Bildungsstreik
Düsseldorfer Schüler besetzen Schule
18.11.2009 | 13:13 Uhr 2009-11-18T13:13:00+0100
Düsseldorf/Köln. Nachdem Studenten deutschlandweit gegen die hiesige Bildungspolitik protestieren, machen jetzt auch Gesamtschüler im Bildungsstreik mobil. In Düsseldorf besetzten 40 Jugendliche am Mittwoch die Hulda-Pankok-Gesamtschule. Unterstützung bekamen sie von der Düsseldorfer Linken.
Jetzt machen auch die Schüler einer Gesamtschule im Bildungsstreik mobil: In Düsseldorf besetzten am Mittwoch 40 Jugendliche die Hulda-Pankok-Gesamtschule. Die Schüler setzen sich ein für eine kostenlose Bildung für alle, für mehr Lehrkräfte an den Schulen, für die Rücknahme von G8, für kleinere Klassen und für eine Schule für Alle.
Solidarisch mit den Jugendlichen zeigte sich die Düsseldorfer Linkspartei. In einer Erklärung der Linken heißt es: "Wir freuen uns über Eure Aktion, weil sie zeigt, dass Ihr Euch nicht alles gefallen lasst, sondern Euch wehrt. Wir fordern die Schulleitung der Hulda-Pankok-Gesamtschule nachdrücklich auf, keine Disziplinar- und Zwangsmaßnahmen gegen die Besetzer zu ergreifen. Ein anderes Bildungssystem ist möglich – und dringend nötig!"
Auch die Studentenprosteste sind heute in zahlreichen anderen Städten Nordrhein-Westfalens fortgesetzt worden. Nach Angaben einer Sprecherin des Organisationskomitees "Bundesweiter Bildungsstreik" haben Studenten Hörsäle in den Universitäten unter anderem in Bochum, Köln, Münster und Siegen besetzt. Sie fordern unter anderem eine Abschaffung der Studiengebühren sowie «selbstbestimmtes Lernen und Leben» statt eines starren Zeitrahmens und des Leistungs- und Konkurrenzdrucks.
Die Sprecherin kündigte an, dass die Proteste auch in den nächsten Wochen weitergehen sollen. Einer der Höhepunkte werde am 10. Dezember eine Kundgebung am Rande der Kultusministerkonferenz in Bonn sein.
Unterstützung vom Marburger Bund
Unterdessen unterstützt die Ärztegewerkschaft Marburger Bund die von Medizinstudenten in Mainz angekündigten Proteste. Insbesondere teile der Marburger Bund die Kritik an dem Beschluss der rheinland-pfälzischen Lehrkrankenhäuser, Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJ) nichts mehr zu bezahlen und Sachleistungen im Wert von höchstens 250 Euro monatlich zu gewähren, teilte der Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz der Gewerkschaft am Mittwoch in Köln mit.
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) hingegen hat den Vorstoß von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) begrüßt, das BAföG zu erhöhen. «Das ist ein wichtiges und richtiges Signal an die Studierenden, die sich in den vergangenen Tagen mit Macht für bessere Studienbedingungen und eine bessere Studienfinanzierung engagiert haben», erklärte der Präsident des Deutschen Studentwerks, Rolf Dobischat, am Mittwoch in Berlin. Schavan hatte angekündigt, sich für eine Erhöhung der Ausbildungsförderung einsetzen zu wollen: «Ich halte eine Bafög-Erhöhung für richtig und werde sie den Ländern und dem Bundeskabinett vorschlagen», sagte sie der «Berliner Zeitung» vom Mittwoch. Damit solle das Stipendienprogramm der Regierung ergänzt werden.
Grüne zeigen Verständnis
Verständnis für den Protest der Studenten hat auch die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Renate Künast, gezeigt. "Die Studierenden haben Recht", sagte sie der WAZ-Mediengruppe. Das Bildungssystem in Deutschland sei "ungerecht, unterfinanziert und führe zu sozialer Spaltung". Künast kritierte die Bildungspolitik der schwarz-gelben Regierung. Sie entziehe ihr "mit milliardenschweren Steuergeschenken"" die finanzielle Basis. (ddp/afp)
12:07
@ ein Pflasterlatscher
Wie ich aus anderen Kommentaren von Ihnen schon entnommen habe, haben Sie auch Kinder. Ich muss sagen ich wunder mich immer wieder über Sie. Müssen Ihre Kinder denn nicht zur Schule? Sind sie nicht von der desolaten Bildungspolitik betroffen? Und jetzt lassen Sie doch mal die Situation der Demo in Essen bei Seite. Mich würde mal interessieren was Sie eigentlich von unserem Bildungssystem halten.
13:52
@Elektrosteiger
Bist ja mal wider schnell dabei unbewiesene Behauptungen abzusondern. Komisch habe nichts davon gehört, daß bei einer der letzten Demos, insbesondere in Essen Leute niedergeknüppelt wurden. Anzeigen wegen widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Landfriedensbruch wurden jedenfalls nicht gemeldet. Die werden in solchen Fällen aber immer vorgelegt, wenn der Tonfa blank gezogen und benutzt wird. Die harmlose Schubserei auf Youtube taugt nun wirklich nicht als Beispiel für Polizeigewalt.
darüber hinaus ist das Versammlungsgesetz in Deutschland eines der besten in Europa, darüber hinaus lohnt der ergleich nicht, weil viele Staaten gar keins haben. Hier lohnt manchmal der Blick über den Tellerrand und die Abkehr von dem so oft vorgelebten Schubladendenken in diesem Forum.
Die Polizei rekrutiert sich aus dem Querschnitt der Bevölkerung und ist somit auch ihr Spiegelbild. Sie reagiert nur auf Aktionen ihres Gegenübers. Dies ist meistens angemessen und manchmal auch übertrieben oder zu zurückhaltend. Aber, ihr habt uns gemacht, denn der roßteil der gezeigten Reaktionen erfolgt durch taktische Vorgaben, verbunden mit gemachten Erfahrungen. Und Erfahrungen prägen nunmal jeden von uns, im positiven, wie im negativen Sinne. Also, geht ordentlich mit eurer Polizei um, dann geht diese ordentlich mit euch um.
21:07
Unterstützung bekamen sie von der Düsseldorfer Linken.
Und wieder sind die Stasi-Schergen der SED/dieLinke mit dabei. Im Gegensatz zu 1968 ist diesmal aber zum Glück kein Student oder Schüler zu schaden gekommen. Ruhe in Frieden, Benno Ohnesorg!
20:59
Und dann kommt die Polizei und haut alle zusammen.
Tolles Demo-Recht in D...
14:56
Der Streik - auch gerade der Schüler - ist gut und schon längst überfällig.
Allerdings sollte Künast, frei nach Dieter Nuhr, einfach mal die Fresse halten. Die Grünen waren jahrelang selber mit in der Verantwortung und haben auch nichts für eine Bildungsreform unternommen.
Meiner Meinung nach war G8 ein Schnellschuß der jetzt nach hinten losgeht. Die ehemals 13 Jahre werden jetzt dadurch kompensiert, dass an 2 Tagen die Woche die Kinder 8 bzw. 9 Schulstunden aufgebrummt bekommen. Bedeutet bis 15 und 16 Uhr Schule. Ich frage mich nur welches Kind sich zu so später Stunde auf den Unterrichtsstoff konzentrieren kann.
14:31
Na hoffentlich kann sich die Polizei diesmal benehmen und knüppelt nicht wieder alle weg! Die Luschen trauen sich nicht mehr nach Marxloh, in die Nordstadt und Altenessen, aber bei den Studenten die friedlich demonstrieren haut die Polizei gerne wieder drauf. PEINLICH!
Durchhalten und die Schule weiter besetzen!!!
13:50
Gut so!
Endlich sind die Schüler, eben die, die es nach der Schule auch trifft, mit dabei!
Von den unsinnigen Schulreformen der NRW-Regierung mal ganz zu schweiegn.