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Duisburg wählt Sören Link zum OB

01.07.2012 | 19:45 Uhr
Sören Link, hier mit Lebensgefährtin Sonja Bartsch, ist für sechs Jahre zum neuen Duisburger OB gewählt.Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.   SPD-Kandidat erhält 71,96 Prozent der Stimmen, sein CDU-Gegner Benno Lensdorf 28,04 Prozent. Doch nur ein Viertel der Wähler stimmte ab.

Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen musste er noch lange einen Parkplatz am Rathaus suchen: Jetzt ist ihm der Parkplatz für den künftigen Dienstwagen sicher. Der 36-jährige Sören Link (SPD) ist neuer Oberbürgermeister Duisburgs . Mehr noch: Es war ein Kantersieg. Link kam auf fast 72 Prozent der Stimmen. „So sehen Sieger aus“, schallte es durchs Rathaus, als schon eine Dreiviertel Stunde nach Schließung der Wahllokale das Ergebnis feststand.

Vor zwei Sonntagen war der SPD-Politiker aus Duisburgs Stadtnorden mit 48,3 Prozent noch knapp an der absoluten Mehrheit gescheitert, nun nahm er die Hürde locker im zweiten Wahlgang und in der Stichwahl gegen den 69-jährigen Bürgermeister und Ruhrorter Unternehmer Benno Lensdorf, den die CDU aufgestellt hatte. So überraschend sein üppiges Ergebnis gegen immerhin ein Dutzend anderer Kandidaten im ersten Wahlgang war, so erwartungsgemäß war sein Sieg. Duisburg ist wieder eine Hochburg der SPD.

Sören Link (SPD) gewinnt Stichwahl

Vor acht Jahren allerdings hatte die Festung gewackelt, war mit Adolf Sauerland ein CDU-OB ins Duisburger Rathaus eingezogen. Dem einstigen Lehrer gelang es auch, sein Amt 2009 souverän gegen den damaligen SPD-Herausforderer zu verteidigen. Dann kam die Loveparade und das Versagen Sauerlands. Seine Abwahl im Februar, getragen von der Bürgerinitiative „Neuanfang für Duisburg“, hatte den Weg für die Neuwahl frei gemacht. 130 000 Duisburger wählten damals den CDU-OB ab. So viele gingen nun nicht einmal zur Wahl. Gerade einmal 93 000 waren es, eine Wahlbeteiligung von 25,75 Prozent.

Verwaltungsfachmann

Dennoch, nun ist der junge SPD-Kandidat der strahlende Sieger, und seine SPD jubelte über den Wiedereinzug in Duisburgs Machtzentrale. „Ich bin froh und glücklich“, sagte Link, dessen Kopf so rot erhitzt war, wie der Nelkenstrauß in seinem Arm. „Ich bin stolz auf die Partei“, meinte Duisburgs SPD-Parteichef, NRW-Innenminister Ralf Jäger. Der Strippenzieher im Hintergrund.

Sieben Jahre Verwaltungsarbeit bei der Bezirksregierung und sieben Jahre als Landtagsabgeordneter nennt der 36-jährige Link als sein Rüstzeug für das Amt der Verwaltungschefs der Fast-Halb-Millionen-Stadt. Zum Bildungsstandort Nummer 1 in der Region will er Duisburg machen. Und vor allem die Stadtfinanzen sanieren, dass die Rhein-Metropole wieder handlungsfähig ist.

Kein „junger Wilder“

Das ist Sören Link (SPD)

Als ausgleichend und pragmatisch gilt das neue Stadtoberhaupt. Mit dem Rehhagel-Zitat, es gebe nur gute, nicht alte oder junge Fußballer, begegnet er gerne Skeptikern, die lieber eine gestandenere Figur an der Stadtspitze gesehen hätten. Link ist jung, aber kein „junger Wilder“, gilt als einer mit konservativeren Grundwerten. Einen „neuen Politikstil“ hat er versprochen, einen Neuanfang, der Duisburg seine Würde wiedergeben soll.

Am Sonntag, nach dem Rathaus-Machtwechsel, konnte Link erst einmal das eigens im Wahlkampf etikettierte „Wechsel-Schicht“-Bier leeren. Vielleicht sogar mit der letzten Zigarette. Denn er hat Ministerpräsidentin Hannelore Kraft versprochen, als Nichtraucher ins OB-Zimmer einzuziehen.

Oliver Schmeer



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