Terrassengebühr: Städte kassieren bis 1250 Euro

Ruhrgebiet..  Für die Bedienung von Gästen auf dem Bürgersteig müssen Wirte in Bonn von Anfang Mai bis Ende September 2015 die höchsten Abgaben in Nordrhein-Westfalen zahlen: Insgesamt 1250 Euro kostet dort die Sondergebühr für eine Terrasse mit fünf Tischen und je vier Stühlen. Das sind auf den Monat umgerechnet zehn Euro pro Qua-dratmeter. Das ergab ein gestern veröffentlichter Vergleich des Bundes der Steuerzahler NRW in Düsseldorf.

Der kritisiert die so genannte Terrassengebühr insgesamt und wirft den Städten vor, die Preise in die Höhe zu treiben. „Die Kommunen profitieren ja bereits durch steigende Gewerbesteuer vom wirtschaftlichen Erfolg durch die Außengastronomie, die Außenterrassen werten zudem die Innenstädte erheblich auf“, heißt es in einer Mitteilung.

Wuppertal liegt auf Platz zwei mit 1212,50 Euro (9,70 Euro je qm), und in Düsseldorf werden 1100 Euro (8,80 Euro je qm) für fünf Monate fällig. Im Fall der Landeshauptstadt, so der Steuerzahlerbund, sei bemerkenswert, dass dort die Gebühr innerhalb von drei Jahren schon zweimal angehoben wurde.

Drei von 56 Städtenhaben 2015 erhöht

Nach Angaben der Organisation haben in diesem Jahr allerdings nur drei von 56 Städten erhöht: Gladbeck, Viersen und – gleich um 60 Prozent – Recklinghausen. Dort werden für eine Terrasse von 25 Quadratmetern für die fünf Sommermonate nun 875 Euro verlangt, vorher waren es 546,25 Euro. Mit sieben Euro pro Quadratmeter ist Recklinghausen für Wirte das teuerste Pflaster im Ruhrgebiet. In der NRW-Rangliste für Städte mit mehr als 60 000 Einwohnern kletterte Recklinghausen von Platz 26 auf Platz sechs.

Velbert staffelt die Gebühr laut Steuerzahlerbund unter anderem nach der Qualität der Terrasse und benote dabei, ob sie eine Aufwertung für das Stadtbild sei. „Das ist schwammig und willkürlich“, moniert BdST-Gebührenexperte Harald Schledorn, es lade Wirte geradezu ein, rechtlich dagegen vorzugehen.

Die Städte Herten und Iserlohn verzichten übrigens ganz auf mögliche Zusatzeinnahmen. Der Steuerzahlerbund findet das: vorbildlich.