Hält das Bollwerk Krupp-Stiftung auch ohne Cromme?
08.03.2013 | 18:19 Uhr 2013-03-08T18:19:00+0100
Essen. Als Großaktionär von Thyssen-Krupp ist die Stiftung bislang ein Bollwerk gegen feindliche Übernahmen. Nun scheidet mit Gerhard Cromme (70) der potenzielle Nachfolger von Stiftungschef Berthold Beitz (99) aus. Das sorgt für Verunsicherung in der Belegschaft.
Hält das Bollwerk Krupp-Stiftung? „Diese Sorge treibt mich auch um“, sagt Wilhelm Segerath, der Konzernbetriebsratschef von Thyssen-Krupp. Die gemeinnützige Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ist das Vermächtnis des letzten persönlichen Inhabers der Firma Krupp. Mit seinem Tod am 30. Juli 1967 und dank des Erbverzichts seines Sohnes Arndt von Bohlen und Halbach ging das Vermögen von Alfried Krupp auf die Stiftung über. Heute hält sie 25,3 Prozent der Anteile des Essener Industriekonzerns Thyssen-Krupp und ist damit größter Einzelaktionär.
Neben dem Auftrag, die Einheit des Unternehmens zu wahren, hat sich die Stiftung zum Ziel gesetzt, Projekte aus Kultur, Wissenschaft, Sport und Gesundheitswesen zu fördern. Im Laufe der Jahre hat die Krupp-Stiftung dafür mehr als 615 Millionen Euro aufgewendet. Gerade das Ruhrgebiet profitiert davon. Ihren Sitz hat die Stiftung an historischer Stelle in Essen: Im Park gegenüber der Villa Hügel, die bis 1945 Wohnsitz der Krupp-Familie war.
An der Spitze der Stiftung steht der 99-jährige Berthold Beitz, der den scheidenden Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme bislang als seinen Nachfolger aufgebaut hatte. Beitz stärkte Cromme lange den Rücken. Doch nun scheidet der 70-jährige Cromme auch als stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Krupp-Stiftung aus. Der Wechsel sorgt für Verunsicherung in der Belegschaft. Die Frage lautet: Wie viel Kraft hat die Krupp-Stiftung?
Druck des Kapitalmarkts
„Die soziale Verantwortung darf nicht auf dem Altar der Kapitalmärkte geopfert werden“, fordert Konzernbetriebsratschef Segerath. „Dafür war die Stiftung ein Garant. Und ich hoffe, das wird auch in Zukunft so sein.“ Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, Erhalt von Arbeitnehmer-Mitbestimmung und Standorten – das sind Segeraths zentrale Anliegen.
Mit ihrer Sperrminorität ist die Stiftung auch ein Bollwerk gegen feindliche Übernahmen. Seit 2007 nutzt die Stiftung mit Billigung einer Hauptversammlungsmehrheit die Möglichkeit, drei Vertreter direkt in den Aufsichtsrat zu entsenden. Einer von ihnen war bisher Cromme. Mit den Aufsichtsratsposten verfügt die Stiftung über erheblichen Einfluss im Unternehmen. Der Dax-Konzern wird fast wie eine Familienfirma geführt. Unter den Milliardenverlusten des Konzerns leidet auch die Stiftung. Erstmals seit der Fusion von Thyssen und Krupp im Jahr 1999 erhalten die Eigentümer und damit auch die Stiftung, die auf diese Mittel angewiesen ist, keine Dividende.
23:14
z. B. Philharmonie Essen, Museum Folkwang Essen, Bibliothek der Folkwang Uni, ....
22:48
milliarden verluste und keiner will es gewesen sein. lächerlich unsere angeblichen
top-manager.
15:58
Die Stiftung wäre gut beraten, wenn sie den größten Teil der ThyssenKrupp-Aktien verkaufen würde - falls das die Satzung zulässt - und stattdessen das Stiftungsvermögen breit streuen würde. So wäre vermieden worden, dass jetzt keine Einkünfte anfallen und man wäre nicht auf Gedeih und Verderb von einer Firma und einer Branche abhängig.
12:10
Kann man irgendwo nachlesen, was und wer mit wieviel gesponsort wurde?
11:00
Als ergrauter Stahlkocher begrüße ich zunächst den Abgang von Herrn Cromme.
Auf den zweiten Blick erkenne ich sehr wohl, daß mit Ihm ein weiterer sachkundiger
Stahlmann von der Bildfläche verschwindet und wer danach kommt und genügend Insiderwissen mitbringt ist fraglich. Unternehmenskultur und familiäre Strukturen sowie
soziale Verantwortung verschwanden je mehr Man in Black (Unternehmensberater)im
Konzern auftauchten und nur noch Manager und keine gewachsenen Direktoren das
Zepter schwangen. Herr Beitz möge 200 Jahre alt werden. Als Stahlkocher habe ich
Angst vor der Zukunft und den Machenschaften korrupter high potentials, die nur das Ziel verfolgen eigene Gewinne zu optimieren.
..............dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
Aber so kann es doch nicht weiter gehen. Wann wollen sich die Menschen in diesem Land denn endlich verbünden und diesen Herrschaften zeigen, was deren Bestimmung ist?
Was Sie beschreiben trifft auf jedes größer Unternehmen zu. Überall nur noch unwissende Geldabzocker, die keine Ahnung haben, damit allerdings hausieren gehen.
Wir müssen uns zusammentun, ansonsten...