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Sonnenfinsternis

"50 Shades of Grey" statt Sonnenfinsternis in NRW

20.03.2015 | 15:37 Uhr
Sonnenfinster-Nix: Trotz optimaler Vorbereitung guckten die Kinder der Moerser Regenbogenschule nur in den nebeligen Himmel.Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services

Düsseldorf/Herten/Köln.  Schutzbrillen restlos ausverkauft, Schulen in Alarmstimmung - und dann das: die Sonnenfinsternis fällt in NRW weitgehend aus - wegen Nebels.

Wer die Sonnenfinsternis in Nordrhein-Westfalen beobachten wollte, schaute am Freitag meist ins Leere: In vielen Landesteilen versperrten eine breite Wolkendecke und dicke Nebelfelder den Blick auf das seltene Ereignis am Himmel. Allenfalls über 400 Meter - etwa im Rothaargebirge oder Hochsauerland - konnte man beobachten, wie sich das Naturschauspiel an der verdunkelten Sonnenscheibe abzeichnete, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Chronik
Nebel statt Sonnenfinsternis - der Morgen zum Nachlesen

Irgendwo da oben war die Sonnenfinsternis. Dichter Nebel verhinderte allerdings, dass wir etwas davon sahen. Der #Sofi-Tag zum Nachlesen.

Mit Teleskopen und Foto-Stativen richteten sich Schaulustige auf dem Kahlen Asten (842 Meter) oder an den Externsteinen im Teutoburger Wald (267 Meter) ein. Rund 100 Menschen kamen insgesamt zu beiden Aussichtspunkten. Vor allem Schüler, Studenten oder Fotografen waren dabei, aber auch so manche "Esoteriker und Freaks" will eine Mitarbeiterin des Info-Zentrums auf dem Weg zu der markanten Sandstein-Felsformation gesehen haben.

Witzeln im Netz

Weil am Kölner Himmel - wie auch in Düsseldorf, Essen oder Münster - so gut wie nichts zu entdecken war, lenkte eine skurrile Gestalt auf dem Vorplatz des Doms alle Blicke auf sich: Als "urzeitlicher Astronom" bezeichnete sich Gajdács Zakariás - ein Selbstdarsteller in einem auffälligen Gewand mit Schottenkaro-Muster, Ochsenhorn, schwarzer Maske und Schutzbrille. Medienwirksam setzte er sich für die Fotografen in Szene. Er pflege einen keltischen Brauch, der angeblich vor den Römern in der Gegend um Köln existierte: "Damals war die Sonnenfinsternis ein Feiertag, deshalb möchte ich sie nach altem Brauch empfangen".

Video
Auf die Halde Hoheward pilgerten am Freitagmorgen Scharen von Menschen, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Leider machte das Wetter dem astronomischen Schauspiel einen Strich durch die Rechnung.

Auch im Internet hatten Witzbolde in sozialen Netzwerken mehr Spaß an dem Spektakel als die eigentlichen Beobachter: "Sonnenfinsternis, oder wie es in Düsseldorf heißt: "50 Shades Of Grey"", hämte ein Nutzer im Kurznachrichtendienst Twitter. Ein anderer kommentierte: "Köln-Tourismus plant Postkarte zur Sonnenfinsternis in Köln." Der "Entwurf": ein graues Rechteck.

Ernüchterung auf der Halde Hoheward

Ernüchterung auch bei jenen, die das Ereignis mit sportlicher Ertüchtigung verknüpften: In Herten im Ruhrgebiet waren einige Hundert auf die Halde Hoheward gestiegen (höchste Stelle: 152,5 Meter). Die Belohnung für ihre Anstrengungen? Frösteln bei fünf Grad, feucht-kühlem Wetter und eine sprichwörtliche Nebelsuppe. Vor allem die zahlreichen Schulklassen hatten sich von ihrem Ausflug mehr erhofft.

Die Sonnenfinsternis in Bildern

Mit viel Glück konnte man gerade mal 100 Meter weit blicken. Genug, um zumindest die Stative der Hobby- und Profi-Fotografen aus dem Nebel auftauchen zu sehen. Die Sonnenfinsternis spielte sich dagegen hier lediglich auf dem Boden ab: Hinter einem Gebüsch an einer Weggabelung wurde das Himmelsphänomen auf einer Schautafel für die Besucher erklärt.

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"50 Shades of Grey" statt Sonnenfinsternis in NRW
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2015-03-20 15:37
Eclipse, Sonnenfinsternis, Sonne, Mond, Neumond, Astronomie,
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