Undercover im Asylheim

Essen..  Auf ungewöhnliche Art hat das Essener Unternehmen European Homecare (EHC), das 50 Asylheime betreibt, jetzt seine Sicherheitsstandards überprüft: Die Prüfer ließen sich unerkannt als Asylbewerber in sechs Einrichtungen aufnehmen und beobachteten den Umgang des Personals mit den Flüchtlingen.

European Homecare war weltweit in die Schlagzeilen geraten, als im September 2014 Bilder aus einem von der Firma betreuten Heim in Burbach auftauchten. Sie zeigten Sicherheitsleute, die Asylbewerber brutal drangsalierten. „Der von uns engagierte Wachdienst hatte einen Subunternehmer beauftragt“, erklärte damals EHC-Geschäftsführer Sascha Korte. Er übernehme aber die Verantwortung für die Vorfälle. Korte versprach, bei der Aufklärung möglicher Übergriffe in der Landesunterkunft im Essener Opti-Park zu helfen. Dort hatten mehrere Bewohner Anzeigen gegen Sicherheitsleute erstattet, der Wachdienst wurde ausgetauscht, die Ermittlungen dauern an.

Mit den aktuellen Undercover-Einsätzen in sechs Asylheimen in NRW sei eine international tätige Sicherheitsfirma beauftragt worden, die unter anderem Prominente schützt, so EHC-Sprecher Klaus Kocks. Es habe keine skandalträchtigen Beobachtungen der Prüfer gegeben.