Tödlicher Unfall auf Spielplatz: Prozess startet

Datteln..  Fast zwei Jahre, nachdem eine 18-Jährige auf einem Spielplatz vom Pfosten einer Schaukel erschlagen wurde, muss sich ein Mitarbeiter der Dattelner Stadtverwaltung vor Gericht verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Bochum: fahrlässige Tötung. Bei einer Verurteilung drohen dem 61-jährigen Gärtnermeister bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Der sechs Meter lange Schaukelpfosten war am 26. Mai 2013 unterhalb der Grasnarbe gebrochen, weil das Holz morsch war. Er erschlug die Waltroperin. Gab es eine ausreichende Kontrolle der Schaukel? Das ist die Frage, die im Prozess in Recklinghausen geklärt werden soll.

Laut Staatsanwaltschaft hätte der Spielplatzkontrolleur kürzere Wartungsintervalle veranlassen müssen. Sie stützt sich auf Erkenntnisse eines Gutachters. Vom Hersteller war eine jährliche, gründliche Kontrolle vorgeschrieben. Doch angesichts des Alters des Holzspielgeräts sowie des sumpfigen Bodens wäre eine halbjährliche Inspektion angebracht gewesen, meint der Staatsanwalt. So hätte die morsche Stelle rechtzeitig entdeckt werden können. Die letzte große Inspektion wurde am 5. Juli 2012 dokumentiert. Zwei Tage vor der Tragödie gab es eine Funktionskontrolle, wobei aber nur der Zustand des Platzes überprüft wurde.