DNA-Probe überführt Blitzer-Brandstifter
21.10.2009 | 07:04 Uhr 2009-10-21T07:04:00+0200
Bad Berleburg. Vier Monate nach der Zerstörung einer Radaranlage bei Kassel sind zwei junge Männer aus Bad Berleburg als Täter identifiziert worden. Die hessische Polizei kam den Beiden nach aufwändigen Untersuchungen auf die Spur und konnte sie anhand von DNA-Proben überführen.
Es ist die Nacht zum 24. Juni. Gegen 3.30 Uhr meldet ein Autofahrer über Notruf, dass ein Starenkasten an der B 7 bei Kassel in Flammen steht. Polizei und Feuerwehr rücken aus, löschen den Blitzer-Brand und begutachten den Tatort. Die ersten Erkenntnisse: Unbekannte haben die Glasscheibe der stationären Messanlage eingeschlagen, dann mehrere Stofflappen, die mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkt waren, durch die Öffnung gedrückt und angezündet. Der entstandene Schaden: Rund 50 000 Euro.
Spurensicherung wird fündig
Bei der Untersuchung des Tatortes finden die Spurensicherer die blaue Kappe einer Wasserflasche der Marke Volvic und eine rote LCD-Taschenlampe. Kriminalrat Wolfgang Jungnitsch, Pressesprecher der Kripo Kassel: „Diese Gegenstände könnten den Tätern gehören. Sie werden kriminaltechnisch auf DNA-Spuren untersucht.”
Denn die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass die Brandstifter von der Radaranlage geblitzt worden sind: „Um das Raserfoto zu vernichten, haben sie versucht, die Radaranlage durch die Flammen zu zerstören.” Eine Spezialfirma soll die Fotos auf der angeschmurgelten Chipkarte rekonstruieren. Der Versuch schlägt fehl. Nun nehmen sich die Computerspezialisten des ZK 50 des Falls an. Und ihnen gelingt das kleine Wunder: Der Flash-Speicher gibt 60 Datensätze frei. Die Kripo kann alle Raserfotos gut auswerten. Ihr Vorteil: Die Speicherkarte ist am 24. Juni erst um 13.30 Uhr gewechselt worden. Es sind gerade einmal 13 Stunden vergangen. 60 Autofahrer waren in diesem Zeitraum zu schnell unterwegs.
Spitzenreiter mit 133 km/h
Wolfgang Jungnitsch: „Von ihnen nehmen wir zuerst die ins Visier, die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit geblitzt wurden.” Unrühmlicher Spitzenreiter ist in dieser Nacht ein Auto aus Bad Berleburg, das um 22.15 Uhr statt der erlaubten 80 km/h mit 133 km/h über die B 7 braust.
Das Foto des Bad Berleburger Autos zeigt einen Fahrer, einen Beifahrer und eine junge Frau auf der Rückbank. Die Kasseler Kripo legt dieses Foto ihren Kollegen in Bad Berleburg vor. Wolfgang Jungnitsch: „Sie erkannten sofort den 21-jährigen Fahrer, den 20 Jahre alten Beifahrer und dessen 20 Jahre alte Freundin im Fond.” Während die junge Frau ein polizeilich unbeschriebenes Blatt ist, sind die beiden Männer wegen mehrerer Diebstahlsdelikte polizeibekannt. Wolfgang Jungnitsch: „Unter anderem stehen sie in Verdacht, Treibstoff gestohlen zu haben.”
Speichelproben genommen
Die Wohnungen der Verdächtigen werden durchsucht, Speichelproben von ihnen genommen. Danach steht fest: Beide Männer haben ihr DNA-Material auf dem Volvic-Verschluss und der Taschenlampe am Tatort hinterlassen. „Auch wenn sie kein Geständnis ablegen”, so Ermittler Thomas Koch, der die gute Zusammenarbeit von Computerspezialisten und Landeskriminalamt lobt, „ist diese Tat für uns zweifelsfrei geklärt.”
11:13
@ 10 p_s_a:
Erlaubt ist doch immer, was geht.
Nicht umsonst liegen bspw. Compi-Tomos bei jedem Hüsteken o. quersitzenden Pups im Trend.
Die Sicherheit MUSS rein! Und die Kohle eben immer noch RAUS.
10:14
Wenn die 2 Verdächtigen nicht ganz blöde sind, werden die höchstens zugeben, dass die Teile ihnen anscheinend abhanden kamen. Wenn ansonsten keine Spuren und keine Zeugen vorhanden sind, dürfte es höchstens ein Bußgeld wegen Landschaftsvermüllung geben.
Sollten die dennoch verurteilt werden, rate ich allen demnächst genau hinzuschauen, wo man seinen Kaugummi ausspuckt - wer weiss ob nicht irgendwann in der Nähe ein Verbrechen passiert...
09:19
Ich dachte ein Richter entscheidet über Schuld und Unschuld? Das das jetzt schon jede Mütze darf war mir neu. Aber das spart ja Geld für teure Prozesse, also das Geld der Steuerzahler würde Gebensiedasverzerrtewortein jetzt sagen und abnicken.....wie uncool!
08:28
DER Indizienprozess geht aber ohne entsprechende Geständnisse reichlich in die Hose: DNA-Spuren auf Fundgegenständen wie den vorliegenden beweisen doch gar nix.
Gesicherte Spure´n auf den Glasscherben oder evtl. einem Stofflappenrest (sofern nicht vollends mitverbrannt) wären da schon ne andere Hausnummer.
07:14
Liebe Redaktion:
vor dem Schreiben einfach mal nachsehen:
http://de.wikipedia.org/wiki/LCD
http://de.wikipedia.org/wiki/LED
Ziemlich unwarscheinlich, dass es sich tatsächlich um eine LCD Lampe gehandelt hat. (Flüssigkristall leuchtet nämlich gar nicht)
Ansonsten finde ich es mal wieder herrlich wie hier Ermittlungmethoden, welche nur für schwere Straftaten eingesetzt werden dürfen, bei einer Sachbeschädigung zum Einsatz kommen.
Fazit: Glaubt diesem Staat nicht! Methoden, die vorhanden sind, werdn auch genutzt!
07:06
Egal ob man die Verwendung von DNA Tests für richtig hält oder nicht. Vor nicht mal 4 Jahren, waren Sie noch nach höchstrichterlicher Rechtssprechung für schwere Verbrechen reserviert. Ähnlich wie mal die Kontoabfrage die ausschließlich bei Geldwäsche zur Anwendung kommen sollte.
Im Moment steht die Wiedereinführung der Zensur auf dem Plan. Selbstverständlich nur um Kinderpornographie zu verhindern, naja vielleicht auch gegen Nazis, und evt. gegen irgendwelche anderen Volksschädlinge.
Auch wenn die FDP eine Verschiebung der Wiedereinführung der Zensur bis nach den Landtagswahlen im nächsten Jahr erreicht hat, aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
http://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/sonstige_fachbereiche/gentechnik/article/345848/dna-probe-fingerabdruck-zukunft.html
06:57
Bei Vergewaltigern und Kinderschändern sollte die Polizei mal so akribisch ermitteln...
00:30
Dank des Berichtes wissen wir jetzt wieder alle, das man beim anzünden von Blitzkästen immer Handschuhe tragen muss und vor allem niemals Gegestände zurück läßt.
Ich finde auch die Beschreibung darüber, mit welcher Technik man die Dinger abfackeln kann sehr gut beschrieben und das ein Chip drinn ist, der einer Sonderbehandlung bedarf damit er nicht mehr lebar ist.
Wenn das mal nicht ein ausfühlicher Bericht ist.
Vielleicht sollte man die Dinger auch einfach nur abflexen und komplett einer Sonderentsorgung an unbekanntem Ort unterziehen.
Jedenfalls hat der Westen dazu verholfen, allen unsicheren potentiellen Blitzkasten - Terminatoren zu eklären, wie man es jedenfalls nicht macht.
Beim Bombenbasteln wird ja auch munter geholfen.
23:03
Wegen sowas DNA Proben zu nehmen ist ein Skandal.
Bei Mord ist das OK. Aber bei sowas läßt das ganz klar auf einen Überwachungsstaat schliessen!
22:55
... die WAZ hat die Unschuldsvermutung abgeschafft ...