U-Häftling erhängt sich in Bochum

Bochum/Dortmund..  Ein U-Häftling ist tot in seiner Zelle im Bochumer Gefängnis aufgefunden worden – stranguliert mit seinem T-Shirt. Dem 34-Jährigen wurde gemeinschaftlicher Raubmord vorgeworfen.

Er soll mit zwei Komplizen einen Markthändler in der Dortmunder Nordstadt in dessen Garage zu Tode gequält haben: Der 44-Jährige war am 1. Oktober 2015 zusammengeschlagen und gefesselt worden, später unter einem Klebeband erstickt. Seit Freitag lief der Prozess gegen die drei Georgier vor dem Schwurgericht Dortmund. Die Angeklagten schwiegen zum Prozessauftakt.

Am Montagmorgen um 6.10 Uhr wurde der tote Häftling von Justizvollzugsbeamten entdeckt, als sie ihm das Frühstück bringen wollten. Das teilte JVA-Leiter Thomas König mit, der von einem Suizid ausgeht.

Der 34-Jährige saß seit dem 23. Mai in Bochum ein. Am Montag sollte er in ein anderes Gefängnis verlegt werden, um ihn von bestimmten Mithäftlingen zu trennen. Der Mann sei „häufig durch körperliche Auseinandersetzungen“ aufgefallen, sagte König. Vom 2. bis 27. Juni habe der Mann wegen Suizidgefahr unter besonderer Beobachtung gestanden. Diese sah die JVA zuletzt nicht mehr.

Der Prozess geht trotz des Todesfalls wie geplant weiter.