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Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv

18.03.2009 | 13:53 Uhr
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv

Köln. Gutachter sollen bereits Monate vor dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs wegen unsicherer Statik-Berechnungen bei dem benachbarten U-Bahn-Bauprojekt gewarnt haben. Dadurch könnten «unter Umständen auch Menschenleben gefährdet» werden, heißt es laut Medienberichten in dem Gutachten.

Gutachter sollen bereits Monate vor dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs wegen unsicherer Statik-Berechnungen bei dem benachbarten U-Bahn-Bauprojekt gewarnt haben. Foto: ddp

Bereits mehrere Monate vor dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs soll es Warnungen wegen unsicherer Statikberechnungen bei dem benachbarten U-Bahn-Bauprojekt gegeben haben. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete vorab, ein Gutachten des Aachener Hochschulinstituts für Geotechnik im Bauwesen habe vor der Gefährdung von Menschenleben gewarnt. Wegen unstabilen Baugrunds und hohen Grundwasserdrucks seien die Gutachter Ende September 2008 zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bauschlitzwände an den U-Bahn-Haltestellen vier Meter tiefer in der Erdschicht verankert sein müssten als in der Ausschreibung vorgesehen. Auf die Anfrage der Zeitung, ob die Gutachter-Empfehlung umgesetzt worden sei, hätten die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) nicht geantwortet.

Der Präsident der Ingenieurkammer-Bau in Nordrhein-Westfalen, Peter Dübbert, kritisierte in dem Blatt, die Aufträge für die Prüfingenieure des Milliardenprojekts seien nur nach dem Kriterium niedrigster Preis vergeben worden. Er könne nicht begreifen, dass «solch höchst sensible und sicherheitsrelevante» Arbeiten nach Billigstgeboten vergeben würden. Der Kölner U-Bahn-Bau sei «wie eine Doppelgarage in einem Hinterhof» bewertet worden.

Der ehemalige Kölner Baudezernent Bela Dören warf der Stadtspitze in dem Blatt vor, mit dem Outsourcing des U-Bahn-Projektes an die KVB die Bauaufsicht für das risikobehaftete Projekt 2002 leichtfertig aus der Hand gegeben zu haben. Da die KVB über keinen ausreichenden Sachverstand für den U-Bahn-Bau verfügt habe, seien die meisten Aufträge an Ingenieurbüros vergeben worden. «Man musste sich auf die beauftragten Firmen verlassen, ohne sie kontrollieren zu können», sagte Dören. (ddp/afp)

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Kommentare
18.03.2009
15:51
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von hamicha | #15

Wenn sich ein gewiefter Firmen-Kalkulator eine Ausschreibung des Ö.D. ansieht,weiß er genau wo die Schwachpunkte sind und Nachträge - natürlich zu einem i.d.R. höheren Preis - notwendig werden.Entweder gestehen die öffentlichen Planer ihre Unfähigkeit ein und akzeptieren diese Nachträge, oder sie beharren auf ihrer Inkompetenz und lassen nach Ausschreibung weiterbauen.Folgen sind bekannt,mangelnde Bauüberwachung Dank Inkompetenz auch.
Das fängt schon bei der Kalkulationsprüfung der Angebote durch den AG an.
Übrigens : der Ö.D. vergibt auch Planungsaufträge an sog. Ing-Büros,die es zuhauf gibt,deren Quali aber durchaus angezweifelt werden kann.
Billig ist nicht besser ! Nach meiner Kts. sollen Auftragsvergaben zunächst nach der plausiblen Wirtschaftlichkeit und dann nach dem Preis vergeben werden.

18.03.2009
14:51
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von BerndBruns | #14

Ja, und dann gibt es, nach der vorsätzlichen oder fahrlässigen Verzögerung der lustlosen staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen am Ende auch noch die juristisch beliebte Hintertür der Verjährung um Straftäter im Umfeld des Kölner Klüngels am Ende von rechtsstaatlichen Sanktionen zu bewahren...
So ist sie halt, die von Korruption unterwanderte Bananenrepublik Deutschland

18.03.2009
14:34
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von NICO | #13

Hallo Freunde,

als damaliger Leiter des Gebäudemanagements der Tochter einer großen Baufirma,, habe ich vor Jahren ein Angebot für die beiden Hochhäuser der AOK in Düsseldorf abgegeben.
Aufgrund von Unterlagen der Firma, die den Autrag zum damaligen Zeipunkt hatte, konnte der Arbeitsaufwand mit eine einstelligen prozentualen Umsatzrendite genauestens knapp kalkuliert werden.
Wir 750TDM, eine weitere renommierte FM Firma 850TDM und noch eine weitere kompetente Firma 920TDM.
Der Auftrag wurde einer mittelständische Firma für 310TDM erteilt.
Wohlwissend, dass für dieses Geld die Arbeiten garnicht durchzuführen waren.
So läuft es.

Nur, eins ist Gewiss, die Firma Bilfinger & Berger baut in Köln ncht die erste U-Bahn, bei denen gibt es kein learning by doing. Das sind in technischer, wie in kaufmännischer Hinsicht absolute Fachleute. Die lassen sich von städtischen Beamten weder über den Tisch ziehen, noch übernimmt sie Verantwortung für Dinge, die sie nicht zu vertreten hat.
Ausschreibung ist Ausschreibung, Sicherheitsbedenken werden angemeldet und Nachträge eingereicht um die Sicherheit sicherzustellen..
Der Auftraggeber entscheidet.
Entscheidet er dagegen oder garnicht, dann sollte er auch, wie ja wohl in Köln gegen die Nachträge, dann muß man diese Entscheidungsträger auch dafür verantwortlich machen.

Aber, wie schon so oft erlebt, diese sind nach einiger Zeit in Ruhestand, Akten sind nicht mehr auffindbar, Computerfestplatten versehentlich gelöscht oder verschwunden, die beamteten Fachleute in anderen Abteilungen tätig und können sich an nichts mehr erinnern.

Glaubt mir, die Baufirma hat sich mit Sicherheit abgesichert, zu Recht, sonst hätte sie die Verantwortung zu tragen.

Erinnert Euch doch mal an den Einsturz der Turnhalle im Winter in Süddeutschland. Wie ist es ausgegangen?? Na bitte!!
So wird es auch in Köln ausgehen!!!!!!!!!!!

Gruß NICO

18.03.2009
13:50
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von ohwehohweh | #12

Papperlapapp...

...jetzt folgt eine brutalstmögliche Aufklärung!

Natürlich wird nichts vertuscht sondern ohne Rücksicht auf Namen/Position Aufklärung betrieben.

Im wahrsten Sinne des Wortes wird jetzt jeder Stein umgelegt, bis die Wahrheit schonungslos ans Licht kommt und die Verantwortlichen die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen.

Wir leben doch nicht in einer Bananenrepublik...

>Sarkassmus Ende<

18.03.2009
13:23
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von Steinschulte | #11

K V B oder Kölner Beerdigungsverein ???

18.03.2009
12:13
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von radieschen | #10

Wie ich schon schrieb: Wer noch an Gerechtigkeit glaubt, sollte weite träumen.

18.03.2009
11:18
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von BerndBruns | #9

Der Rechtsstaat, da bin ich mir sicher, wird auch in diesem Fall bei der Aufarbeitung behördennaher Straftaten versagen. Zumal in der Klüngelstadt Köln mit einer Staatsanwaltschaft, die ihre Aufklärungsungsunwilligkeit in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt hat.

18.03.2009
11:04
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.03.2009
10:37
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von Nawell | #7

Daran glaub ich auch nicht mehr... schon lange nicht...

18.03.2009
10:03
Gutachter warnten vor Baustelle am Stadtarchiv
von Hoffnungsloser | #6

Das gleiche Bild kann man in allen Städten finden. Sparen, bis die Schwarte kracht. Leider immer an der falschen Stelle. Der Umfang der Leistungen in einer Aussschreibung wird zu wenig hervorgehoben. Es geht nur über den Preis. Und an dem verdienen auch noch jene, die den Mist verzapft haben. Die Geschichte wiederholt sich ständig. Ich glaube nicht mehr an Aufrichtigkeit oder gar Gerechtigkeit. Ich glaube auch nicht mehr an Veränderungen durch freie Wahlen.

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