Düsseldorfer Geschäfte nach Rohrbruch überflutet
25.09.2012 | 18:58 Uhr 2012-09-25T18:58:00+0200
Düsseldorf. Nachts war die Sorge groß, das Wasser könnte nach einem Rohrbruch Kaufhäuser in der Düsseldorfer Innenstadt oder den sogenannten Tausendfüßler unterspülen. Die Statikerin gab zwar Entwarnung – doch ganz ohne Folgen blieb der Rohrbruch nicht.
Bei Tageslicht betrachtet sieht alles schon viel harmloser aus: Nachts hatte es noch dramatisch geheißen, Teile der Düsseldorfer Innenstadt stünden unter Wasser. Und tatsächlich wurde eine Baustatikerin zu Rate gezogen, weil man sich sorgte, die Gebäude in der Nähe des gerade entstehenden Kö-Bogens könnten unterspült werden. Vieles hatte sich bis Dienstagmittag relativiert. Was blieb, war der Fakt, dass in der Nähe der Königsallee ein Rohr gebrochen war und die Untergeschosse einiger Geschäfte vollliefen.
Entdeckt hatte das Unglück gegen ein Uhr nachts ein Passant. Einen halben Meter hoch sprudelte das Wasser da aus dem Trinkwasserrohr direkt vor den Schaufenstern des Bekleidungsgeschäftes P & C und ganz in der Nähe der Großbaustelle für die neue U-Bahn-Linie Wehrhahn. Bald standen die Straßen rundum etwa zehn Zentimeter unter Wasser, und die Kellergeschosse von sieben umliegenden Geschäften liefen voll. Die alarmierte Feuerwehr rückte alsbald mit acht Fahrzeugen und 30 Einsatzkräften aus, um die Gebäude leer zu pumpen.
Schadenssumme ist noch nicht abzuschätzen
Auch eine Baustatikerin wurde bemüht, denn direkt neben der in einem offenen Bauloch gelegenen Trinkwasserleitung sind die Y-förmigen, stählernen Stützen des sogenannten Tausendfüßlers verankert, einer Hochstraße längs durch Düsseldorfs Mitte. Die jedoch machte sich bald abwinkend wieder auf den Nachhauseweg: „Dafür habt ihr mich nachts aus dem Bett geholt!“
„Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte Michael Pützhofen, der Sprecher der Stadtwerke Düsseldorf, am Dienstag. Schließlich gleiche der Boden rund um den Tausendfüßler durch die Baustelle für die neue U-Bahn derzeit einem Schweizer Käse. Und tatsächlich drängeln sich hier wegen der zahlreichen Bauprojekte die Kräne und Bagger, wohin der Blick schweift. Unter anderem entsteht am Rande des Hofgartens nach den Plänen des New Yorker Architekten Daniel Libeskind der Kö-Bogen, ein Gebäude mit geschwungenen Fassaden aus Glas und weißem Naturstein, das im Rohbau schon gut zu erkennen ist.
Wasser in den Kellern
Der Schaden, der entstand, lässt sich noch nicht abschätzen. Bei P & C liefen zwei Untergeschosse voll Wasser, die Boutique des Bekleidungsgeschäftes konnte bis zum Abend nicht wieder geöffnet werden. Und über Stunden gab es in den benachbarten Geschäften kein Trinkwasser mehr. Schwierig auch für die Filiale einer Kaffee-Kette. Die saß nämlich auf dem Trockenen und konnte ihren Kunden nichts anderes bieten als geröstete Bohnen und Pulver, aber eben keinen Coffee to go.
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