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Suizid

Gunter Sachs und die „ausweglose Krankheit A.“

18.02.2013 | 18:36 Uhr
Gunter Sachs und die „ausweglose Krankheit A.“
Gunter Sachs mit seinem Sohn Claus Alexander 2004 bei der Gala-Premiere des "Grossen Russischen Staatscircus" . Wegen seiner Alzheimer-Diagnose nahm sich Sachs 2011 das Leben.Foto: Joerg Koch

Essen.   Zahlreiche Prominente begingen in den vergangenen Jahren Suizid. Unter ihnen auch die Frau des Alt-Kanzlers Hannelore Kohl, das Ehepaar von Brauchitsch und Fußballer-Legende Timo Konietzka. Ihre Entscheidung, das Leben bis zum Schluss selbst unter Kontrolle zu halten, regte auch die gesellschaftliche Debatte über ein selbstbestimmtes Sterben an.

Er hatte sich nichts anmerken lassen. Bis zum Schluss nicht. Er gab wie gewohnt den Grandseigneur, den Weltbürger, den Lebemann. Und auch in seinem Abschiedsbrief bleibt Gunter Sachs dezent, schreibt von der „ausweglosen Krankheit A.“. Ein Mann mit Stil, der sein Leben bis zum letzten Moment selbst unter Kontrolle halten wollte. In diesem letzten Moment, am 7. Mai 2011, greift er in seinem Chalet im Schweizer Gstaad zur Pistole.

Ex-Playboy Gunter Sachs, das Ehepaar von Brauchitsch, Dortmunds Fußball-Legende Timo Konietzka und auch Hannelore Kohl, die Frau von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl, sie alle setzten ihrem Leben eigenhändig ein Ende. Müde, geplagt von schweren Krankheit oder konfrontiert mit einer medizinischen Diagnose, die ihnen die verbleibende Lebenszeit nicht erträglich erschienen ließ.

Das Ehepaar Helga und Eberhard von Brauchitsch – er stand als Flick-Manager im Licht der Öffentlichkeit – hatte die letzten Jahre sehr zurückgezogen gelebt. 83 Jahre alt waren sie beide, 58 Jahre davon miteinander verheiratet. „Mit fortschreitender Verschlechterung ihres gesundheitlichen Zustandes haben meine Eltern diesen Schritt in Erwägung gezogen und dann zu einem geeigneten Zeitpunkt diesen Schritt getan“, erklärt Tochter Bettina von Brauchitsch später.

Sie gingen im Herbst 2010 in den Tod nach langem gemeinsamen Leben. Unterstützt wurden sie durch die Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit. Ebenso wie der in Lünen geborene Ex-Fußballstar Timo Konietzka. Im Februar 2012 hatte er, der zuletzt am Vierwaldstätter See in der Schweiz wohnte, von seinem unheilbaren Karzinom erfahren, im März schied er aus dem Leben. Bei Exit, der Organisation, die lediglich Schweizer oder Menschen mit Wohnsitz im Land beim Suizid begleitet, war er bereits seit 2001 Mitglied.

Die Frage, ob es ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod gibt, wird nicht zuletzt durch diese prominenten Selbsttötungen heftiger diskutiert denn je. Wann ist Leben noch lebenswert, ab wann wird es nicht mehr so empfunden? Es ist das Symptom einer immer älter werdenden Gesellschaft, die den Tod nicht mehr bedingungslos als etwas Gottgegebenes akzeptiert.

Hayke Lanwert

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2013-02-18 18:36
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