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Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert

16.02.2010 | 18:30 Uhr
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert

Köln.In der Affäre um Betrug beim Kölner U-Bahn-Bau hat das federführende Unternehmen Bilfinger Berger erste personelle Konsequenzen gezogen. Die Firma suspendierte drei Mitarbeiter. Eine Einsturzgefahr an den U-Bahn-Haltestellen droht laut Experten möglicherweise bei Hochwasser.

Nach den Pfusch-Vorwürfen beim Bau der Kölner U-Bahn sind drei Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger von ihren Arbeiten suspendiert worden. Ein Polier, ein Bauleiter und ein Oberbauleiter seien freigestellt worden, bestätigte ein Konzernsprecher am Dienstag einen Bericht der „Kölnischen Rundschau“. Hintergrund sind demnach die Vorwürfe, dass Vermessungsprotokolle gefälscht und nicht die vorgeschriebene Zahl von Eisenbügeln zur Stabilisierung der Baugrube eingebaut wurden. Der Aufsichtsrat der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) kam am Dienstag zu einer Krisensitzung zusammen.

Am vergangenen Donnerstag hatte eine Prüfung ergeben, dass an der U-Bahnbaustelle Heumarkt zum Teil nur 17 Prozent der zur Sicherung der Schlitzwand-Lamellen vorgesehenen Stahlbügel verbaut wurden. Die Lamellen dienen der Stabilisierung der Baugrube. Einen Teil der Stahlbügel sollen Bauarbeiter verbotenerweise an Schrotthändler verkauft haben. Darüber hinaus wurden falsche Vermessungsprotokolle für 28 Schlitzwand-Lamellen der Baugruben Waidmarkt, Heumarkt und Rathaus entdeckt. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Zahl der falschen Vermessungsprotokolle noch höher liegen könnte.

Ermittlungen gegen zwölf Personen

Nach Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft wird im Zusammenhang mit Pfusch beim U-Bahn-Bau gegen zwölf Personen ermittelt. „Zehn Verdächtige gibt es in Sachen Diebstahl von Stahlbügeln, zwei in Sachen Manipulation von Vermessungsprotokollen“, sagte Behördensprecher Günther Feld. Weitere Einzelheiten nannte er nicht.

Die örtliche Bauleitung hatte am vergangenen Freitag Mängel bei der Qualitätskontrolle eingeräumt. Die KVB teilte nach der Aufsichtsratssitzung mit, bisher habe die Bauleitung nicht darlegen können, wie sie künftig Missstände wie die aufgedeckten verhindern will. Daher will die KVB gemeinsam mit der Stadt Köln das weitere Vorgehen prüfen.

Aus Sicht der KVB besteht derzeit keine Einsturzgefahr an den U-Bahn-Haltestellen in Köln. Dies hätten Messungen ergeben. Derzeit würden in der Baugrube am Heumarkt sicherheitshalber zusätzliche Stahlverstärkungen und Anker für die Schlitzwände vorbereitet. Sie sollten bis zum Wochenende installiert werden. Außerdem soll ein sogenannter Schott in die Baustelle Heumarkt eingebracht werden. Damit würde im Fall von Hochwasser die Baugrube geflutet werden können, so dass ein Druckausgleich zwischen innerem und äußerem Grundwasser stattfinden kann. Auf diese Weise solle die Standsicherheit der Baugrube auch bei Hochwasser gewährleistet sein.

Sch neeschmelze könnte zum Problem werden

Eine Einsturzgefahr an den U-Bahn-Haltestellen droht laut Experten möglicherweise bei einsetzender Schneeschmelze und dem damit einhergehenden Rhein-Hochwasser. Sachverständige schließen nicht aus, dass die Konstruktion bei einem Pegelstand von mehr als vier Metern instabil werden könnte. Dann müssten möglicherweise auch Häuser in der Nähe der U-Bahn-Baustellen evakuiert werden, hieß es. Am Dienstagmittag lag der Rheinpegel in Köln nach Angaben der Hochwasserschutzzentrale bei 2,7 Meter.

Der Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser in Köln am 3. März 2009 wird mit dem U-Bahn-Bau in Verbindung gebracht. Damals waren zwei junge Männer ums Leben gekommen und zahlreiche historische Dokumente verschüttet und beschädigt worden. Ein Wassereinbruch in die U-Bahnbaustelle am Stadtarchiv gilt als wahrscheinlichste Unglücksursache. (ddp/afp)

DerWesten

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Kommentare
20.02.2010
16:31
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von dg | #9

Ich denke mal, die drei sind nur Bauernopfer, da wurden Augen zugeklebt zu denen kein Polier den Kontakt und die Mittel hat

16.02.2010
21:24
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von dumm wie ein linnker | #8

wie ich Köln kenne sind nicht die 3 das Problem weil ich denke diese waren die 3 die die fresse auf gemacht haben. in so einer banenenstadt wie köln nicht hilfreich. köln hat da wieder gezeigt was mit köln nicht stimmt und ist auch noch stolz drauf. das ist das schlimme. ne was ist das schön hier unser kölle blabla.

16.02.2010
18:16
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von Peter Mendis | #7

Unabhängige Vermessungsingeneure und Bau-Aufsichtsleute sind gerade bei Großprojekten wie hier mehr denn je gefragt .Aber die letzteren müssen wichtigerweise vor Allem, Hühnerställe und Anbauten kontrollieren .-----Verm.Techn.

16.02.2010
17:40
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von Elektrosteiger | #6

Na, ja, es sind jetzt ja 3 Bauernopfer gesucht und gefunden worden, und nun kann der Fall abgeschlossen werden.

Ach so, die Auftraggeber dieser SchweineXXXX werden nartürlich nicht belangt. Dank des Kölschen Klüngels...

16.02.2010
17:09
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von Banjoboy10 | #5

#4
Berechtigte Frage.Die Namen werden wir aber nie erfahren, wer da käuflich war.

16.02.2010
15:50
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von feder24 | #4

Und was und wie haben KVB Prüfer ihre Arbeit getan. Bilfinger ist der beauftragte Unternehmer, wo sind die UNABHÄNGIGEN Prüfinstanzen?

16.02.2010
15:42
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von K.Zimmer | #3

Man könnte diese drei Fachleute auch als potenzielle Mörder bezeichnen, es gab in Köln immerhin zwei Tote. Bekommen vielleicht auch noch eine gute Abfindung, oder sollte man sagen Schweigegeld!

16.02.2010
15:25
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von vantast | #2

Wahrscheinlich werden jetzt 3 Lehrlinge entlassen, weil sie eigenmächtig ohne Genehmigung Geschäfte machten, ohne das Management zu beteiligen. Ist klar, das das jetzt verärgert ist.

16.02.2010
14:29
Drei Mitarbeiter nach Pfusch-Vorwürfen beim Kölner U-Bahn-Bau suspendiert
von KleinundGemein | #1

Bilfinger Berger (Mehrheitseigentümer = Allianz) gehört ganz oben auf die Liste der schnellstens zu entflechtenden Unternehmen.

Der Laden hat, unterstützt durch nahezu unbeschränkte Finanzmittel, in den letzten Jahren durch Zukäufe auf allen möglichen Gebieten (u.A. Bau, Industrieinstandhaltung etc.) eine Riesengröße angenommen, die ihn zu einem übermächtigen aber unkontrollierbaren Marktteilnehmer macht, der intern einfach nicht mehr in der Lage ist, sein ganzes Geschäft auch kompetent zu überschauen und trotzdem durch seine Größe anderen Marktteilnehmern keine Chancen mehr lässt..

Zerschlagen den Laden...........

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