Weicher Asphalt und flüssige Gleisbetten

Ruhrgebiet..  Da geht man nichts ahnend über die Straße – und hinterlässt Fußabdrücke im Asphalt, so warm ist es seit Donnerstag im Ruhrgebiet. In Essen-Altenessen etwa ist am Donnerstagabend das Bitumen zwischen den Gleisen der Stadtbahn U11 auf drei Kilometern Länge geschmolzen. Bahnen und querende Autos sollen die Teermasse, auf der die Gleise flexibel gelagert sind, hochgedrückt und großflächig verteilt haben. Trotz Ersatzbussen kam es noch am Freitag zu massiven Verspätungen auf fast allen Linien in Essen. Das Reinemachen wird wohl das ganze Wochenende lang dauern.

Auch der Asphalt wurde an vielen Stellen weich, zum Beispiel in Recklinghausen, Castrop-Rauxel und Lünen. In Düsseldorf war auch die Einkaufsmeile „Kö“ betroffen, hier tat sich ein Loch auf.

Die Hitze beeinträchtigt auch den Bahnverkehr in der Region. Bei der Bahn kam es am Donnerstag und Freitag zu Verspätungen, unter anderem auf der Hauptstrecke zwischen Duisburg und Dortmund. Grund war hier ein technisches Problem im Stellwerk in Duisburg. Aber auch die Klimaanlagen mehrerer Fernzüge hatten schlapp gemacht. Zum Beispiel wurden drei Intercitys auf dem Weg nach Hamburg in Köln und Dortmund aus dem Verkehr gezogen. Die gestrandeten Fahrgäste konnten einen Ersatzzug nehmen – nach entsprechender Wartezeit.

Selbst die Weiße Flotte auf dem Essener Baldeneysee sagte am Freitag eine Piratenschiffsfahrt für Kinder ab. In der „Piratenhöhle“ unter Deck des Schiffes herrschten Temperaturen von rund 45 Grad.

Nur die niederländische Provinz Gelderland verhielt sich – auf den ersten Blick – antizyklisch und schickte Streuwagen los. Tatsächlich streuten sie wie im Winter Feuchtsalz – es soll in diesem Fall allerdings die Flüssigkeit aus dem Asphalt saugen und verhindern, dass er aufplatzt. Ob das klappt, ist noch unklar. Straßen.NRW beobachtet aber laut einem Sprecher sehr interessiert das Experiment im Nachbarland. Hier wird bislang Split gestreut.