Sohn missbraucht – angeklagt ist die Mutter

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Was wir bereits wissen
Zehn Jahre sollen die Taten zurückliegen. Angeklagt ist eine Mutter, die ihren eigenen Sohn sexuell missbraucht haben soll.

Essen..  Die 53-Jährige weist die Vorwürfe zurück. Die Anklage stimme nicht, beteuert sie vor dem Landgericht Essen. Ihr Sohn habe so oft gelogen und betrogen. Doch der heute 16-jährige Essener bleibt in nicht öffentlicher Vernehmung dabei: Vor rund zehn Jahren sei er von seiner Mutter sexuell missbraucht worden.

Das erste Mal ist laut Anklage im Kinderzimmer passiert. Fünf Jahre alt war er. Das zweite Mal sei im Wohnzimmer geschehen, zwei Jahre später. Ein Mitarbeiter des Essener Jugendamtes erklärt dem Gericht am ersten Prozesstag, wie es zur Anzeige kam. Es hätte schon öfter Probleme mit der Familie im Stadtteil Altenessen-Süd gegeben. Der Junge hätte zuletzt öfter die Schule geschwänzt. Im Sommer 2014 habe er die Behörde aufgesucht, um vom lange zurückliegenden Missbrauch durch seine Mutter zu erzählen. Der junge Mann hätte diesen für seine Probleme verantwortlich gemacht. Später habe er Anzeige erstattet und sei aus der Familie herausgenommen worden. Die Mutter habe die Taten stets bestritten. Auch vor Gericht sagt sie, ihr Sohn habe das nur gesagt, um wegziehen zu dürfen. Er halte sich auch an keine Regeln. Kontakt zu ihm habe sie jetzt nicht mehr. Ein Psychologe beurteilte in einem vorläufigen Gutachten die Aussage des Jungen als glaubwürdig.