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Autofahrer im Visier der Radargeräte

28.11.2008 | 14:14 Uhr
Autofahrer im Visier der Radargeräte

Zum Jahresende steigt die gefühlte Blitzer-Dichte. Der ADAC spricht von einer Abzocke zum Jahresende. Kreise und Städte in Südwestfalen weisen diese Vorwürfe zurück.

Hagen. Es ist der Moment eines Autofahrers, in dem er sich so richtig ärgert. Mitten in der Fahrt leuchtet er auf, der Blitz. Wenige Wochen später flattert der Bußgeldbescheid ins Haus. Viele haben gerade zum Ende eines Jahres das Gefühl, dass Polizei und Ordnungsämter an jeder Ecke stehen, um das Finanzsäckel aufzufüllen.

„Das ist nicht so", widerspricht Martin Reuther von der Verwaltung des Hochsauerlandkreises. Zwar werde jedes Jahr ein fester Wert in der Haushaltsplanung veranschlagt, doch wenn die Einnahmen ausbleiben, würde das Defizit durch andere Positionen ausgeglichen. „Das sind die üblichen Verschiebungen", so Reuther.

Tempomessung durch die Polizei. Zum Jahresende steigt die gefühlte Radar-Dichte. Alles Einbildung, sagen die Kreise und Städte. Foto: Archiv

Jährlich nimmt die Bußgeldstelle des HSK etwa drei Millionen Euro ein. Aus eigenen Geschwindigkeitsmessungen und den Bußgeldeinnahmen der Polizei. „Inklusive sind auch andere Vergehen wie Alkohol am Steuer oder Fahren ohne Gurt." Jedes Jahr identisch seien die Zahlen aber nicht, beton der HSK-Sprecher. „Es gibt Unterschiede von um die 200 000 Euro", sagt Reuther. „Und dieses Jahr werden wir voraussichtlich unter drei Millionen bleiben."

Derweil heißt es aus dem Märkischen Kries: „Die Standorte unserer Geräte kann jeder im Internet einsehen." Sprecher Hendrik Klein: „Die Veranschlagungen im Haushalt basieren auf den Erfahrungswerten des Vorjahres." Das erkläre auch, warum sich die Einnahmen gleichen würden. „Das Bußgeldaufkommen liegt allein in der Hand der Autofahrer", sagt Klein. „Von Abzocke kann keine Rede sein. Uns geht es um Verkehrssicherheit", fügt er an. „Wir nehmen das Geld nicht ein, um den Haushalt zu sanieren."

Die Einnahmen im Ennepe-Ruhr-Kreis sind dieses Jahr um knapp zwei Millionen Euro gestiegen. „Das klingt erst einmal erschreckend", räumt Pressesprecher Ingo Niemann ein. „Aber das liegt vorwiegend an der neuen Blitzanlage an der A 46 im Autobahnkreuz Wuppertal-Nord." Die Messstelle sei Ende 2007 an dem Unfallschwerpunkt installiert worden.

„Zum Jahresende wird geblitzt, was die Kanone hält." Ralf Collatz, ADAC

Olpe

Im Kreis Olpe schwanken die Zahlen minimal. Nur 2005 hatte es einen Ausreißer nach oben gegeben. Das habe, so Pressesprecher Hans-Werner Voß, an einer Großbaustelle auf der Autobahn gelegen.

Soest

Auch im Kreis Soest pendeln sich die Einnahmen um die zwei Millionen Euro ein. „Man muss aber beachten, dass es in den Kreisen Südwestfalens unterschiedliche Einwohnerzahlen gibt", sagt Pressesprecher Wilhelm Müschenborn.

Hagen

Die Stadt Hagen verzeichnet in den vergangenen Jahren leichte Verluste bei den Bußgeldeinnahmen. Auch, weil die Autobahnpolizei nach Informationen unserer Zeitung weniger intensiv tätig war.

Während die Kreise immer wieder betonen, dass sie nicht, auch nicht gegen Ende des Jahres, aus rein finanziellen Erwägungen, sondern ausschließlich an Gefahrenstellen messen, sieht das der ADAC anders. „Es ist jedes Jahr das selbe. Zum Jahresende wird geblitzt, was die Kanone hält", sagt Pressesprecher Ralf Collatz. Der ADAC vermutet Methode. „Wenn die Etatansätze nicht eingehalten werden, muss man die Kontrollen verschärfen." Dies sei dann aber nicht mehr im Sinne der Verkehrssicherheit, sondern diene nur der Gewinnerzielung. „Auch, wenn es immer abgestritten wird. Die Zahlen werden ja jedes Jahr schließlich doch eingehalten oder sogar übertroffen", so Collatz. Dies schüre natürlich den Unmut der Autofahrer.

Desirée Jacobi

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Kommentare
28.11.2008
17:22
Autofahrer im Visier der Radargeräte
von hjk1904 | #4

Mag sein daß es so gefühlt wird, mir jedenfalls scheint es so, dass ab Oktober verstärkt Radarkontrollen durchgeführt werden. Ich spreche nicht von Abzocke, denn wer zu schnell fährt muss es selbst wissen, aber mal ne Frage: Muss hier etwa die Weihnachtskasse aufgebessert werden? Ist etwa dass vorgeschriebene Soll von Einnahmen etwa noch nicht erreicht worden?

28.11.2008
16:10
Autofahrer im Visier der Radargeräte
von Tinkatulia | #3

Ja klar, Sie können so schnell fahren wie Sie wollen.
Ist doch Ihre Entscheidung, was Sie Ihrem Geldbeutel und Punktekonto zumuten.
Gute Fahrt !

28.11.2008
15:16
Autofahrer im Visier der Radargeräte
von Mattesdererste | #2

#1
Aber selberdenken, was Sinn macht oder nicht, kann ich noch ganz gut selber.

28.11.2008
14:50
Autofahrer im Visier der Radargeräte
von Tinkatulia | #1

Wieso Abzocke???
Niemand wird gezwungen zu schnell zu fahren.

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