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Rechte Gewalt

Gruppe soll sich Waffen für Terrorkampf beschafft haben

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Ein Foto der Band "Weiße Wölfe". Marco G. soll der zweite Mann von rechts sein. Das Foto wurde auf einem Bauernhof im Dortmunder Umland aufgenommen, heißt es.Foto: privat

Der bewaffnete Arm der europäischen „Blood & Honour“-Szene sind die Combat 18 Gruppen. Die Ziffern 1 und 8 stehen dabei für die Anfangsbuchstaben der beiden Wörter: Adolf Hitler. In Dortmund gab es seit etwa 2003 Überlegungen eine Terrorzelle nach dem Vorbild von Combat 18 zu gründen. Die Idee entwickelte sich im Umfeld der Dortmunder Skinhead-Band „Oidoxie“ und deren Kameradschaft, die sich „Oidoxie Streetfighting Crew“ nennt. Marco G. ist Chef der Band „Oidoxie“. Die Hymne der „Streetfighting Crew“ heißt: „Terrormachine“. Hassmusik.

Nach einiger Zeit sollen sich fünf Männer zusammengefunden haben: Neben Marco G., Micha L. aus Frankfurt an der Oder sowie Robin S, Sebastian S. und Stephan G. aus Dortmund. Eine der ersten Aufgaben der Zelle sei es gewesen, Waffen für den Terrorkampf zu beschaffen.

Die Wege sind lang. Die „Oidoxie Streetfighting Crew“ unterhält damals Kontakte nach Belgien. Die Band Oidoxie trat bei Neonazi-Konzerten in Dendermonde auf. Hier werden Verbindungen zu Joeri van der P. geknüpft. Der Belgier ist führender Kopf der rechtsextremen Organisation „Bloed, Bodem, Eer & Trouw“. Gemeinsam veranstalten die Neonazis auf einem Gelände nahe Dendermonde Schießübungen.

Und mehr noch: Joeri Van der P. soll Waffen beschafft haben. Aus Kreisen des Verfassungsschutzes NRW heißt es, er sei nach Dortmund gefahren um Gewehre und Pistolen zu übergeben. Zeitweise verfügte die Gruppe über Pumpguns und eine Maschinenpistole, heißt es aus dem Verfassungsschutz.

Konzerte sollten Terrorzelle finanzieren

Die Dortmunder Combat 18-Gruppe soll sich damals regelmäßig im Partykeller von Marco G. getroffen haben. „Da wurde viel geredet“, heißt es aus dem Verfassungsschutz, „vor allem darüber, wie man die Kontakte ins Ausland aufbaut und pflegt.“ In einem Gewerbegebiet in Dortmund-Deusen soll die Gruppe Schießübungen mit scharfen Waffen veranstaltet haben.

Um die Zelle zu finanzieren, organisierte die Band Konzerte. Zu Ehren der rechtsradikalen Organisation „Blood & Honour“ kamen bis zu 2000 Nazis aus ganz Europa nach Holland und Belgien. In der Szene nannte man diese Konzerte auch Adolf Hitler Memorials. Gesichert wurden diese Feste unter anderem von bewaffneten Männern aus der Dortmunder Combat 18-Gruppe. Nach Informationen aus dem Umfeld des Verfassungsschutzes kamen bei diesen Konzerten bis zu 20 000 Euro Gewinn am Abend zusammen. Natürlich schwarz. Teilweise wurden damit andere rechtsradikale Gruppen in Dortmund unterstützt.

Überraschend soll die Dortmunder Combat 18-Gruppe ihre Aktivitäten im Frühjahr 2006 eingestellt haben. Aus Kreisen des Verfassungsschutzes heißt es, trotz aller Geheimnistuerei habe sich die Gruppe nicht aufeinander verlassen können. Ein Mann aus dem Umfeld von G. wollte Waffen vom Balkan besorgen. Daraus wurde aber nichts. Danach galt er als Schwätzer. Zudem erschien Marco G. den Kämpfern zu sehr als „Propaganda-Minister“, der sich nicht selbst „die Finger schmutzig machen will“. Die Gruppe habe ihre Pläne weitgehend aufgegeben. Die Waffen der Dortmunder C18-Zelle sind heute zu einem großen Teil verschwunden.

Nazi-Angriff auf Dortmunder DGB-Demo

 

Kommentare
15.05.2012
17:34
In spätestens 15 Jahren werden die Mirgnaten/Innen das gesamte Naziproblem
von eksom | #11

von alleine und vor allem selber lösen, wenn die Politik (alle Parteien!), die Justiz, die Wirtschaft und die Polizei, der DGB und sowie all die...
Weiterlesen

1 Antwort
Neonazi gründete offenbar rechte Terrorgruppe in Dortmund
von jmeller | #11-1

Ich glaube wir brauchen keine Grundentnazifierung. (Hört sich ähnlich wie Endlösung an). Die Nazis des 3. Reich sind so gut wie alle tot.

Ansonsten sind die USA und anderen Alliierten keine Besatzungsmacht mehr. Vielleicht haben Sie es noch nicht gemerkt, der Krieg wurde 1945 beendet.

Und wenn ich Ihren Satz lese:

"In spätestens 15 Jahren werden die Mirgnaten/Innen das gesamte Naziproblem
von alleine und vor allem selber lösen, "

So ähnlich haben die Nazis auch argumentiert. Anstatt "!Naziproblem" muss man nur "Judenproblem" einsetzen.

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Neonazi gründete offenbar rechte Terrorgruppe in Dortmund
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http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/neonazi-gruendete-offenbar-rechte-terrorgruppe-in-dortmund-id6660280.html
2012-05-15 09:21
Rhein und Ruhr