Die bizarrsten Steuerquellen in NRW-Städten
22.09.2010 | 18:49 Uhr 2010-09-22T18:49:00+0200
Ruhrgebiet.Um ihre Finanznot zu lindern, zapfen die klammen Kommunen bizarre Steuerquellen an. In Essen beschloss der Rat am Mittwoch, eine Bräunungssteuer einzuführen.
Zehnmal Einatmen und Ausatmen, das macht Dreifünfzig. So weit sind wir noch nicht. Aber eine Luftsteuer gibt es tatsächlich.
Wenn ein Zigaretten- oder Kaugummi-Automat mehr als 15 Zentimeter von der Fassade entfernt in die städtische Luft ragt und somit selbige verdrängt, ist eine Abgabe fällig. Zum Beispiel in Fürth. Wenn es darum geht, dem Bürger das Geld aus der Tasche zu ziehen, zeigen sich aber auch Ruhrgebiets-Städte ungeahnt kreativ.
20 Euro pro Monat
und Sonnenbank
Als besonders einfallsreich bei der öffentlich-rechtlichen Abzocke erweist sich die Stadt Essen, deren Rat am Mittwoch die Einführung einer Bräunungssteuer beschloss. Sonnenbaden im Freibad oder auf dem Balkon bleibt natürlich gebührenfrei, zahlen sollen aber die Sonnenstudios, die künftig 20 Euro pro Sonnenbank und Monat an die Stadtkasse überweisen müssen. 150 000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr erhofft man sich dadurch.
Schon im letzten Jahr hatte OB Reinhard Paß mit seiner Forderung nach einer Tourismus-Abgabe Gastronomen und Fremdenverkehrswerber gleichermaßen erzürnt. Wenn schon der Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen abgesenkt wurde, sollten auch die notleidenden Kommunen etwas davon haben, so sein Credo. Immerhin hätten die Städte ein Konjunkturpaket namens Kulturhauptstadt geschnürt, von dem die Branche profitieren würde.
Jetzt steht Paß nicht mehr allein. Seit NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans den Kölnern grünes Licht für die Erhebung einer solchen Bettensteuer gab, dürften auch die klammen Städte im Ruhrgebiet zulangen, allen Protesten des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands zum Trotz. In Oberhausen gibt es bereits Modellrechnungen: Hätte man schon 2009 fünf Prozent des Übernachtungspreises erhoben, wären 642 000 Euro in die Stadtkasse geflossen. Bei der für Hoteliers und Gäste günstigeren Variante - ein Euro pro Nacht in Häusern bis zu 50 Betten, zwei Euro in größeren Hotels - wären es nur 207 000 Euro gewesen. Derzeit arbeite die Verwaltung an einer entsprechenden Vorlage für den Rat, sagt Kämmerer Bernhard Elsemann, die Belange der Betriebe würden dabei berücksichtigt: „Wir sprechen mit allen Beteiligten.“ Noch in diesem Jahr wird das Stadtparlament entscheiden.
Sexsteuer ist einträgliche Finanzquelle
Als einträgliche Finanzquelle haben viele Städte auch die Sexsteuer entdeckt. In Oberhausen müssen die Besitzer von Bordellen und Klubs pro „Veranstaltungstag“, so steht es in der Satzung, und Dame, na was schon, sechs Euro zahlen, begrenzt auf 25 Arbeitstage. 180 000 bis 200 000 Euro sollen dadurch im Jahr hereinkommen.
15 Euro pro Tag will Dortmund von den Damen seines Straßenstrichs kassieren, der Kunden aus dem gesamten Ruhrgebiet anzieht. Kämmerer Jörg Stüdemann verspricht sich Mehreinnahmen von jährlich 600 000 Euro. „Wir sind, was die Dimensionen unseres horizontalen Gewerbes betrifft, schon ein ziemlich breit aufgestellter Standort“, sagte er der Deutschen Welle.
Damit nicht genug: Eine Pferdesteuer, die analog zur Hundesteuer erhoben wird, ist mancherorten im Gespräch. In Duisburg sollen Lehrer, die auf dem Schulgelände parken, zur Kasse gebeten werden. Der Plan wurde zurückgestellt, aber nicht abgeblasen. „Wir wollen den Personenkreis weiterziehen“, sagt Peter Hilbrands vom Presseamt. Im Klartext: Auch Rathausmitarbeiter und andere öffentlich Bedienstete sollen nicht mehr zum Nulltarif auf städtischen Flächen parken dürfen.
Noch kein Thema ist für NRW die in Hamburg angedachte Blaulichtsteuer nach österreichischem Vorbild. Wer bei kleineren Verkehrsunfällen nur mit Blechschäden die Polizei ruft, soll dort 40 Euro berappen. Wolfgang Beus, Pressesprecher des Innenministeriums, winkt ab: „Bei jedem Verkehrsunfall kann ja auch eine Straftat vorliegen. Die Unfallaufnahme ist wichtig, um mögliche Gefahrenstellen zu erkennen.“
Zurück zur Hundesteuer: Sie war 2003 in Dorsten sogar die größte Einnahmequelle, weil die beiden wichtigsten Gewerbesteuerzahler ausgefallen waren. Und um ja jeden Vierbeiner steuerlich zu vereinnahmen, haben Mitarbeiter des Kassen- und Steueramtes in Köln sogar die Lizenz zum Bellen. Besteht der Verdacht, dass ein Hundehalter keine Steuern zahlt, dürfen sie an der Haustür Bell- und Knurrgeräusche von sich geben. Prompt stieg die Zahl der gemeldeten Hunde um 6000 auf 31 000.
14:00
Weg mit den Volksverdummern!
Einsparungen,heisst bei der Politik,nicht bei sich
sparen,sondern irgendeine Gebührenerhöhung.
17:05
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12:51
Eine Lügnersteuer für Politiker würden Milliarden in die klammen Kassen spülen.
12:42
Es für für mich ein Rätsel, dass Kommunen, Länder und Staat machen können was sie wollen. Wenn jeder für alles in der Welt Steuern erhebt, so wie ihm gerade wohl ist, landen wir bald wieder im Mittelalter. Legale Wegelagerer gibt es ja auch heute schon mit ihren Stativen an Straßenrändern (in Einzelfällen sicher berechtigt, aber nicht in der Fülle).
Die Regierung erlässt den Hotels Steuern (dafür oder dagegen lassen wir jetzt mal) und die Kommunen sacken sie sich als Bettensteuer ein. Das ist schlicht ein Witz. Müssen Steuern denn nicht begründet werden? Mit welcher Begründung erhebt eine Stadt Steuern auf Sonnenbankbetreiber?
Es wird dringend Zeit, dass das Bundesverfassungsgericht mal einschreitet.
12:21
Das Solarium zahlt doch schon Gewerbesteuer, und die Mitarbeiter Lohnsteuer. Was denn noch? Die brauchen die Solarien um Geld zu verdienen, das ist deren Arbeitsmittel.
Ich arbeite in der IT. Gibts bald die Laptop-Steuer?
11:16
Eine Methansteuer für Vegetarier wäre sinnvoll.
Diese Typen fressen nicht nur den Tieren die Nahrung weg, die furzen auch, wie die Kühe, die Ozonschicht kaputt.
Also, 15% auf Obst, Salat und Gemüse für den Kämmerer.
10:59
Die Orgie der staatlichen und behördlichen Abzockerei treibt in diesem Land seltsame Blüten. Aber, Der Krug geht solange zu Wasser, bis er zerbricht! Wann das sein wird? Wenn das deutsche Volk endlich anfängt, sich zu wehren. Wir sind es doch selber schuld, wir lassen doch alles mit uns machen. Außer solche Leserzuschriften wie hier, tun wir doch nichts! Andere Länder, allen voran Frankreich, machen uns vor, wie es geht.
10:23
hätte da auch noch ein paar Steuervorschläge:
Kleintiersteuer, das kann ein echtes Erfolgrezept sein, einfach pro Kaninchen, Hamster 5,- € und schon ist die Kasse aufgebessert.
Oder wie wärs mit Kulturhauptstadtjahrluftsteuer, alle die unsere gesunde Luft in NRW atmen möchen, sollen doch am Besten direkt ne Kurtaxe bezahlen...
Klasse wäre auch eine Fahrradmaut, die Erzbahntrasse muß ja auch noch bezahlt werden, einfach 0.50 € pro KM das lässt die Kasse ordentlich klingeln
Dann könnte man noch eine Kommentarsteuer erheben, könnte sich auch für derwesten.de lohnen.
Wie wärs mit einer Bettensteuer für Privathaushalte, klasse Sache denn schlafen muss jeder mal...
Dazu passend die Grippeemissionsteuer, jeder mit Grippe muss zukünftig Steuern zahlen wenn er raus will - ich meine doch auch Sicherheit geht vor...
Raucher bezahlen doch auch viel Steuern mit jeder Packung Kippen, wie wärs mit einer Nichtrauchersteuer....
so Spaß beiseite....wie panne sind die eigentlich???
Scham ist wohl ein Fremdwort, jeden würde ich anzeigen wenn er mir Geld aus der Tasche zieht und die dürfen das??
10:19
@Kiwi du hast en Knall
10:10
die Steuer geht voll in ordnung. Jetzt noch die Nagelstudiostteuer, dann haben die H4-Dynastien ein Problem