Baranowski lehnt die Ruhrstadt ab
24.09.2009 | 16:35 Uhr 2009-09-24T16:35:00+0200Essen. Das Ruhrgebiet braucht einen starken Mann für wichtige Entscheidungen, sagt Frank Baranowski, Chef der Ruhr-SPD. Eine Ruhrstadt will er aber nicht - anders als es der neue "Masterplan Ruhrstadt" vorsieht. Zudem müsse man die Bürger mitnehmen - und nicht durch neue Ortsschilder verwirren.
Kaum hatte der Verein „Pro Ruhrgebiet“ seinen Zehn-Punkte-Plan für die Ruhrstadt auf den Tisch gelegt, hagelte es schon Kritik. Der Bund der Steuerzahler, die Stadt Essen oder die Linke NRW lehnen es ab, aus dem Ruhrgebiet eine einzige Stadt zu machen. Nur die Landeschefin der Grünen, Daniela Schneckenburger, will die Ruhrstadt, mit einem gewählten Ruhrparlament und einem Oberbürgermeister: „Wir müssen die Kleinstaaterei und Egoismen überwinden.“
Den Zehn-Punkte-Plan hat sich nun auch Frank Baranowski, Chef der Ruhr-SPD und Gelsenkirchener Oberbürgermeister, zur Brust genommen. „Das Engagement von ,Pro Ruhrgebiet’ für die gemeinsame Sache begrüße ich ausdrücklich“, heißt es in einer Erklärung. „In vielen Punkten haben wir ein hohes Maß an Übereinstimmung in unseren Vorstellungen und Forderungen.“ Dennoch macht Baranowski, der im Juli einen Regierenden Bürgermeister fürs Revier und ein Ruhrparlament gefordert hat, die Unterschiede deutlich. Die SPD unterstütze die Forderung nach mehr Kooperationen zum Beispiel im Nahverkehr. Auch dass das Ruhrgebiet im kommunalen Finanzausgleich mehr berücksichtigt werde, sei richtig. Die Forderung nach einer einzigen einheitlichen Stadt unterstütze die Partei aber nicht.
"Rädelsführer der roten Oberbürgermeister"
„Auf dem Weg zu mehr Gemeinsamkeit im Ruhrgebiet müssen wir die Bürger mitnehmen und nicht verwirren“, betont Frank Baranowski, den andere Stadtverwaltungen einen „Rädelsführer der roten Oberbürgermeister für die Metropole Ruhr“ nennen. Neue gelbe Ortsschilder mit Aufschriften wie „Ruhrstadt-Gelsenkirchen“ oder „Ruhrstadt-Herne“ hält Baranowski für kontraproduktiv ebenso wie die „Wiederbelebung der bereits einmal gescheiterten Olympia-Idee“. Eine von oben aufgedrückte Ruhrstadt werde nicht erfolgreich, Gemeinsamkeit entstehe vielmehr durch „die freiwillige und partnerschaftliche Kooperation der Städte“. Über ein gemeinsames Autokennzeichen oder eine einheitliche Telefon-Vorwahl, wie sie der Verein „Pro Ruhrgebiet“ gefordert hatte, könne man allerdings nachdenken.
Baranowskis eigene Forderung nach einem Bürgermeister fürs Revier hält Grünen-Landeschefin Daniela Schneckenburger für wenig glaubwürdig. „Wenn am Ende Frank Baranowski nicht dieser Oberbürgermeister sein wird, wird er auch nicht mehr dafür sein.“
Diskussion: Masterplan Ruhrstadt
11:18
Spricht der OB Baranowski die Wahrheit. Oder warum rudert er wieder zurück?
Dazu wurde bei StadtRuhr folgendes veröffentlicht:
Beim Duell der Oberbürgermeister-Kandidaten für Gelsenkirchen, Baranowski (SPD) und Mörs (CDU) befragte der Moderator fragte beide Kandidaten nach ihrer Haltung zur RuhrStadt.
Während Herr Mörs in der RuhrStadt offenbar keine Perspektive sieht, plädierte Frank Baranowski eindeutig für die RuhrStadt, mit einer direkt gewählten Interessenvertretung. Schon aus Kostengründen müssten Aufgaben der Ruhrstädte zusammengefasst werden, wie zum Beispiel die Wirtschaftsförderung und der Verkehr.
Die Städte müssten Kompetenzen abgeben, entwicklungstechnisch wie die EU, die sich langsam von der EWG bis zur heutigen Lösung fortentwickelt hat, von klein nach groß. Die Neuregelung sei parteiübergreifend nach der Landtagswahl zu erwarten.
Dazu habe ich bei StadtRuhr folgenden Kommentar geschrieben.
Warum müssten die Städte Kompetenzen abgeben? Eine Zusammenlegung der Städte würde dazu führen, dass die Städte Herne, Witten, Mülheim/Ruhr und Gelsenkirchen nur noch Vorstädte von Essen und Dortmund wären. Städte wie Alpen und Xanten hätten, von fernen Essen aus verwaltet gar keine Zukunft und Entwicklung mehr. Warum müssten die Landesteile Kompetenzen, und Gebiete abgeben. Es ist schon fatal, das im Ruhrgebiet, das ein Teil das Rheinlandes und Westfalens ist, immer wieder die Loslösung vom Rheinlandes und Westfalens gefordert wird. Das Ruhrgebiet benötigt sein Umland, und das Ruhrgebiet ist im Westen ein Teil der Rheinschiene. Besonders im Westen würde die Abtrennung vom Rheinland die Entwicklung gebremst.
11:57
Nur Ruhrpottfanatiker glauben an eine Ruhrstadt! Das Ruhrgebiet ist sei 1815 !!! Rheinland noch Westfalen. Da gab es noch kein Ruhrgebiet!
10:14
think BIG
Wat für ein Schwachsinn .... Alpen, Xanten, Voerde soll nicht mehr Niederrhein sein, sondern Ruhrpott. Ebenso ist es Schwachsinnig, zu glauben Hamm, Unna, Schwerte, ist nicht mehr Westfalen. Fakt ist Duisburg liegt am Niederrhein, und hat mit der größten Stadt Westfalen nur noch wenig zu Gemeinsam.
Und der Herr Baranowski sollte langsam Weitblick bekommen, das wir längst einen Rhein-Ruhr-Raum leben. Wir Pendel doch jetzt schon von Duisburg nach Düsseldorf, oder Krefeld, ohne und um die Schwachsinnigen Grenzen des RVR-Gebiets zu kümmern.
Also benötigen wir keine Ruhrstadt von Alpen bis Fröndenberg, und von Haltern am See bis Breckerfeld.
Also, ein wenig mehr Weitblick, und weniger Separatismus.
22:43
55% Nichtwähler in Gelsenkirchen, das gibt den Menschen mit normalem Verstand zu denken. Der SPD mit ihrem OB anscheinend nicht.
Erdrutschsieg?! OB fürs Revier– Realitätsverlust auf der ganzen Linie.
Herr Baranowski sollte sich lieber den brennenden Fragen in Gelsenkirchen stellen.
Ein sehr sehr trauriges Thema in Gelsenkirchen ist die Bildung unserer Kinder.
Herr Baranowski, wie war das noch mal? –„...Bildung, Bildung, Bildung...“!
Haben wir in Gelsenkirchen schon den Durchschnitt von NRW erreicht?
Was haben Sie, Herr Baranowski, Herr Beck und Herr Wissmann bisher auf die Beine gestellt?
Wo ist Ihre Bildungsoffensive?
Welches Bildungs- und Ausbildungsniveau haben die Erzieher und Leiter der städtischen Kindertageseinrichtungen in Gelsenkirchen?
Warum fallen immer noch Maxigruppenstunden für die zukünftigen Schulknirpse aus?
Wie steht es mit der Sprachförderung für Kinder aus bildungsfernen Schichten?
Wie sieht es mit der frühkindlichen Bildung in den Kindertagesstätten aus?
Wie weit sind Sie mit den Ganztagsschulen?
Was ist mit der Gewalt an Schulen?
Was ist mit der Kriminalität von Jugendlichen in Gelsenkirchen?
Kinderspielplatz Neustadt, schon vergessen?
Probleme über Probleme.
Nicht nur Sonntagsreden schwingen Herr Baranowski, Herr Beck und Herr Wissmann - Konzeptpapiere endlich in die Realität umsetzen.
21:29
Na, wen wundert das, dass jemand der dadurch Macht verlieren würde gegen die Ruhrstadt ist.
19:56
Wat für ein Schwachsinn hier... Das Ruhrgebiet ist weder Rheinland noch Westfalen, richtig erkannt. Nur leider mindestens 50 Jahre zu spät. Zur Zeit zerfällt das doch in teilweise schon dörfliche Strukturen. Dortmund und Duisburg haben nicht viel gemeinsam. Ausser einem: SPD-regierte Rathäuser. Sollte hier etwa eine Partei die bundesweit zum Untergang ansteht versuchen sich ein kleines Königreich zu bauen um so zu überleben? Ausgerechnet in einer Region die sie mit ihrer wirklichkeitsfernen Politik über Generationen zum Elendsgebiet gemacht haben? Aber noch sitzt ihre Stammwählerschaft eisern verbissen in den Vororten und Siedlungsgebieten, in den Kleingartenanlagen. Mit die größte noch aktive Wählergruppe in der Nichtwählerregion, Darum haben sie (noch) die Macht. Der Tod wirds ändern und darum müssen sie handeln. Herr Baranowski den ich ansonsten sehr schätze als Realisten zeigt sich hier als 100%ger Sozialdemokrat. Was immer das auch ist. Auch er hat einen Traum. Die Rettung eben dieser Sozialdemokratie so wie ist. Und damit trennen sich unsere Wege. Es sollte hier etwas Neues entstehen.
17:32
Warum hacken eigentlich alle so auf Frank Baranowski rum? Er ist doch sehr sympathisch und sieht auch noch recht gut aus. Damit kommt er gut rüber.
17:21
Wie eine Fahne im Wind...
Darf man hier auch von Wahlbetrug sprechen?
15:40
Ob der Herr Baranowski schonmal auf einem Kichturm war um über den Tellerrand zu schauen ?
Soviel provinzielles Denken ist typisch für Gelsenkirchen. Am Stadtrand hört die Welt auf.
Aber es geht ja auch um Posten und Pöstchen, die in einer Ruhrstadt nicht mehr so üppig zu verteilen sind.
Und dann war da noch diese obskure Region Emscher Lippe. Von irgendwas muß Gelsenkirchen ja schließlich die größte Stadt sein und wenns nix gibt muß man was erfinden.
13:42
ach und was ist mit der A 52 Herr Baranowski,
Frei nach dem Motto:
Wir in GE wollen kein A 41 durch unsere Stadt,
sollen die Gladbecker eine Hochleistungstransit Route durch Ihre Stadt bauen.
Herr Baranoski, hätte GE damals nicht die A 41 verhindert, würden wir heute nicht so eine Sinnlos - Diskussion um die A 52 führen. Die verlogene Haltung GE bezüglich Hege, die ja ach so naturbelassen ist, wirkt durch die großzügige Ausweisung von Industrieflächen im Norden von GE, einfach nur lächerlich.
Von wegen Naturlandschaft Hege, dass sind doch Baulandflächen für GE. Nicht mehr und nicht weniger.
Die Stadt GE hat scheinbar den fragwürdigsten KIRCHTURM in einer fragwürdigen Ruhrstadt.
Lassen Sie also so apostelhafte Bekehrungsversuche Herr Baranowski.