Das aktuelle Wetter NRW 1°C
Opel

Einenkel droht mit Arbeitsniederlegungen

21.05.2012 | 18:42 Uhr
Einenkel droht mit Arbeitsniederlegungen
Der Bochumer Opel-Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. Foto: Udo Kreikenbohml

Bochum.   Rainer Einenkel könnte längst im Vorruhestand sein. Doch der 58 Jahre alte Opel-Betriebsratsvorsitzende kämpft lieber weiter an der Front: für Opel, das Werk und seine Kollegen.

Es gibt schönere Geburtstagsgeschenke als die Vorbereitung einer Betriebsversammlung in einem Werk, das seit einem Jahrzehnt immer wieder und wieder zur Diskussion gestellt wird. Am Sonntag ist der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel 58 Jahre alt geworden.

Und er wird sich auch in Zukunft nichts schenken an Tagen wie diesen. Seit 40 Jahren arbeitet der Elektriker in Bochum, schon sein Vater baute hier am Kadett mit. Den angedienten Vorruhestand hat der ehemalige DKP-ler abgelehnt. Vielleicht hätte man in Rüsselsheim gerne Sätze wie diesen verhindert: „Sollte man Kündigungen aussprechen, werden wir tausendfach juristisch vorgehen“, sagt Einenkel und kündigt damit eine Prozesslawine bei einer Schließung an, die sich jahrelang zäh dahinwälzen würde.

Bei der Pressekonferenz nach der Betriebsversammlung im abgeblätterten Raum des Autoverkaufs an Werksangehörige sitzt Einenkel neben seinem Stellvertreter, aber der sagt kein einziges Wort und wird auch von keinem der vielen Medienvertreter angesprochen. Einenkel trägt unter dem losen Jackett das weiße T-Shirt der IG Metall mit dem Aufdruck „Wir bleiben. Opel Bochum“ und sagt auf die Frage nach möglichen Streiks: „Streik wäre Selbstmord. Wir werden Detroit keine Steilvorlage geben.“ Und fast im nächsten Satz: „Die Belegschaftsversammlung ist nur unterbrochen, nicht beendet. Bei der ersten Äußerung aus dem Vorstand zur Schließung von Bochum reagieren wir.“ Das erinnert an 2004, als die Warnstreiks in Bochum auch nicht Streik heißen durften, sondern spontane Arbeitsniederlegung.

Wann wird den Arbeitnehmervertretern im Opel-Aufsichtsrat der Zukunftsplan für das Unternehmen vorgelegt? Eine „rechtzeitige Vorlage ist angemahnt“, erklärt Einenkel auf Anfrage der WAZ. Voraussichtlich sieht er der Verlagerung des Zafira von Bochum nach Rüsselsheim vor, das Ende für den Autobau im Revier nach dem Auslaufen der Standortsicherungsvereinbarung Ende 2014. Am 28. Juni soll der Aufsichtsrat darüber entscheiden. Nach Informationen der WAZ wird die Vorlage erst in den letzten beiden Wochen davor ausgegeben. Der Kampf des Rainer Einenkel wird dann nicht zu Ende sein. Sondern erst richtig losgehen.

Gerd Heidecke

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Drei Verletzte bei Unfall-'Stafette' in Hattingen
Polizei
Auf einer Ausfallstraße in Hattingen hat sich am Freitagabend eine Karambolage mit fünf Autos ereignet. Drei Personen mussten ins Krankenhaus.
30 Jahre nach Mord an Jungen (7) beschäftigt Fall die Justiz
Mord
Am 22. April 1985 trifft Nara Michael seinen Mörder auf einem Spielplatz in Essen-Stadtwald. Einen Tag später findet die Polizei die Leiche.
Zeitkontrolle für die Raucherpause
Rauchen
Gladbecks Stadtmitarbeiter müssen künftig auschecken, wenn sie rauchen wollen. Kein Einzelfall. In der Wirtschaft gibt es keine einheitliche Regel.
Eine Trümmerfrau berichtet: „Einer musste es ja tun“
Trümmerfrauen
Gerda Thelen erinnert sich an die Nachkriegszeit: Mit ihrer Zwillingsschwester musste sie Trümmer schleppen – und dann zurück in die Klosterschule.
Duisburger A40-Brücke ab Freitag sechs Wochen einspurig
Rheinbrücke
Schäden an der Duisburger A40-Brücke sind weitaus schwerer als bislang angenommen. Ab Freitagmorgen in Richtung Essen auch werktags nur eine Spur.
article
6681402
Einenkel droht mit Arbeitsniederlegungen
Einenkel droht mit Arbeitsniederlegungen
$description$
http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/einenkel-droht-mit-arbeitsniederlegungen-id6681402.html
2012-05-21 18:42
Rhein und Ruhr