Grüne machen Druck für Rhein-Ruhr-Express
04.05.2009 | 09:29 Uhr 2009-05-04T09:29:00+0200
Düsseldorf. Schnelles Handeln für die Realisierung des Rhein-Ruhr-Express (RRX) fordern die Grünen in NRW. Der Fahrgastverband «Pro Bahn» in Nordrhein-Westfalen spricht von einem «drastischen Qualitätsproblem» auf den Schienen an Rhein und Ruhr.
Überfüllte Züge, häufige Verspätungen und hohe Preise - beim Nahverkehr der Deutschen Bahn (DB) zeichnen sich in NRW keine Verbesserungen ab. Nötig sei beim Land «endlich ganz massives Tempo» bei der Realisierung des Rhein-Ruhr-Express (RRX), fordert der Verkehrsexperte der Grünen-Landtagsfraktion, Horst Becker. Der Politiker ist selber Bahnfahrer und weiß, dass ein neuer, schneller Nahverkehrszug zwischen Köln und Dortmund dringend gebraucht wird. Das Land habe den Zug bis 2015 versprochen. Nun müsse das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, so Becker.
Derzeit arbeite man noch an der «Vorentwurfsplanung», sagt eine Sprecherin von Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU). Nach dem Scheitern des Metrorapids im Jahr 2003 hatten die damalige rot-grüne Landesregierung und die Bahn bereits zur Fußball-WM 2006 einen schnellen Nahverkehrszug in Aussicht gestellt. Unter dem Namen Metroexpress und später RRX wurden diese Vorschläge debattiert. Die Projekte konnten aber auch unter Schwarz-Gelb noch nicht verwirklicht werden.
Dauerstreitthema Nahverkehr
Die schlechte Qualität des Nahverkehrs ist ein Dauerstreitthema vor allem im Ruhrgebiet. Erst im Dezember hatten der damalige Bahnchef Hartmut Mehdorn und der damalige Landesverkehrsminister Oliver Wittke (CDU) Verbesserungen im Regionalverkehr versprochen. Beide Männer sind nicht mehr im Amt - das Problem bleibt.
Zwei Hauptakteure im Dauerzwist um den Bahnverkehr in NRW sind die Bahn und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Anfang Mai werde man erneut über eine Lösung im Streit um Qualität und Kosten mit der Bahn verhandeln, teilt eine VRR-Sprecherin mit. Auch eine DB-Sprecherin bestätigt weitere Gespräche.
VRR und die Bahn streiten seit Jahren um Qualität und Kosten im Schienennahverkehr. Im Dezember hatte das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschieden, dass der VRR der Bahn rund 112 Millionen Euro zurückzahlen muss, die der Verkehrsverbund seit 2007 einbehalten hatte. Von dieser Summe verfügt der VRR nach eigenen Angaben aber nur über 77 Millionen Euro. Die restlichen 35 Millionen Euro müssten die Kommunen zuschießen.
Der VRR hatte die Zahlungen an die Bahn mit der Begründung nicht erbrachter Leistungen wie unpünktlicher und schmutziger Züge verweigert. Um an das Geld zu kommen, hatte die Bahn im Februar Zwangsvollstreckung gegen den VRR beantragt. Inzwischen haben sich Bahn und VRR aber im Rahmen eines Eckpunktepapiers auf finanzielle und qualitative Verbesserungen des Schienen-Nahverkehrs verständigt.
Pro Bahn: "Drastisches Qualitätsproblem"
Einstweilen müssen vor allem die Berufspendler vor allem im Ruhrgebiet mit dem schlechten Service leben. Lothar Ebbers vom Fahrgastverband «Pro Bahn» in Nordrhein-Westfalen spricht von einem «drastischen Qualitätsproblem» auf den Schienen an Rhein und Ruhr. Bei einigen S-Bahn-Linien würden Verspätungen in Kauf genommen und sogar offiziell eingeplant. Über Jahre und Jahrzehnte sei viel zu wenig in die Bahn-Infrastruktur investiert worden.
Das Bahnnetz im Ballungsraum Rhein-Ruhr ist marode und fehleranfällig. Der Sanierungsbedarf liege bei rund 300 Millionen Euro, schätzt der Grünen-Politiker Becker. Es fehlen ausreichend Gleise auf einigen Strecken wie zwischen Düsseldorf und Duisburg. So kann es passieren, dass bei einer Sperrung durch einen Unfall bei Düsseldorf schnell einmal Rückstaus und Verspätungen von einer Stunde bis nach Bielefeld mitten im Berufsverkehr entstehen.
Der Fahrgastverband «Pro Bahn» fordert auch deshalb «keine neuen Preisrunden im Nah- und Fernverkehr». Doch davon können die Fahrgäste wahrscheinlich nur träumen. Schon jetzt zahlen sie knapp 140 Euro für ein Monatsticket erster Klasse. Das leisten sich notgedrungen immer mehr Pendler, denn die zweite Wagenklasse ist auf vielen Strecken zu den Stoßzeiten morgens und nach Feierabend hoffnungslos überfüllt. An der Bahnsteigkante in Nordrhein-Westfalen brauchen Reisende also viel Geduld und gute Nerven. (ddp)
21:58
Erst zulassen, dass die DB alle Züge bei Bombardier in Henningsdorf bestellt (Hallo GasGerd - wir haben Dich nicht vergessen)
Und sich dann beschweren, wenn Not an der Schiene ist, weil das EBA die zusammen gerotzte Flotte still legt.
Die Traumtänzer sollen mal mit der Tokioter U-Bahn fahren.
Oder mal einen kompletten Triebzug zusammenschrauben.
Nee - das letzte lieber nicht, dazu braucht man eine Ausbildung und Gehirnschmalz
15:58
In dem Artikel steht etwas von immer mehr Fahrgäste leisten sich ein Monatsticket 1. Klasse um der Überfüllung der 2. Klasse aus dem Weg zu gehen.
Fakt ist, die 1. Klasse ist jetzt schon zu Stosszeiten genauso überfüllt, wie die 2. Klasse. Hinzu kommt das es in den neuen S-Bahnen nur 16 Plätze in der 1. Klasse gibt, im Gegensatz zu den alten Wagons, die hatten 32. Desweiteren scheren sich etliche Reisende einen Kehricht um die Wagenklasse, die setzen sich hin wo Platz ist. Kontrolliert wird ja kaum noch.
15:15
und ich dachte immer, die Grünen fahren mit dem Rad! wofür bracuen die denn den Luxux-Zug? wohl nett eingerichtet in der Politik! Odder?
15:03
Bei einigen Kommentatoren kann man wirklich nur Inkompetenz feststellen.
Ob diese Herrschaften schon mal Bahn gefahren sind?
In finde #3 hat absolut Recht.
Das Land NRW mit dem damaligen Superminister Wittke hat jegliche Entwicklung verschlafen. Bis heute jagt ein Gutachten (natürlich von Land bezahlt) das nächste. Mit dem Ergebnis das nichts passiert, dabei sollte der neue Expresszug doch zur WM 2006 schon fahren. Auch waren doch teilweise die Gelder aus dem Transrapidprojekt schon da.
Durch das Ruhrgebiet muss eine eigene Trasse gebaut werden. Ferner müssen auch die Bahnhöfen und das rollende Material angepasst werden. Verssuchen sie doch mal durch die Bahnhöfe Mülheim, Essen oder Bochum noch weiter Züge zu schicken, es wird nicht funktionieren weil die entsprechenden Bahnsteige bzw. Trassen fehlen.
Man muss nicht Grüner sein um solche Missstände in NRW auszudenken man muss nur mal Bahn fahren.
Wir sollten aber trotzdem die Initiative der Grünen anerkennen den es wird höchste Zeit das was passiert.
14:30
#3 SAMMY: braucht du Wählerstimmen? RE und ICE fahren auf den gleichen Gleisen und haben die gleichen Haltepunkt. Und im Pott fährt der ICE auch keine 320!
14:26
Grüne sind und bleiben eben Grüne: nix gelernt oder Studium abgebrochen. Wie #1 und #2 schon schrieben: 2 oder 3 Waggons mehr anhängen, Taktfrequenz erhöhen und fertig ist der RRX. Die Grünen wollen mal wieder alle anderen als verblödet hinstellen.
13:58
Was sind das denn für Kommentare????
1. Erhöhung Taktfrequenz? Nein, zwischen Düsseldorf und Duisburg fehlen Gleise-> im RRX-Konzept.
2. Aufstockung der Wagen? Nein, nicht alle Haltepunkte sind lang genug. Es gibt einige Steigungen, die das Mehrgewicht von ca. 80to. pro zusätzlichem Wagen nicht mehr befahrbar sind.
3. Da die S-bahnen aber sehr langsam sind, weil sie überall halten, was soll der RE dann dahinter warten???
4. Leerlaufzeiten existieren partiell, aber nicht über einen gesamten Umlauf: Der RE1 fährt z.B. von Hamm bis Aachen, der bräuchte dann ne Trasse.
Reinster populismus?
Dazu sollte man wissen, daß die Verkehrsverbünde die Leistungen bestellen und daß auch das Land die Leistungen gekürzt haben.
Das hat wohl mit der DB-Regio nix zu tun.
Außerdem ist die DB-Netz für die Auslastung der Trassen zuständig......
Wer mal morgens mit dem RE1 gependelt ist, der weiß, wovon die Grünen sprechen.....aber keine Autofahrer.....
der SAMMY
12:56
Kommentar zu # 1 von hamicha hat doch vollkommen Recht.
Seit Jahren fährt regelmäßig der Regional-Express zwischen Dortmund und Köln.
Was krähen die Grünen da wieder nur herum?!
Auffallen um jeden Preis, scheint deren Devise.
12:10
Soviel ich weiß,fahren schon seit ettlichen Jahren RE´s durch das Land.Weshalb dann das ganze Palaver um RRX ?
Das Problem könnte doch durch Erhöhung der Taktfrequenz bzw. Aufstockung der Waggons behoben werden . Bei Behinderungen im Regelverkehr werden diese Züge auch über S-Bahn-Gleise umgeleitet.Weshalb werden
Leerlaufzeiten in den Taktungen nicht effizienter genutzt statt für viel Geld neue Gleise zu bauen,die dann auch nicht ausgelastet werden ? Reinster Populismus um davon abzulenken,daß die DB versucht die Kosten zur Beseitigung eines Riesen-Sanierungsstaus auf den Steuerzahler abzuwälzen statt aus den nicht zu knappen Gewinnen zu finanzieren.