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Kriminalität

Chefermittler Ingo Thiel veröffentlicht Buch zu Fall Mirco

09.11.2012 | 19:37 Uhr
Chefermittler Ingo Thiel veröffentlicht Buch zu Fall Mirco
Chef-Ermittler Ingo Thiel bei einer Pressekonferenz.Foto: dapd

Essen.   Ingo Thiel, Leiter der Sonderkommission Mirco, hat ein Buch über die Jagd nach dem Mörder des zehnjährigen Mirco geschrieben. Tausende von Spuren wurden verfolgt. Am 26. Januar 2011 konnte die Polizei schließlich Olaf H. festnehmen. Der Familienvater wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre: 145 Tage lang suchte die Polizei den zehnjährigen Mirco aus Grefrath am Niederrhein, verfolgte Tausende von Spuren, spürte den Mörder des Jungen schließlich auf und schnappte ihn. Jetzt hat der Leiter der Soko, Kriminalhauptkommissar Ingo Thiel, ein Buch über Mirco und zwei weitere Fälle veröffentlicht. Und es scheint, als wolle sich der 48-Jährige die Last des Erlebten von der Seele schreiben.

Das Buch „Soko im Einsatz“ (Ullstein extra, 222 S., 14,99 Euro), das am Montag erscheint, liest sich wie ein Thriller. Wie Thiel und sein Team die Schlinge um den Verdächtigen immer enger ziehen, ist packend, selbst wenn viele Fakten ja längst bekannt sind. Denn es ist kein Polizei-Protokoll, das der Kripomann da verfasst hat. Es ist ein Einblick in die Arbeit der Polizei-Maschinerie ebenso wie in das Seelenleben der Beamten.

Fall Mirco
Chefermittler gibt Pannen bei Ermittlungen zu

Auf 224 Seiten gibt der Chefermittler im Fall Mirco, Ingo Thiel, in seinem Buch "Soko im Einsatz" Einblick in die Ermittlungsarbeit im Fall Mirco. Thiel schildert die Suche nach dem Jungen als intensives, kräftezehrendes Unterfangen - bei dem auch Fehler passiert sind.

Ich stehe mit diesem Fall auf und nehme ihn mit ins Bett. Ich lebe mehr mit den Leuten der Soko zusammen als mit der Frau, die nach ihrem eigenen Feierabend wieder unseren Kühlschrank aufgefüllt und zwei Maschinen Wäsche erledigt hat. Die sich nicht beschwert, wenn ich das wenige, das ich für uns tun wollte, über den Tag wieder vergessen habe.

Krimi geschrieben – im besten Sinne

Thiel hat einen Krimi geschrieben – im besten Sinne: Denn auch wenn er schon im Vorwort betont, dass der reale Polizeialltag nicht viel mit Fernseh-Fiktion zu tun hat, schafft er doch genau das, was auch gute TV-Storys machen: Er erzählt eine Geschichte. Von den Kommissaren und ihren Eigenheiten, von ihren Hoffnungen und Ängsten. Von schrulligen Zeugen und seltsamen Verdächtigen. Von dem ersten Treffen mit den Eltern des Opfers, Sandra und Reinhard Schlitter. Und schließlich von der ersten Begegnung mit dem Täter selbst, am Fundort von Mircos Leiche.

Großer Kopf, breites Gesicht, etwas bullige Statur: in etwa wie auf den Fotos, die ich mir vor Tagen besorgt habe. Was immer er gerade gesehen hat, scheint ihn wenig berührt zu haben. (...) Ich verspüre in dem Moment wenig Neigung, mich ernsthaft in ihn hineinzuversetzen. Bevor ich an ihm vorbei bin, hebe ich nur kurz den Zeigefinger, wie zum Gruß, und sage halblaut: „Hab’ dich!“

Polizisten sind in diesem Buch die Guten

Und auch das ist wie im Krimi: Die Polizisten, sie sind in diesem Buch die Guten. Unerschütterliche Idealisten, die monatelang durcharbeiten, in Nächten und an Feiertagen, die auch die schlimmsten Aufgaben nicht scheuen – und deren schlimmster Fehler die Lust auf Kekse ist.

Buch von Mircos Eltern
Kein Platz für Hass und Rache

145 Tage haben sie ihn gesucht, zwei Jahre nach dem Tod ihres Sohnes haben die Eltern Schlitter nun ein Buch geschrieben. Es ist ein Zeugnis von Glauben und Liebe und gleichzeitig so etwas wie ein Ratgeber: „Wir glauben, dass Gott Mirco an seine Hand genommen hat, um ihm den Himmel zu zeigen.“

„Wir gehen hier nicht eher weg, bis wir den gefunden haben. Das kann ich Ihnen versprechen. Und wir finden ihn.“ Dieser Satz ist von nun an das Mantra, das für unsere Arbeit sinnstiftend wirkt. (...) Ich habe (Mircos Eltern) ein Versprechen gegeben, das für mich verbindlich ist. Es zählt für mich nicht weniger als der Diensteid oder eine Anweisung vom Kriminaldirektor. Anders gesagt: Wir machen das hier nicht bloß, weil es halt irgendwer machen muss. Wir machen das vor allem für Sandra und Reinhard.

Persönliche Genugtuung

Thiel lässt keinen Zweifel: Er ist stolz auf das, was er und sein Team in seinem „populärsten Fall“, wie er sagt, geleistet haben. Er gibt Pannen zu, ohne groß um Entschuldigung zu bitten. Und ein wenig scheint es, als heische der Mann, der „der Terrier“ genannt wird, auch um Beifall. Als brauche er dieses Ventil, um sich persönliche Genugtuung zu verschaffen. Bei allem Verständnis: Das ist es, was nach der ergreifenden Lektüre einen faden Nachgeschmack hinterlässt.

Als wir den Eltern zum Abschied die Hand geben wollen, nimmt Sandra uns der Reihe nach in den Arm, um einmal fest zu drücken. Alle vier. „Versprechen gehalten“, sagt sie, „danke“.

Britta Bingmann


Kommentare
11.11.2012
20:41
Ermittler Ingo Thiel veröffentlicht Buch zu Fall Mirco
von logikjetzt | #1

Thiel ist nicht einfach ein "Selbstdarsteller", sondern Thiel ist eine GALIONSFIGUR Dritter.
Thiel ist zuerst mal ein fähiger Kriminalist. Jedoch haben viele den Fall Mirco bis heute nicht verstanden. Im Fall Mirco gab es schon frühzeitig die Stimme eines Bürgers, der auf allen Kanälen versucht hat, die Soko vom Irrweg einer "Spontantat beim zufälligen Überholen unterwegs" zu überzeugen. Erfolglos. Die Soko hat dann aber ohne die Tat selbst zu verstehen, über Handy, Passat und Faserspuren-Kombination einiges richtig gemacht, Mörder und Leiche gefunden und wurde bejubelt, trotz Pannen wie dem Reinfall bei den als "Analyse" weitergegebenen Täterausreden von wegen Kindersex-Tat "aus Stress".. Später dann merkte man bei der Rekonstruktion, dass der Bürger, der stets und z.B. auch hier http://www.schwaebische.de/forum/showthread.php?1871-Fall-Mirco-Polizei-startet-neue-Suchaktion die Spontantat kritisierte, doch Recht hatte und im Prozess wurde dann klammheimlich von einem "Belauschen

1 Antwort
Chefermittler Ingo Thiel veröffentlicht Buch zu Fall Mirco
von logikjetzt | #1-1

..... am Skaterplatz", also Insiderwissen aus Oedt und einem geplanten Zusammentreffen am Abgreifort ausgegangen.
Doch mittlerweile war dieser Bürger schon viel weiter http://issuu.com/kleiderspender/docs/dossier_zum_fall_mirco_-_der_zeitliche_fingerabdru
In diesem Link wurden die die Abläufe in Oedt viel genauer rekonstruiert und mit den Informationen nach der Festnahme von Olaf H. führte das zu klaren Herleitung dass es einen Komplizen bei der Tat gegeben haben muss, die Tat ist nur zur Hälfte gelöst.
Dies steht hier http://www.finanzzeug.de/fall-mirco-verdrangung-ungeloster-fragen-beim-thema-komplize-the-show-must-stop-30195 und das wäre vor allem für die Profiler ein Fiasko. Der Teilerfolg von Thiel lenkt von den totalversagenden Profilern ab, ihre Lobby verherrlicht Thiel und Schlitters heute wie Popstars.
Dies geschieht auf dem Rücken der Wahrheit und ehrlicher Information der Bürger über die Wahrscheinlichkeit eines freilaufenden Komplizen wie im letzten Link gezeigt.

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