Wattenscheider Tafel hat Ärger mit Kunden

Ruhrgebiet..  Die „Wattenscheider Tafel“ will künftig die Bedürftigkeit ihrer Kunden besser prüfen und den Kreis beschränken. Der Grund: Es häuften sich Anspruchsdenken, Anfeindungen und unschöne Szenen bis hin zu Handgreiflichkeiten in der Warteschlange und bei der Ausgabe, so der Vorsitzende Manfred Baasner. „Viele denken, wir müssen helfen“, sagt Baasner, „das hören wir häufig: Ihr müsst, ihr müsst, ihr seid Staat.“ Viele ehrenamtliche Helfer hätten sich zurückgezogen. Die Wattenscheider Tafel hilft in ganz Bochum und stellt 10 000 Menschen Lebensmittel bereit.

Bei anderen Tafeln im Land scheinen die Probleme nicht so gravierend zu sein. „Ich höre davon zum ersten Mal“, sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln NRW, Wolfgang Weilerswist. 169 Tafeln gehören zu seinem Verband. Fast überall steigt die Zahl der Bedürftigen, darunter auch viele Flüchtlinge. Doch er sagt: „Wenn es ein generelles Problem wäre, dann wüsste ich davon.“

Bei der Duisburger Tafel kennt man Aggressionen in Einzelfällen, wie Geschäftsführer Günter Spikofski sagt. Ansonsten erlebe er, dass die Arbeit der Tafel wertgeschätzt wird. Die Zahl der Helfer steige sogar leicht. Volker Geißler von der Tafel in Dortmund stimmt zu. Und er sagt: „Bevor ein Mitarbeiter aufgibt, fliegt der Kunde raus.“