. Wer etwas daran ändern will, ist schließlich „rechts“ und das ist ja böse. Nur „links“ ist gut, was man auch in erschreckender weise in der Berichterstattung diverser Medien sehen kann.
Und jetzt erlaube ich mir mal die Kommentare von Fatih zu interpretieren: Seiner Meinung nach wäre ein umfassendes Kopftuchverbot im gesamten öffentlichen Raum schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Meiner Meinung nach könnte das sogar funktionieren, nur möchte ich den Politiker oder die Zeitung sehen, der oder die den Mumm hat, dieses zu fordern. Der Aufschrei der Guten, oder besser Toleranten oder noch besser Selbstaufgegebenen oder vielleicht am besten Wegsehenden ist gewiss.
09:01
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07:19
Ich denke mal,daß eine solche Tat nicht mit dem Koran vereinbar ist.
Auch die Bibel ächtet Mord.Trotzdem sind christliche Länder auch nicht gerade das Paradies auf Erden.
Was mich ein bischen irritiert - warum wehren sich muslimische Frauen nicht ?
Das es geht haben doch die Frauen in der westlichen Welt gezeigt !
00:29
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23:20
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23:18
Hallo Fatih,
Sie fordern von der deutschen Gesellschaft mehr entgegenkommen zu den gefährdeten Frauen hin. Das Opfer war aber, genau wie auch etwa Morsal O., in einem Frauenhaus untergekommen. Sie hat es wohl auf eigenen Wunsch verlassen und sich letztendlich, genau wie Morsal O., wohl freiwillig zu ihren späteren Mördern begeben.
Frage: was genau hätte die deutsche Gesellschaft, bzw. die Hilfsinstitutionen besser machen können / sollen?
Bei den Frauen fehlt die Kraft zum Bruch mit der Familie. So frustrierend das auch sein mag.
Das Opfer traf sich wahrscheinlich in der Hoffnung auf Versöhnung mit den Tätern.
Sie schreiben ansonsten: Wie kann die deutsche Gesellschaft helfen, den Jugendlichen diesen Druck zwischen Familie und Gesellschaft erträglich zu machen?
Hier verstehe ich leider ehrlich nicht genau, was sie meinen. Die Gesellschaft stellt mit Jugendämtern, Frauenhäusern, Brennpunkt-Jugendcentern nur für Mädchen, Sozialarbeitern an immer mehr Schulen, einer durchaus für häusliche Gewalt sensibilisierten Polizei und Staatsanwaltschaft meiner Meinung ausreichend Hilfsangebote. Vereine wie Hatun&Can ermöglichen umfassende Hilfe bis hin zu anonymen Umzügen und Namensänderungen.
Es ist ein gestörtes Frauenbild, das diese Taten erst denkbar für die Täter macht. Ein traditionell-islamisches Weltbild, das sie gegen die freiheitlichen Ideen der Gesellschaft immun macht. Je dogmatischer die Koran Auslegung, umso entrechteter die Frauen. Die Ablehnung und Verurteilung solcherarts Gedankengut kann nur innerhalb der sog. Parallelgesellschaft passieren. Sie lässt sich leider nicht von der Mehrheitsgesellschaft vopn außen einimpfen.
22:45
Und so eine Fr. Lehmhaus fördert diese Frauenfeindlichkeit auch noch.
Eigentlich wissen doch alle Politiker was in diesen Kulturkreisen abgeht aber wenn sie die Frauen offensiver schützen dann müssten sie die Rechnung bezahlen.
Muslimische Revolte und jede Menge Kosten am *****!
Da spendiert die FDP lieber ein paar Burkinis!
Das nenne ich Doppelmoral!
21:55
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21:20
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21:14
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