Familie in Sorge: Autos rasen vor ihre Hauswand
13.02.2012 | 17:35 Uhr 2012-02-13T17:35:00+0100
Herten. Schon zum vierten Mal krachte es bei den Ziencs in Herten. Raser scheitern am Kreisverkehr in Herten.
Starke Wände muss sie haben, vor allem aber starke Nerven: Die Familie Zienc aus Herten hört es regelmäßig an der Hauswand krachen, wenn mal wieder ein Raser die Kontrolle über sein Auto verloren hat und zum Überraschungsgast an der Schlägel & Eisen-Straße wird.
Seit sechs Jahren wohnen die Ziencs in dem alten Fachwerkhaus, das mittlerweile verputzt ist. Und viermal hat es bereits gekracht: Das letzte Mal am Samstagabend, als fünf junge Gäste einer türkischen Hochzeitsfeier mit einem Opel bei einer Spritztour vor die Hauswand bretterten. Viel Übermut und Alkohol sollen im Spiel gewesen sein.
„Die sind mit hundertvierzig Sachen über die Schlägel & Eisen-Straße gedonnert“, erzählt Kerstin Zienc. „Dann wackelte das ganze Haus.“ Schon wieder, muss man da wohl sagen. Diesmal war es nicht anders als sonst: Das Gebäude liegt direkt hinter einem Kreisverkehr, und der wird schon mal übersehen oder einfach nicht mehr gemeistert, wenn die Geschwindigkeit zu hoch ist. Am Samstag soll der 18-jährige Fahrer seinem Vater auf der Hochzeitsfeier den Fahrzeugschlüssel stibitzt und dann seinen Freunden gezeigt haben, was er drauf hat – oder halt auch nicht.
Neue Treppe nach dem ersten Unfall
Kerstin Zienc und ihr Mann Thorsten waren als erste am Unfall-Wagen. „Die drei hinteren Insassen konnten sich selbst aus dem Auto befreien. Aber vorne war es so zerstört, da ging gar nichts mehr.“ Kerstin Zienc beruhigte den eingeklemmten Fahrer und seinen Beifahrer und alarmierte Polizei und Feuerwehr. Darin ist sie ja mittlerweile Profi.
Beim ersten Unfall bekamen sie eine neue Treppe, die alte war zu Bruch gegangen. Da endete die Fahrt in aller Frühe an ihrer Hauswand, weil es „jemand besonders eilig hatte zur Arbeit“. Dieses Mal muss sogar ein Statiker kommen. „Es hat ja dermaßen gerappelt, dass wir nicht wissen, ob unser Haus überhaupt noch sicher ist“, sagt Kerstin Zienc.
Jetzt hat die 36-Jährige den Bürgermeister um einen Ortstermin gebeten. „Die müssen die Straße schmaler machen oder Schweller einbauen, damit die Leute nicht so rasen.“
Mit gemischten Gefühlen gehe sie abends ins Bett, immer mit der Angst vor dem nächsten Crash. Und: Die neunjährige Tochter darf nicht mehr im Vorgarten spielen – schon lange nicht mehr.
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