Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Schiffsunglück

Bewohner von Giglio gedenken der „Costa Concordia“-Opfer

11.01.2013 | 16:30 Uhr
Funktionen
Vor einem Jahr, am 13. Januar 2012, rammte die Costa Concordia einen Felsen.Foto: Tullio M. Puglia

Rom.   Auf Giglio sammeln sich am Sonntag Angehörige der Toten und die für ihre überwältigende Hilfe ausgezeichnete Bürgerschaft der Insel. Die überlebenden Opfer sind unerwünscht. Wann die „Costa Concordia“ zum Abwracken fortgeschleppt wird, ist immer noch unklar.

Am Jahrestag ist Zeit fürs Gedenken: Auf Giglio sammeln sich am Sonntag Angehörige der Toten der "Costa Concordia " und die für ihre überwältigende Hilfe ausgezeichnete Bürgerschaft der Insel; es kommen Einsatzkräfte und Politiker; vielleicht sogar Staatspräsident Giorgio Napolitano. Feuerwehrleute und Polizeitaucher – die bei den Rettungsarbeiten geholfen haben, aber für ihren tagelangen Sondereinsatz teils bis heute nicht bezahlt worden sind – sollen geehrt werden.

In der Kirche, in der Pfarrer Don Lorenzo in jener Nacht hunderte von durchnässten Schiffbrüchigen aufgenommen, mit Ministrantengewändern bekleidet und mit Altardecken gewärmt hatte, sollen ein Gedenkgottesdienst für die 32 Opfer abgehalten – und die Heizung eingeweiht werden, die das Kreuzfahrtunternehmen Costa zum Dank der Pfarrei gespendet hat.

Für die Reederei lag das Jahr über den Erwartungen

Blumenkränze und Lichter sollen im Meer schwimmen. Und jenen aus dem Schiffsrumpf operierten „Stein des Anstoßes“ wollen die Gigliesi dahin betonieren, wo er hingehört: auf die fatalen Klippen „Le Scole“.Die Überlebenden des Unglücks wurden „aus organisatorischer Sicht“ von der Reederei nicht eingeladen.

Geschäftlich, teilt die Reederei Costa mit, habe das Jahr der großen Havarie „über den Erwartungen“ gelegen; noch im Frühjahr seien um 28 Prozent mehr Buchungen eingegangen als im Vorjahr, und im Dezember habe man in Venedig mit dem Bau des größten Kreuzfahrtschiffes überhaupt begonnen: mit der „Diadema“, die 6200 Personen über die Meere schippern kann.

450 Mann arbeiten am Wrack

Vor Giglios Küste gehen derweil die Aufräumarbeiten weiter, in die Costa schon jetzt 400 Millionen US–Dollar gesteckt hat. Die 290 Meter lange, sichtlich angerostete „Costa Concordia“ ist umringt von Kränen, Schiffen, schwimmenden Arbeitsplattformen. 450 Mann aus 18 Ländern beschäftigen sich rund um die Uhr damit, das Wrack mit 20 000 Tonnen von Zementsäcken zu unterfüttern und jene Unterwasserplattform zu bauen, auf welche sich die „Costa Concordia“ stützen soll,wenn sie aufgerichtet und – mit Stahlkästen als Schwimmreifen umgeben – zum Abwracken fortgeschleppt werden soll.

Havarierte "Costa Concordia"

Wann wird das sein? Die italienische Behörde für Zivilschutz ist vorsichtig geworden: „Es handelt sich um die größte Schiffsbergung der Geschichte, die steckt so voller Ungewissheiten, dass wir nichts Genaues sagen können.“ Im Verzug ist man auf jeden Fall; die Gigliesi, die darüber jammern, es sei ihnen ein Drittel der Sommergäste weggeblieben, und die zehntausenden von Foto-Tagestouristen brächten „außer Müll gar nichts“, sie werden auch die nächste Saison mit dem Wrack leben müssen.

Paul Kreiner

Kommentare
Aus dem Ressort
Zug der Nordwestbahn entgleiste in Dorsten
Verkehr
Für Stunden blockierte am Donnerstag eine entgleiste Bahn die Zuggarage der Nordwestbahn in Dorsten. Das sorgte für erhebliche Verspätungen.
NRW-Landesarchiv in Duisburg hat jetzt eine Promenade
Innenhafen
Das neue Landesarchiv NRW im Duisburger Innenhafen ist nun auch im Außenbereich fertig gestellt. Besucher können die neue Promenade jetzt begehen.
Bürger und Stadt streiten um Park in Oberhausen
Naturschutz
Mitte Januar sollen im Norden des Osterfelder Volksgartens wieder Bäume fallen. Gegner wollen den Axtschlag vermeiden. Der Förster erklärt sich.
Wertsachen aus DRK-Heim-Tresor in Essen verschwunden
Senioren
Auf dubiose Weise verschwanden im DRK-Altenheim Freisenbruch die Ringe und Ketten einer Bewohnerin. Rechtsanwalt spricht von "chaotischem Zustand".
Koch Tom Waschat will helfen – und bekommt Knöllchen
Knöllchen-Ärger
Der Spitzengastronom und „Supper“-Gründer verteilte in Duisburg Suppe an Bedürftige. Doch er darf mit dem umgebauten Quad nicht in die City.
Fotos und Videos
Voting: Die besten Luftbilder von Essen
Bildgalerie
Erste Abstimmung
Die 100 besten Luftbilder von Essen
Bildgalerie
Essen von oben
Bochum aus der Luft
Bildgalerie
Weihnachtsmarkt
Oberhausener Weihnachtsmärkte von oben
Bildgalerie
Stadtansichten