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Falsche Hilfe

07.09.2007 | 04:01 Uhr

Neue Vorwürfe gegen den Verein "Die Helfenden". Nach einem WAZ-Artikel meldeten sich weitere Menschen, die sich betrogen fühlen. Auch die Gutgläubigkeit ehemaliger BenQ-Mitarbeiter soll Friedhelm K. ausgenutzt haben

Duisburg. Jüngst berichteten wir an dieser Stelle über Friedhelm K. und den Verein "Die Helfenden" aus Rees. In dem Artikel wurde geschildert, wie sich Menschen - vor allem ausländische Bürger mit behinderten Familienmitgliedern - von dem Mann und dem Verein betrogen fühlen: Sie schilderten, wie er ihr Vertrauen missbraucht und ihnen mit falschen Versprechungen Geld aus der Tasche gezogen habe. Aufgrund unseres Berichts haben sich weitere Opfer gemeldet.

Auch die BenQ-Pleite hat den vermeintlich selbst behinderten Mann (ein Gerichtsverfahren soll demnächst prüfen, ob er es tatsächlich ist) auf den Plan gerufen. In Kamp-Lintfort sei er aufgetaucht, um den ehemaligen BenQ-Mitarbeitern seine Hilfe anzubieten, schildert Maria Angerhausen aus Sevelen. Sie bekam über ihre Schwester, die bei BenQ gearbeitet hatte, Kontakt zu Friedhelm K. Er habe den von der Pleite betroffenen Mitarbeitern angeboten, deren Ersparnisse gut anzulegen, so dass trotz Hartz IV später die Rente reiche. In einem Fall verlor eine ehemalige BenQ-Mitarbeiterin so ihre gesamten Ersparnisse in Höhe von insgesamt 10 000 Euro.

Sie selbst habe Friedhelm K. 3000 Euro gegeben, weil sie durch Notar- und Maklerverträge für ihr Haus nicht mehr durchgeblickt habe. "Er wollte helfen, unser Haus zu verkaufen." Bei seinen vermeintlichen Amtsgängen hätte er herausgefunden, dass die Stadt für alle Häuser ein Vorkaufsrecht habe. Heute weiß Maria Angerhausen, dass das "alles Quatsch war". Aber die 3000 Euro und alle Originalunterlagen sind verloren.

Ihr Anwalt stellte Strafanzeige. Doch das Verfahren ist mittlerweile eingestellt: Es lägen der Staatsanwaltschaft Kleve schon so viele Anzeigen gegen Friedhelm K. vor, dass eine weitere das zu erwartende Strafmaß nicht erhöhen würde. Nun will der Anwalt zivilrechtliche Ansprüche durchsetzen.

Den Namen Friedhelm K. hat auch eine andere Familie aus Duisburg in leidvoller Erinnerung. Sie möchte allerdings nicht genannt werden. In ihrem Fall habe Friedhelm K. den von Entlassung bedrohten Familienvater so schlecht beraten, dass er statt einer zunächst angebotenen Abfindung am Ende gar nichts bekam.

Warum es Polizei und Staatsanwaltschaft bisher nicht gelang, Friedhelm K. und dem Verein "Die Helfenden" das Handwerk zu legen, liegt laut einem Ermittler daran, dass sich Friedhelm K. in einer Grauzone zwischen Zivil- und Strafrecht bewege. Oft fehle es an Beweisen: Kein richtiger Vertrag, kein gutes Recht. "Behauptet ist noch lange nicht bewiesen." Wer alle Original-Unterlagen aus der Hand gegeben hat und außer einer Quittung (im Fall von Maria Angerhausen steht darauf "Geschäftsbesorgung (Haus)") nichts vorweisen kann, gerät vor Gericht in Beweisnot.

Auch der Bezirksregierung Düsseldorf scheinen die Hände gebunden. Dort wurde ein Antrag auf Aberkennung der Rechtsfähigkeit des Vereins "Die Helfenden" gestellt: "Erst wenn die noch laufenden Gerichtsverfahren abgeschlossen sind, können wir als Behörde eine Entscheidung treffen", sagte Sprecher Hans-Peter Schröder.

Von Alfons Winterseel

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