Unter Verdacht
Hat auch die Sparkasse mit Daten geschlampt?
01.07.2009 | 20:32 Uhr 2009-07-01T20:32:00+0200Köln. Nach Bahn, Post und Telekom droht nun offenbar auch der Sparkasse Köln-Bonn ein Datenskandal. Laut einem Medienbericht lagern bei einem Unternehmensberater in Reutlingen hochsensible Mitarbeiter- und Kundendaten.
Bei der Sparkasse Köln-Bonn bahnt sich ein neuer Datenskandal an. Nach Recherchen des WDR lagern bei einem Reutlinger Unternehmensberater interne Vertriebsdaten der Sparkasse auf 25 Festplatten, darunter hochsensible Mitarbeiter- und Kundendaten sowie Vorstands- und Verwaltungsratsprotokolle.
Wie der WDR am Mittwoch berichtete, war der Unternehmensberater bis Anfang 2009 von dem Geldinstitut engagiert, um das Vertriebssystem zu optimieren. Nach eigener Aussage wurden ihm alle Daten jeweils umgehend und ohne Anonymisierung zur Verfügung gestellt. Eine Vertraulichkeitserklärung, wie sonst üblich, habe er nie unterzeichnen müssen, einen schriftlichen Auftrag habe es nicht gegeben.
Sparkasse dementiert
Die Sparkasse Köln/Bonn ließ die Vorwürfe über einen Rechtsanwalt dementieren. Ein Vertragsverhältnis habe es sehr wohl gegeben, die geltenden Datenschutzrichtlinien seien Bestandteil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Geldinstituts. Die Sparkasse prüft nach Angaben des Rechtsanwaltes rechtliche Schritte gegen den Unternehmensberater.
Die Sprecherin der nordrhein-westfälischen Datenschutzbeauftragten zeigte sich überrascht von den Ergebnissen der WDR-Recherchen: Ein vergleichbarer Vorgang sei im Bankenwesen bisher noch nicht bekannt geworden. Man prüfe jetzt die Einleitung eines Verfahrens gegen die Sparkasse. (ddp)
11:02
Na klar, jetzt trifft die objektive, hieb- und stichfeste journalistische Sensatispresse DIE Sparkasse! Das schon mal vorneweg - DIE Sparkasse gibt`s ja leider nicht - zum Glück für Deutschlands Privatbank-Bonzen. Aber Panikmache ist natürlich Programm, wird doch durch eine solche Überschrift dem Sparkassenkunden aus Zwiesel, Düsseldorf, München etc. zunächst kräftig ins Gesicht geschlagen. Jetzt haben DIE nicht nur meine T-Mobile-Daten, sondern auch noch mein überzogenes Sparbuch auf dem Bildschirm. Beim weiterlesen erfährt er dann, daß es sich doch nicht um seine Sparkasse vor der Haustüre handelt und daß niemand nix bewiesen hat. Aber was soll`s, so ist einfach das perverse Geschäft des Journalismus - die Quote zählt. Manchmal frage ich mich, was schlimmer ist - die Pleitebanker, die unser aller Wohlstand riskiert haben (Volksbanken und Sparkassen zählen dazu wohl nicht!!!) oder die Journalisten, die eigentlich das Thema nicht umfassend begreifen, aber in sog. Krisentickern der Bevölkerung vorgaukeln, morgen geht die Welt zugrunde. Dass es in diesem Fall die Spk Köln getroffen hat (Sensations-Wahnsinn) ist auch einleuchtend. Da müssen die WDR-Mitarbeiter nicht so weit fahren und sind pünktlich zum Mittagessen zu Hause. vielleicht können wir ja morgen schon - ganz, ganz klein im hintersten Winkel des Sendeprogramms - sehen /lesen, daß sich alles hier als Ente oder Vorbote des Sommerlochs entpuppt hat.
20:39
...ist doch alles in Ordnung in der neuen DDR.