Altersweisheit
20.06.2007 | 08:45 Uhr 2007-06-20T08:45:37+0200PROJEKT. Ein neuer Wissenschaftsverbund nimmt das Seniorendasein im Ruhrgebiet unter die Lupe.
DORTMUND. Das Ruhrgebiet ist heute schon der seniorenreichste Großraum Deutschlands, nirgendwo wird der demographische Wandel so früh und heftig spürbar werden wie im Revier. Ein neuer Wissenschaftsverbund der Unis Bochum und Dortmund will dem alternden Revier Vorteile abgewinnen und sieht die Region als riesiges "demographisches Laboratorium".
"Das Ruhrgebiet könnte zu einem Modell der Generationensolidarität werden, das auch für andere Regionen wegweisend ist", sagt Professor Rolf. G. Heinze, Soziologe an der Ruhr-Uni. Dort ist laut Experten bis 2020 mit einem Bevölkerungsrückgang von über zehn Prozent zu rechnen. Eine Folge: Überalterung. Doch das ist kein Grund zur Verzweiflung, meinen die Wissenschaftler aus Dortmund und Bochum. "Alter ist ja meist negativ besetzt", ärgert sich Ludger Pientka, Direktor der Klinik für Altersmedizin des Marienhospitals Herne. "Aber nur ein kleiner Teil der Über-80-Jährigen ist hilfsbedürftig. Wir reden hier vor allem über fitte Alte, die zum Teil eine große Kaufkraft haben."
Die Botschaft aus den beiden Unis ist deshalb leicht zusammengefasst: Macht diesen Senioren den Alltag so angenehm wie möglich. Sorgt für barrierefreies Wohnen, kurze Wege zum Arzt, zum Supermarkt, plant Stadtteile seniorengerecht. Der Wissenschaftsverbund "Gesellschaftlicher Wandel und Zukunft des Alterns" (ZUDA) wird diesen Weg interdisziplinär begleiten. (NRZ)
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