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TRAGÖDIE BEI DER...

Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf

04.08.2010 | 19:03 Uhr
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
Loveparade mit tragischem Ende. Foto: Stephan Eickershoff/WAZFotoPool

Düsseldorf.Im Innenausschuss des Landtages wehrte sich die Stadt Duisburg gestern mit Hilfe eines 32-seitigen Papiers gegen Schuldvorwürfe, konnte sie aber nicht alle entkräften.

Innenminister Ralf Jäger (SPD) fuhr seine Familie nach der Trauerfeier für die Loveparade-Opfer nur kurz zum Gardasee, andere Abgeordnete unterbrachen ihren Urlaub – einzig ein Vertreter der Stadt Duisburg fehlte am Mittwoch im Innenausschuss des Landtags. Vergeblich hatte die SPD versucht, OB Adolf Sauerland (CDU) in die Sondersitzung zu zitieren, doch die Geschäftsordnung bot keine Handhabe. Aber auch in Abwesenheit hatte die Stadt ihre anwaltlich abgesegnete Sicht der Dinge rechtzeitig über die Zeitung mit den großen Buchstaben in den medialen Kreislauf gespeist.

Auf 32 Seiten versucht die Kanzlei darzulegen, dass die Stadt keine Schuld an der Katastrophe treffe. Am 8. Juli seien bei einem Workshop 15 Szenarien für die Loveparade durchgespielt worden. Mit dabei: Veranstalter, Feuerwehr und Polizei. „Der Stadt Duisburg waren darin keine Zuständigkeiten für Besucherströme innerhalb des Veranstaltungsgeländes zugewiesen”, heißt es. Und: „In der Szenariobeschreibung bei Überfüllung ist als Verantwortlicher der Veranstalter gekennzeichnet.” Allein „Lopavent” und zur Unterstützung die Polizei seien für die Lenkung der Besucherströme zuständig gewesen.

Am Morgen der Loveparade, so der Bericht, hätten Mitarbeiter der Stadt den Veranstalter „mehrfach zu ordnungsgemäßem Handeln auffordern müssen”: Planen als Sichtschutz fehlten, das Ge-lände wurde nicht zeitig genug geöffnet. Abgeordnete werteten das Anwaltspapier dennoch als „ausgesprochen dünn”. Fragen von CDU und FDP bleiben darin weitgehend unbeantwortet. Weiter offen sei auch, warum die Stadt dem Veranstalter verkleinerte Fluchtwege genehmigt habe. Rainer Schmeltzer (SPD) verlangte Auskunft, wie die Stadt ihre Auflagen habe kontrollieren können, obwohl viele Mitarbeiter gar nicht auf dem Gelände gewesen seien.

Jäger forderte verbindliche Qualitätsstandards für Sicherheitsfirmen bei Großveranstaltungen. Bundesweite Vorgaben sollen verhindern, dass auf Kosten der Sicherheit gespart wird. Bei der Loveparade deute vieles darauf hin, dass – so Jäger – „auf der Veranstalterseite kommerzielle Erwägungen Leitlinie des Handelns waren”.

Theo Schumacher

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Kommentare
08.08.2010
18:35
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von wolfgang klein | #10

Sieh auf zu den Sternen.
Gib Acht auf die Gasse.
-Wilhelm Raabe-

www.loveparade2010doku.wordpress.com

08.08.2010
12:14
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Chris Fuhrmann | #9

Warum hört man nichts mehr von diesem Professor, dem sogenannten Stauexperten, der noch nie auf einer Großveranstaltung war und für ein Honorar von 20.000€ das Gutachten abgegeben hat, dass - entgegen der Warnung des Baudezernenten - das Sicherheitskonzept in Ordnung sei? Hat der irgendeine Verantwortung oder war das nur teures professorales Gelabere?

05.08.2010
12:26
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Duisburgerin | #8

Man kann sich für unsere Stadtoberen wirklich nur noch die Augen aus dem Kopf schämen, erst alles absegnen und Verordnunggen an Veranstalterwünsche anpassen und dann nicht soviel Hintern in der Hose haben die Fehler zuzugeben.

Polizei und Feuerwehr haben vorher gewarnt, sind aber geflissentlich überhört worden.

Liebe Feuerwehr Liebe Polizei ... an Eurer Stelle würde ich der Stadt Duisburg für derartige Events zukünftig den Dienst untersagen, denn ohne Euch können diese unfähigen Bürokraten eh´ nichts !!!!!

05.08.2010
12:10
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Bluesfritz | #7

Für mich hat die Stadt Duisburg folgenden Hauptfehler gemacht: Dem Veranstalter vom Grundsatz überhaupt dieses Gelande samt Tunnel zur Verfügung zu stellen.
A) Dies ist nicht der Geist der Loveparade niemals gewesen = Teilnehmer eingepfercht, statt sie wie auf einer gesperrten Autobahn entlanglaufend feien zu lassen.
b) In diesem Sinne: Seit 1998 ist die Städtevernetzung in das ROG (Raumordnungsgesetz) einbezogen, d.h.:
Wiese sperrte man nicht die A 59 bzw. A 40, wie für die Veranstaltung Stilleben? Dies hätte man vor zwei Jahren anleiern und absegnen müssen. Nein, stattdessen dieser irrsinnige Alte Güterbahnhof:

Quintessenz: In diesem Sinne ist Sauerland Chef der Stadtverwaltung bzw. des Stadtplanungsresorts und hiermit dafür auch verantwortlich und sollte die Konsequenzen tragen.

Die reale Handlungsschuld liegt bei allen Akteuren: Polizei, Stadt Duisburg (Rabe, Sauerland), Veranstalter (Schaller): Ich frage, nachdem ich auf Youtube die Chronologe der Tragödie von: Pizzamanne = der die Videos augenommen hat (unter diesem Namen kann man das aufrufen):

Wieso sind die Tore, sprich Zäune der Rampe nicht geöffnet worden; wieso dieser Stau zum Grundsatze???????????????????????????

Ich kann nur bitten: Leute, seht auch diese Chronologie von: PIZZAMANNE auf Youtube an! Bitte!

Ja, mehr kann ich dazu nicht schreiben. LG

05.08.2010
10:53
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Joe Groth | #6

Im Nachhinein ist es immer klar – viele Fehler wurden gemacht !
Doch von wem ?
Ist es wirklich so einfach EINEN Schuldigen zu finden ?
Und wer ist es dann ?


Ich denke mal, alle vier Parteien (Veranstalter, Stadt Duisburg, Polizei, Feuerwehr) haben ihren Anteil an der Katastrophe.


Die Stadt hat es dem Veranstalter aus Image Gründen einfach gemacht, ein vielleicht nicht schlüssiges Konzept vorzulegen.


Wieso aber wurde dies dann genehmigt ?



Wem kann man hier wirklich Schuld zuweisen ?


Dem Veranstalter, der versucht hat das Festival mit möglichst geringem Aufwand (Personal, Kosten) durchzuführen ?
Der Stadt, mit dem Verantwortlichen OB Sauerland, die vielleicht nur oberflächlich geprüft haben, und sich auf Experten verlassen haben ?


Ich denke, einen Großteil der Verantwortung tragen Polizei und Feuerwehr. Denn diese beiden Institutionen sind professionelle Einrichtungen, mit erfahrenen und teilweise hoch bezahlten Spezialisten die sich mit den Gefahren von Großveranstaltungen auskennen sollten/müssen.


Warum haben diese Personen nicht damit gedroht, die Veranstaltung platzen zu lassen ?
Warum haben sie es zugelassen, dass Laien (Ordner des Veranstalters) einen Großteil der Verantwortung übernehmen konnten/mussten ?

Warum haben sie dann vor Ort als es darauf an kam, nachweislich falsche Entscheidungen getroffen ?

z.B. einen Tunnel am Ende statt am Anfang abzusperren ? (Blockabfertigung kennt jeder)

Fahrzeuge auf Rampen zu parken ?

Sich auf Laien-Ordner des Veranstalters zu verlassen ?

Kein einheitliches Kommunikationssystem zu fordern ?

All dies einzeln sind Vorgaben, die jeder professionelle Mitarbeiter von Feuerwehr und Polizei sofort als „Worst-Case-Szenario“ erkennen musste.

Und wenn die Polizei merkt, dass der Veranstalter mit Gegebenheiten vor Ort nicht klar kommt, und um Hilfe bittet, dann hätte man SOFORT die komplette Einsatzleitung vor Ort übernehmen müssen.


Ich denke, hier dem Veranstalter und der Stadt Duisburg die Verantwortung zuzuweisen ist so wenig professionell wie das unprofessionelle Handeln vor Ort.


Den größten Fehler haben Polizei und Feuerwehr aber im Vorfeld gemacht, hier hätten nicht nur Hinweise auf das Gefahrenpotential erfolgen müssen, Nein, sie hätten ihre Teilnahme unter diesen wenig professionellen Vorgaben versagen müssen – dann wäre die Veranstaltung gestorben - und nicht 21 unschuldige Bürger.

04.08.2010
22:43
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von JuergenRohn | #5

Nachdem Jupp Krings seinen Senf in die Waagschale warf, könnte vielleicht noch Altbundeskanzler Schröder bemüht werden, von Anstand, Ehre etc. zu labern, damit endlich Sauerland das Handtuch wirft.

Dabei geht es den Vollblutpolitikern möglicherweise nicht um die Opfer. Man führt eine Propagandaschlacht für ein billiges Machtspielchen. Ziel ist es in bewährter Stasimethode, den Gegenüber menschlich zu zersetzen.

Die Zersetzung der Stasi war ein rein psychologisches Unterdrückungsinstrument, welches wissenschaftliche Erkenntnisse der „Operativen Psychologie“ gezielt nutzte und damit „Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl eines Menschen untergraben, Angst, Panik, Verwirrung erzeugen, einen Verlust an Liebe und Geborgenheit hervorrufen sowie Enttäuschung schüren“ sollte. So sollten bei politischen Gegnern Lebenskrisen hervorgerufen werden, sie verunsichern und psychisch belasten,

Genau das macht man mit Sauerland. Pfui Deibel.

04.08.2010
20:55
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Pandora0611 | #4

Wer es etwas genauer wissen will, sollte sich das Video von der WDR Mediathek ansehen.
Dannach bleiben keine Fragen mehr offen.
Die 30 Minuten lohnen sich!

http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2010/07/31/hier-und-heute-die-todesparade.xml;jsessionid=191BE94DFFFF712377CE588592977596.mediathek4

04.08.2010
20:32
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von fritzken | #3

#2 Boulevardleser

Vielleicht lesen Sie mal weniger Boulevard. Was da genehmigt wurde von der Stadt ist ja wohl auch noch maßgeblich und mit ursächlich.

04.08.2010
19:50
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Boulevardleser | #2

Aber auch in Abwesenheit hatte die Stadt ihre anwaltlich abgesegnete Sicht der Dinge rechtzeitig über die Zeitung mit den großen Buchstaben in den medialen Kreislauf gespeist.

Die Boulevardzeitung mit den großen Buchstaben? Wer ist denn da gemeint? WAZ oder NRZ?

Die in der kurzen Zeit erstellten 32 Seiten Dokumentation bringen doch viel Licht in das Dunkel. Sie zeigen z.B. deutlich auf, dass die abgesprochenen Aufgaben der Polizei wohl in wesentlich mehr Punkten lagen, als nur in der Verhinderung von Taschendiebstählen.

Und die veröffentlichten Videos zeigen, wie die Polizei und der Veranstalter die Aufgaben gelöst haben. Jedenfalls kaum so, wie sie abgesprochen war. Wie sprach der Innenminister noch einen Tag vor der Veranstaltung? Jäger: Polizei professionell auf die Loveparade vorbereitet

Liebe Boulevardblätter: Hören Sie nun endlich mit der Schmutzkampagne gegen Sauerland auf!

04.08.2010
19:18
Duisburg wehrt sich gegen Schuldvorwurf
von Timo Tasche | #1

Ich fordere ein Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen. Sowohl auch einen unabhängigen -TÜV- für Veranstaltungen dieser Größenordnung.

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