Wasser – das besondere Element in Mülheim

Was wir bereits wissen
Das kühle Nass ist eine unverzichtbare Ressource. Das Aquarius Wassermuseum in Mülheim hilft dabei, die Grundlagen und Probleme der Versorgung zu verstehen.

Mülheim.. Wasser kommt aus der Leitung, Wasser fließt in Flüssen, Wasser steht in Seen und Meeren nicht nur zum Baden bereit, Wasser ist einfach da – für den Mitteleuropäer ein selbstverständliches Element. Kaum jemand, der sich über die Welt des Wassers wirklich Gedanken macht. Dabei gibt es über diese „Selbstverständlichkeit“ jede Menge spannende Geschichten zu erzählen, wie das 1992 eröffnete Aquarius Wassermuseum im 1982 stillgelegten Styrumer Wasserturm auf hervorragende Art beweist. Auf 14 Ebenen wird das „Vertraute“ in 30 Stationen in allen Facetten vorgestellt – multimedial, mit etlichen Computersimulationen, Filmen und Spielen. Ziel der mehrfach preisgekrönten, von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft eingerichteten Ausstellung ist es, das Bewusstsein für den Umwelt- und speziell den Gewässerschutz zu schärfen.

Kinder (und Erwachsene) können beim Gewässerschutzspiel einen Wassertropfen auf der Reise durch den Wasserkreislauf begleiten, die Funktionsweise der Talsperren kennen lernen oder die Bedeutung der Wasserversorgung für die Industrialisierung begreifen (und bei der virtuellen Errichtung von Wasserkraftwerken ganz nebenbei zum Bauingenieur werden). Das „Ruhrmobil“ führt die Besucher von der Quelle bis zur Mündung entlang der Ruhr. Hier geht es vor allem um die Geschichte und Gegenwart der Trinkwassergewinnung und des Gewässerschutzes, der Schifffahrt und der Industrie. Und weil dazu auch die Themen Energiegewinnung und Ökologie gehören, macht es Sinn, dass die virtuelle Erkundungstour erst durch eigene Pedalkraft möglich wird.

Die meisten Stationen zeigen regionale Schauplätze, aber es wird auch eine spannende Weltreise geboten, denn Wasser ist nun mal ein globales Thema. Die Zeppelin-Installation macht es möglich, an einer Weltwasserkonferenz in Abu Dhabi teilzunehmen. Hier werden Wasserprobleme auf der Erde anschaulich gemacht. Diejenigen, die sich am Ende des Besuchs die Ergebnisse der den Rundgang begleitenden Quizfragen ausdrucken, werden das nasse Etwas begreifen als das, was es ist: ein besonderes Element.

Turm unter Artenschutz

Beteiligt daran ist natürlich auch der Ort der Ausstellung. Als industriehistorisches Denkmal – August Thyssen ließ ihn 1892/93 bauen, um sein nahegelegenes Bandeisenwerk mit Wasser zu versorgen – genießt der 50 Meter hohe Styrumer Wasserturm selbst Artenschutz. Und auf der höchsten Ebene des Aquarius Wassermuseums, auf 35 Metern Höhe, reicht der beeindruckende Panoramablick bis zum Duisburger Hafen oder zum Oberhausener Gasometer.