Duisburg, acht Tage vor dem Termin der OB-Abwahl
04.02.2012 | 16:56 Uhr 2012-02-04T16:56:00+0100
Duisburg. 18 Monate nach der Loveparade-Katastrophe stehen die Bürger der Stadt Duisburg vor der Entscheidung ihren Oberbürgermeister Adolf Sauerland: Das Rathaus ist gelähmt, die Stadt tief gespalten. Es ist ein zähes Ringen - bis zum Abwahltermin am kommenden Sonntag.
Dieser Ort ist parteiisch. Diese Kerzen, diese Blumen, die Steine, die zusammengelegt sind wie zu einem Grab; die Fotos der Toten natürlich, die verblasst sind. An der Rampe stehen weiter Abschiedsworte, „Ruht in Frieden“, auch stehen da Sätze aus Liebe: „Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind.“ Und da stehen Anklagen, Anklagen wie: „Verantwortung übernehmen!“ Nein, dieser Unglücksort ist parteiisch.
Wer die Abwahl hat,hat die Qual
18 Monate danach entscheidet Duisburg über ein Stück politische Verantwortung für die Loveparade, so wie sie ins Unglück lief : Am 12. Februar steht Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) zur Abwahl. Der Quell war Empörung: Empörung über eine Paradenplanung, die einfach zuließ, dass 21 Menschen getötet wurden, Hunderte verletzt und Tausende verstört; und Empörung über jenen Auftritt der Organisatoren am Tag danach, als Sauerland, wenn man es ein wenig zuspitzen wollte, den Eindruck hinterließ, er sei von einer Art Loveparade in seiner Stadt selbst am meisten überrascht worden.
Freilich kann sich kein Mensch 18 Monate empören. Genau das ist das Problem der Abwahlkampagne.
Werner Hüsken ist ein großer, schwerer, freundlicher Mann, Intensiv-Krankenpfleger und einer der Vorsitzenden der Initiative „Neuanfang für Duisburg“. Im Gegensatz zu Parteipolitikern gilt Hüsken in dieser Sache als „herzgeleitet“ denn er hatte am Abend des 24. Juli 2010 selbst Angst um sein jüngstes Kind auf der Loveparade. Und man kann sagen, dass er seitdem nicht mehr locker ließ.
„Wenn ich mein Kind dahin gehen lasse, habe ich den Anspruch, dass es sicher zurückkehrt. Dazu ist staatliche Gewalt da“, sagt der 59-Jährige. Er vergleicht die Loveparade-Planung mit einem Autofahrer, der über eine Kuppe rast, ohne auf Gegenverkehr zu achten: „Kann ja auch gut gehen.“ Wenige Tage nach dem Unglück stellte Werner Hüsken in der Fußgängerzone einen einsamen Klapptisch auf und begann, Unterschriften gegen den Oberbürgermeister zu sammeln. Jetzt, acht Tage vor dem Wahltag, legt er sich deutlich fest: „Ich bin sehr sicher, dass er abgewählt wird.“
Zuversichtlich geben sich beide Seiten, aber wetten möchte doch lieber niemand. Hüsken ist einer der wenigen, die eine Voraussage wagen – und dann diese! Denn die Hürde, die sie nehmen müssen, ist fast 92.000 Stimmen hoch, ein Viertel der Wahlberechtigten, und das in einer politikmüden Stadt. Freilich geht auch das tägliche Gerücht um, wie hoch die Beteiligung ist bei der Briefwahl; man ist angeblich jenseits von 35.000, und das wäre eine große, eine sprechende Zahl.
Sicherheitsleute bei der Ratssitzung
OB Sauerland macht derweil seine Oberbürgermeistertermine, hier eine Rede, dort eine Einweihung, dann eine Ratssitzung – am Montag dieser Woche, und eventuell ist es seine letzte. Da sitzt er, wo er auch saß bei der komplett verunglückten Pressekonferenz; aber jetzt leitet er eine Ratssitzung, und diesen Job hat er im Griff. Etwas hemdsärmelig, effizient und freundlich entschlossen („Schiet-egal“) führt er die Versammlung und lässt sich nichts anmerken. Dezernentenwahl, Bebauungsplan, Haushalt: eine Ratssitzung wie Hunderte – wären da nicht anfangs zwei Uniformierte aus dem Sonderaußendienst des Ordnungsamtes auf den Zuschaueremporen.
Sie kommen immer, wenn Störungen nicht auszuschließen sind. Zuletzt waren sie öfter da. Fragt man Beobachter von innen und außen nach der Stimmung im Rathaus, dann fallen Worte wie „angespannt“ oder „sehr nervös“, „Wagenburg“, „wie gelähmt“. Und Bürger, denen irgendein städtisches Verhalten nicht passt, sind in den Amtsstuben schnell mit der Loveparade bei der Hand. Zum Beispiel so: „Bei der Loveparade habt ihr doch auch alles genehmigt.“
Die CDU hatte zunächst dazu geraten, der Abwahl fernzubleiben, doch inzwischen wirbt sie mehr um eigene Nein-Stimmen am Sonntag in acht Tagen. Sie setzt die Adenauer-Zeile von 1957, „Keine Experimente“, in einem Faltblatt für Adolf Sauerland ein. Darin erklärt der Oberbürgermeister sein Verhalten nach der Loveparade so: „Sicher habe ich . . . Fehler gemacht, weil auch ich von dem Ausmaß des Unglücks schoc-kiert und in meinen Grundfesten erschüttert war.“
Draußen, in den Duisburger Straßen, darf man sich dabei keinen Wahlkampf vorstellen. Da hängen zwar Abwahlplakate, Infostände irrlichtern über Marktplätze und Handzettel landen in Briefkästen. Die Parteien mischen mit, treten aber nicht als die Parteien auf. Vor dem Hintergrund der Katastrophe „verbieten sich Tamtam und bunte Luftballons sowieso“, so der SPD-Parteimanager Jörg Lorenz.
Einzig das weiße Zelt der Abwahlinitiative wird jeden Donnerstag-, Freitag- und Samstagmorgen in der Fußgängerzone aufgebaut und abends wieder abgebaut, ganz in der Nähe dieses bunten Niki-de-Saint-Phalle-Brunnens. Vor dem Zelt bleiben Menschen stehen, sie diskutieren, denn hierher kommen durchaus nicht nur die Überzeugten, und ein ziemlich typischer Satzfetzen ist: „Ich brauche mir nur die Pressekonferenz anzusehen und sein Verhalten danach!“ – „Warum machen Sie einen unbescholtenen Mann schlecht?“
Wenn Hüsken diese Diskussionen sieht, dann denkt er über den 12. Februar hinaus: „Es zeigt sich, mit Engagement und Zivilcourage kann man was bewegen. Das wird nicht nur dieser Wahl zugute kommen.“
18:09
Geht´s noch?
Das sind Momentaufnahmen !
Die Polizisten und Poliziatinnen, die für die diesen Tag abgeordert worden sind, mussten auf ein genehmigtes Konzept vertrauen, und haben dort, nach bestem WISSEn und sicher auch Gewissen Ihren Dienst getan.
Ich selbst war ungefähr um 17.30 Uhr an der Karl-Jarres-Strasse ( Eingang Tunnel ).
Die Polizei dort hat sich vorbildlich und einfühlsam in diesem Ansturm auf den Eingang des Tunnels verhalten.#
Also Ball flach halten.
Es gibt auch traumatisierte Ordnungskräfte.
Wie sollten diese Menschen dort ihren Dienst tun, wo im Vorfeld schon Desinformation geherrscht hat. ?!
Übrigens ABSICHTLICHE Desinformation, um die LOPa durchzukriegen.
Unmöglich Ihre Argumentation.
Das bin ich an Ihrer Seite !
Glückauf
22:31
Ich bin immer noch geschockt, wie hier Übernahme von Verantwortung und Angst vor Sozialisten gegeneinander gestellt werden. Leute, die noch nicht einmal in der Lage sind, vernünftiges Deutsch zu schreiben, weil sie es wahrscheinlich nicht gelernt haben, maßen sich (Vor)Urteile gegen "Sozialisten" an, die ihnen im Zusammenhang mit der notwendigen Abwahl vom Adolf S.aus Duisburg völlig abwegig sind. Mit Geld konnten die Bayern (Bayrische Landesbank) und die Schwaben (EnBW) auch nicht umgehen.
22:01
... nämlich die der Sauerlandfans
19:20
Ich sehe schon die langen Gesichter Sonntag.
19:03
Sauerland paßt gut in der Spd-Schmuddel Sache,große Schuld der Polizei wird vom
Sozialistischen Innenminister Jäger unterm Teppich gekehrt,weil er als oberster
Polteichef selbst in die Schußlinie gerät.
Sozialisten legen gerne Feuer an der falschen Stelle.
16:32
In der Spiegel-Ausgabe von heute ein Bericht über Sauerland.
Ein Besuch in seinem Versteck im Rothaargebirge.
15:55
müssen endlich wieder Einzug in die Deutsche Politik nehmen. Ein Fehler ist ein Fehler und darf in keinem Fall vom Entscheidungsträger auf seine Untergebenen abgewälzt werden. Herr Sauerland hat bei seinen Bemühungen die Love-Parade zu veranstalten, jedes Augenmaß vermissen lassen, er war nach der Katasrophe keinen Augenblick aufrichtig und er hat sich als Mensch, der keine Verantwortung zu übernehmen in der Lage ist, gezeigt. DUISBURGER, weist ihm seinen Weg, zeigt ihm, dass Arbeitslosigkeit und soziale Diskriminierung die Menschen des Ruhrgebiets nicht brechen können, dass sie zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden in der Lage sind. Wählt diesen Prototyp des unfähigen, auf seine Rentenasnsprüche bedachten Politikers ab!
15:14
Polizisten zur Verantwortung ziehen
Man sollte die Verantwortung nicht auf den Bürgermeister oder den
Veranstalter abschieben:
Die Polizei hat die Ausgänge vom Tunnel dichtgemacht, und versucht die
Leute gegen den Strom zurückzudrängen. Somit hat die Polizei die 21
Todesopfer ganz alleine zu Verantworten.
Hier sihet man, wie die Polizei in Menschenmenden ein einzelnes Opfer auf
den Boden drückt. Kein Wunder, dass bei sowas mal einer stirbt.
http://www.youtube.com/watch?v=1_ve6iUMavo
13:00
aber leider können die befürworter , meinte ich natürlich nicht gönnen, sorry
12:56
ich hoffe wenigstens das bei der (ab)wahl die wahlbeteiligung hoch ist, auch wenn der dann nicht abgewählt wird( was ich nicht hoffe). sonst wird es nie wieder eine abwahl geben, in duisburg wurde auf ganzer linie versagt, und der o b hätte da die verantwortung übernehmen müssen,.hat er nicht getan. es sind 21 menschen gestorben und viele viele verletzt, wenn das kein grund ist für eine abwahl, wann dann ?
aber leider gönnen die befürworter des OBs zu hause bleiben, eigentlich müssten die die wählen entscheiden, wie bei jeder normalen wahl. nicht die die zuhause bleiben.
bin aber froh wenn der 12.2 vorbei ist, so oder so