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Ärztin soll falsch mit Cortison behandelt haben

24.01.2015 | 00:11 Uhr

Paderborn. Hunderte von Patienten soll eine Ärztin aus Paderborn ohne deren Wissen mit Cortison behandelt haben. Vor dem Landgericht der Stadt muss sich die Medizinerin seit gestern für diese Behandlungen verantworten. Der 45-Jährigen wird gefährliche Körperverletzung in 1773 Fällen vorgeworfen. Die meisten früheren Patienten haben Allergien - und die Angeklagte galt als Expertin für naturheilkundliche Mittel. Sie soll bei Eigenbluttherapien ein cortisonhaltiges Präparat beigemischt haben.

Am ersten Verhandlungstag räumte die Frau die Behandlungen ein. Sie will aber nicht gewusst haben, dass das verwendete Präparat Cortison enthielt. Die Ärztin, deren Approbation seit mehreren Jahren ruht, soll 34 000 Euro mit den Spritzen verdient haben.

In der Anklageschrift wird das Ausmaß der Vorwürfe gegen die Frau deutlich: Teils bekamen demnach Patienten über Jahre hinweg mehrfach Spritzen, von denen sie annehmen mussten, sie enthielten ausschließlich homöopathische Substanzen. Allerdings zeigten die Behandelten häufig für Cortisongaben typische Nebenwirkungen. Die Staatsanwaltschaft spricht von aufgedunsenen Gesichtern, Wachstumsstörungen und Flaumbehaarungen bei Kindern bis hin zu schwächeren Immunsystemen. Ein Kind soll sogar an Schweinegrippe erkrankt sein, ein erwachsener Patient soll zeitweilig zeugungsunfähig gewesen sein.

Die Anklage listet auch 830 Fälle von gewerbsmäßigem Betrug auf, da die Ärztin die cortisonhaltigen Spritzen als homöopathische Substanzen abgerechnet haben soll.

Die Angeklagte ließ über ihre Verteidiger erklären, sie sei davon ausgegangen, dass das von ihr beigemischte Triamcinolonacetonid rein homöopathisch sei.

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2015-01-24 00:11
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