Ruhrpott-Bergmann testet erste Zechen-Achterbahn

Bergmann testet Zechen-Achterbahn in Efteling

Die Achterbahn "Baron 1989" erinnert an ein Bergwerk und sieht aus wie eine Zeche. Mit viel Liebe zum Detail steht diese neue Achterbahn im Freizeitpark Efteling. Bergmann Pierre Müller aus Kamp-Lintfort testet
Mi, 01.07.2015, 17.40 Uhr

Die Achterbahn "Baron 1989" erinnert an ein Bergwerk und sieht aus wie eine Zeche. Mit viel Liebe zum Detail steht diese neue Achterbahn im Freizeitpark Efteling. Bergmann Pierre Müller aus Kamp-Lintfort testet

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Was wir bereits wissen
Schlote ragen hoch hinaus. Das Herz rast in den Schacht. Das ist die neue Attraktion im holländischen Vergnügungspark „Efteling“: der „Baron 1898“. Auf dieser Zechen-Achterbahn, die inspiriert ist von Essens Welterbe Zollverein, geht es 37,5 Meter im freien Fall in die Tiefe.

Kaatsheuvel/Essen/Bottrop.. Die Adrenalin-Abteufe: Die Lore rast mit 90 km/h über die Schienen. 130 Sekunden später, nach Looping, Schraube und Drehungen, löst Bergmann Pierre Müller wieder die Sicherheitsbügel. Gerädert, aber glücklich. Er hat als echter Revier-Kumpel die erste Fahrt mit dem Förderturm-Fahrgeschäft „Baron 1898“ überstanden. Die Achterbahn im niederländischen Freizeitpark Efteling ist inspiriert von Essens Welterbe Zollverein - und seit dem 1. Juli offiziell eröffnet.

„Das war der Wahnsinn, ein Gefühl wie bei einer Grubenfahrt. Da machen wir immerhin auch 12 Meter pro Sekunde, wenn wir in den Schacht einfahren.“ Pierre aus dem Pott ist einer der letzten Bergmänner auf Prosper Haniel in Bottrop. Der 27-Jährige aus Kamp-Lintfort hat Kohle unter der Sohle und die Kumpel-DNA sowieso: „Mein Opa, Vater und Onkel waren unter Tage. Das ist bei uns in der Familie Tradition.“

Diesmal ging’s über Tage – für die Zechen-Achterbahn ist er knapp zwei Stunden angereist. „Ich wollte einfach wissen, wie die Erfinder die Grubenfahrt mit dem Freizeit-Kick verbinden. Das ist schon gut gemacht!“

14 Monate Bauzeit für Zechen-Achterbahn "Baron 1898"

Im holländischen Freizeitpark liefen seit 14 Monaten die Bauarbeiten, mit Originalzubehör aus dem Ruhrpott wie einer richtigen Kaue, verklinkerten rauchendem Schornstein, Förderturm und Loren für 18 Wagemutige. Mit 18 Millionen Euro ist es eine der bisher teuersten Investitionen, die auch auf Gäste aus dem Revier schielt. Und Pierre? Der will gleich noch eine Fahrt machen. „Ich bin begeistert von den liebevollen Pütt-Details und dem Nervenkitzel des freien Falls.“ Das ist Ruhrpott-Style in Holland.